ETF News

ETF-News

Physisch statt synthetisch

Die Frage, ob physisch replizierende ETFs solchen vorzuziehen seien, die einen Index mit Hilfe von Swaps synthetisch abbilden, lässt sich ohne weiteres nicht eindeutig beantworten. Beide Verfahren haben in unterschiedlichen Märkten ihre Berechtigung. Synthetisch replizierende ETFs stellen etwa in Nischenmärkten eine gute und oftmals kostengünstige Alternative dar. Sie bergen über das sogenannte Kontrahenten-Risiko gegenüber der physischen Variante jedoch eine zusätzliche Unsicherheit, die viele Anleger gerne vermeiden möchten. Alle großen ETF-Anbieter setzen daher bei ihren Produkten inzwischen verstärkt auf die physische Replikationsmethode, bei der die Werte eines Index tatsächlich gekauft werden. Das spiegelt sich auch in den ETFListings am deutschen Markt wider. Nach Angaben der Deutschen Börse sind auf der Handelsplattform Xetra derzeit über 1.400 ETFs gelistet. Lediglich 30 Prozent nutzen dabei Swaps. Zu Beginn des Jahres 2014 hatte der Anteil noch bei 48,4 Prozent gelegen.

Aufgrund eines Fernsehbeitrages des ARD-Wirtschaftsmagazins Plusminus erhielt die Diskussion über die Risiken synthetischer ETFs im vergangen Jahr wieder einen gewissen Auftrieb. Unter dem reißerischen Titel „Vorsicht, Geldanlage – Wie die eigentlich sicheren ETFs jetzt gefährlich werden“ brandmarkte der TV-Beitrag synthetische ETFs als gefährlich und schoss damit deutlich über das Ziel hinaus. So jedenfalls sah dies die überwiegende Mehrheit der Experten und Kommentatoren, unter ihnen auch verbrauchernahe Organisationen. So wies etwa Finanztest darauf hin: „Das wichtigste und größte Risiko ist und bleibt das Marktrisiko. Verglichen mit einem Crash von Aktien- oder Anleihenmärkten verblasst die Bedeutung aller anderen Risiken. Sie lassen sich oft auch nicht quantifizieren, weil sie entweder zu selten vorkommen oder überhaupt noch nicht aufgetreten sind.“ Auch die von Hermann-Josef Tenhagen betriebene Internetplattform Finanztipp sieht in synthetischen ETFs alles andere als Teufelszeug und verwies darauf, dass entsprechende Fonds in Europa streng reguliert seien. „Nach unserer sorgfältigen Recherche“, so schrieben die Experten, „ist das Risiko bei synthetischen wie physischen ETFs gering und die eine Art nicht gefährlicher als die andere.“ Trotz der Dominanz physischer replizierender ETFs kann es daher für Anleger gute Gründe geben, auch swapbasierte ETFs für ihre Vermögensanlage zu nutzen.

MEIN GELD

Icon

Mein Geld TV

Das aktuelle Video

-
Nachhaltiges investieren, ein Nischenmarkt entwickelt sich zum Weltmarkt

Frankfurter Kreis: Frau Hägewald diskutiert mit Experten über die Entwicklung des nachhaltigen Investments.

zum Video | alle Videos
Icon

Mein Geld Online

Der aktuellste Artikel

Allgemein
TransferWise zu der Erhöhung der Kontogebühren bei Postbank und der Deutschen Bank

Die Postbank kündigt eine Preiserhöhung zum 1. Oktober an, die vor allem die Inhaber von Girokonten betrifft

zum Artikel | weitere Artikel

Mein Geld Newsletter

Melden Sie sich für unseren 14-tägigen Newsletter an.

zur Newsletteranmeldung