ETF-News

ETF-Anbieter: Die Konzentration geht weiter

Im April bestätigte die französische Fondsgesellschaft Amundi, was am Markt zuvor ohnehin schon kolportiert worden war: Noch in diesem Jahr werde man das französische ETF-Haus Lyxor übernehmen. Im Frühjahr 2022 soll das Fusionsprojekt abgeschlossen sein. Wenn alles glatt verläuft, wird Amundi dann mit einem verwalteten ETF-Vermögen in Höhe von 142 Milliarden Euro zweitgrößter ETF-Anbieter am europäischen Markt sein. Der Trend zur Konzentration würde damit anhalten und dafür sorgen, dass dann der ETF-Markt in Europa zu 80 Prozent nur noch durch fünf große Player dominiert wird. Neben Amundi sind dies BlackRock (IShares), die DWS (Xtrackers), UBS und Vanguard.

Aus Sicht der Anbieter von ETF-Produkten ist das Bemühen um Größe verständlich. Das seit Jahren äußerst erfolgreiche Geschäft mit passiven Investmentstrategien ist hart umkämpft. Es herrscht ein fortgesetzter Preiskampf, den auf Dauer nur derjenige für sich entscheiden kann, der in dem margenarmen Anlagesegment effizient agieren und in größerem Ausmaß von Skaleneffekten profitieren kann. Bis auf wenige sehr spezialisierte Nischenanbieter gilt: Wer überleben möchte, ist zur Größe verdammt. Auch für Anleger dürfte sich der Trend zur Konzentration vorerst auszahlen. Denn sie können einstweilen von anhaltend niedrigen Gebühren profitieren.

Wie nicht anders zu erwarten, befeuert der Konzentrationsprozess am ETF-Markt auch die Skepsis. Altbekannte Kritikpunkte wie etwa die Gefährdung des Wettbewerbs durch die Entstehung von Oligopolen oder die Sorge vor einer Gefährdung der Finanzstabilität erhalten neue Aufmerksamkeit. Was letzteren Punkt angeht, so warnte erst unlängst Gerhard Schick, Initiator der Bewegung Finanzwende, vor zu viel Konzentration. Die großen Dickschiffe wie BlackRock & Co. hält der ehemalige Finanzexperte der Grünen im Bundestag für „systemrelevant“, aber noch nicht ausreichend reguliert, wie die FAZ berichtete. Bei Häusern, die sowohl aktive wie passive Strategien im Angebot haben, seinen zudem Interessenkonflikte durch Überlappung möglich. Mit der Kritik am Wachstum des ETF-Marktes und seiner Anbieter haben sich in jüngster Vergangenheit immer wieder verschiedene Organisationen befasst. Ein Mehr an Regulierung wurde dabei bisher nicht befürwortet. Und so wird die Konzentration am ETF-Markt wohl auch künftig ihren Lauf nehmen.

MEIN GELD

Icon

Mein Geld TV

Das aktuelle Video

-
Was bedeutet Klimaschutz in der Finanzindustrie?

Frankfurter Kreis: Chefredakteurin Isabelle Hägewald diskutiert mit Experten über die Kriterien zum Klimaschutz?

zum Video | alle Videos
Icon

Mein Geld Online

Der aktuellste Artikel

Wirtschaft
Covid-Staatshilfen für eine schöne neue – und vor allem „grünere“ – Welt

von Talib Sheikh, Head of Strategy, Multi-Asset, sowie Mark Richards, Stratege und Matthew Morgan, Investment Director im Multi-Asset-Team bei Jupiter Asset Management

zum Artikel | weitere Artikel
YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein Geld Newsletter

Melden Sie sich für unseren 14-tägigen Newsletter an.

zur Newsletteranmeldung