Möglicher Brexit lähmt den DAX.
Der DAX verbuchte nach einem anfänglichen Aufschwung über die 10.300-Indexmarke Verluste und notiert derzeit bei 9.926 Punkten. „Dies ist vor allem auf den enttäuschenden Arbeitsmarktbericht in den USA zurückzuführen.
Der DAX verbuchte nach einem anfänglichen Aufschwung über die 10.300-Indexmarke Verluste und notiert derzeit bei 9.926 Punkten. „Dies ist vor allem auf den enttäuschenden Arbeitsmarktbericht in den USA zurückzuführen.
In einem Positionspapier haben die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe bereits am Freitag, also 20 Tage vor dem Brexit-Referendum Aussichten auf eine mögliche Zukunft Europas im Falle eines EU-Ausstiegs Großbritanniens gegeben.
Unabhängig vom Ausgang des Brexit-Referendums fordern die Chefvolkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe eine „breite Diskussion über die künftigen Ziele und die Aufstellung der politischen Ordnung in Europa, an deren Ende eine Anpassung der europäischen Verträge einschließlich der Zustimmung der europäischen Völker stehen muss“. Offenbar überfordere eine immer engere politische Union Europas die Bürger zunehmend, heißt es in dem gemeinsamen Positionspapier, das heute in Berlin vorgelegt wurde. „Gerade in der heutigen Situation kommt es darauf an, der Eigenverantwortung wieder mehr Vorzug einzuräumen“, so Dr. Michael Wolgast, Chefvolkswirt des DSGV. Das Positionspapier fordert zudem ein Europa mehrerer Geschwindigkeiten, in dem auch temporäre Rückschritte in der Integration zuzulassen seien.
Die Chefvolkswirte sehen den Ausgang des Referendums am 23. Juni 2016 noch immer offen. Im Falle eines Brexit werde es zu langen und komplexen Verhandlungen und auch wirtschaftlichen Nachteilen für Großbritannien und die EU insgesamt kommen. „Gravierend sind aber vor allem mögliche Spillover-Effekte eines Brexit“, so Dr. Jürgen Michels, Chefvolkswirt der BayernLB, der die gemeinsame Positionierung der Chefvolkswirte „Brexit: Zäsur für Europa“ mit vorbereitet hatte. Kommt es zu einem Austritt Großbritanniens aus der EU, könnte dies einen Domino-Effekt auslösen. In diesem Fall drohten erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen, u.a. auch durch eine Erhöhung des politischen Risikos in der EU.
„Aktuell muss es als Warnung für alle überzeugten Europäer gelten, dass eine immer engere Politische Union Europas die Bürger zunehmend über- fordert und das Einreißen von traditionell stabilen nationalen Säulen der Wirtschafts- und Finanzpolitik schlussendlich die Architektur des gesamten vereinten Europas gefährdet.“ heisst es in dem Papier.
Lesen Sie die vollständige Studie der Chefvolkswirte auf der Internetseite des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV): Positionspapier: „Brexit: Zäsur für Europa“.
Das britische Referendum über einen Austritt aus der EU hat sicherlich ein hohes Potenzial für turbulente Kapitalmärkte zu sorgen. Nach Meinung von Rouvier Associés gibt es aber gute Gründe zur Besonnenheit.
Am 23. Juni 2016 entscheiden die Briten über einen Austritt ihres Landes aus der EU. Laut Umfragen ist der Ausgang des Volksentscheids völlig offen. Würden die EU-Gegner die Abstimmung für sich entscheiden, könnte Großbritannien als erster Staat aus der Europäischen Union ausscheiden. Die wirtschaftlichen Folgen dieses Szenarios sind immens.
Die sieben großen Industrienationen (G7) haben sich ausdrücklich für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union ausgesprochen. Ein Brexit wäre eine „ernste Gefahr“ für das wirtschaftliche Wachstum, warnten..
Kommt der nächste Zinsschritt in den USA nun im Juni oder wird sich die US-Notenbank Fed ein weiteres Mal in Zurückhaltung üben und erst mal nicht an der Zinsschraube drehen?
Die größten Verlierer wären zwar die Briten selbst, aber ein möglicher Brexit wäre auch ein Albtraum für deutsche Exporteure: Fast 7 Milliarden Euro an Exporten gingen für sie bis 2019 verloren im Falle eines „harten Ausstiegs“ ohne Handelsabkommen.
Wenn die Briten am 23. Juni darüber abstimmen, ob das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen soll oder nicht, steht für die wissenschafts- und technologienahen Sektoren des Landes viel auf dem Spiel.
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