ETF-News

Deutscher ETF-Markt wächst vergleichsweise langsam

Höher, schneller, weiter: Die einschlägigen Statistiken zu den ETF-Märkten weisen seit Jahren mit schöner Regelmäßigkeit erhebliche Wachstumsraten bei den Assets under Management passiver Produkte auf. So glänzte nach Angaben des Datenanbieters Refinitiv der europäische ETF-Markt im vergangenen Jahr mit Rekordnettomittelzuflüssen in Höhe von über 100 Milliarden Euro.

In Deutschland allerdings scheint sich die Wachstumsdynamik nur mit mäßigen Tempo entwickelt zu haben. Dies jedenfalls legt ein aktueller Blick auf den deutschen Markt im internationalen Vergleich der Strategieberater von Price Cooper Waterhouse (PCW) nahe. Danach ist der Anteil passiver Strategien am Gesamtanlagevolumen von Privatanlegern und institutionellen Investoren zwischen 2015 und 2020 hierzulande lediglich um 2,6 Prozentpunkte auf 23 Prozent gewachsen. Leicht zurückgegangen ist demgegenüber der Anteil aktiver Investmentstrategien. Diese machen immerhin aber noch zwei Drittel der Gesamtallokation aus. Etwas anders stellt sich die Betrachtung im globalen Maßstab dar. Hier stieg der Anteil passiver Investments im betrachteten Fünf-Jahres-Zeitraum um 6,2 Prozentpunkte an und lag zuletzt bei 21,6 Prozent. Diese Zahlen präsentierte Dariush Razdani im Juni auf dem virtuellen Investmentforum von PCW.

Sind die Grenzen des ETF-Wachstums möglicherweise also bald erreicht oder werden sich die Verhältnisse zwischen aktivem und passivem Management zugunsten passiver Strategien weiter massiv verändern? Diese Fragen lassen sich nur schwer beantworten. Sicher scheint jedoch, dass die in Europa ansässigen rein aktiven Manager das bisherige ETF-Wachstum der Konkurrenz scheinbar unaufgeregt registrieren. Zu diesem Ergebnis gelangte im Frühjahr eine Studie des britischen Beratungshauses Blackwater Search & Advisory. Danach zeigten sich 80 Prozent der mehr als 100 befragten europäischen Asset Manager ohne ETF-Angebot nicht wirklich besorgt über das starke ETF-Wachstum. Selbst Anbieter passiver Investmentprodukte zu werden, ist für sie daher keine Option.

Dass der Siegeszug der ETFs in Europa ungebremst weitergeht, daran hegt auch Blackwater Zweifel. Vor allem die Annahme, dass Europa in Sachen passiver Investments einfach den Erfolg des US-Markts kopiere, hält Blackwater-Gründungsmitglied Michael O’Riordan für unwahrscheinlich. Denn viele der den US-ETF-Markt treibenden Faktoren entfalten hierzulande keine entsprechende Wirkung.

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