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Future of European Fintech Alliance: Reaktion der EBA untergräbt die Ziele der PSD2

Am 29. Juni 2017 veröffentlichte die Europäische Bankenaufsicht (European Banking Authority, EBA) ihre Antwort auf die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Änderungen der Regulatory Technical Standards (RTS) zu den Themen Autentifizierung und Kommunikation unter der zweiten Zahlungsdienstrichtlinie der EU (Payment Service Directive, PSD2).

Am 29. Juni 2017 veröffentlichte die Europäische Bankenaufsicht (European Banking Authority, EBA) ihre Antwort auf die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Änderungen der Regulatory Technical Standards (RTS) zu den Themen Autentifizierung und Kommunikation unter der zweiten Zahlungsdienstrichtlinie der EU (Payment Service Directive, PSD2).

Die „Future of European Fintech Alliance“, der aktuell aus 73 europäischen Fintech-Unternehmen, Challenger-Banken und Organisationen aus der Fintech-Branche besteht und zu der auch die PPRO Group zählt, widerspricht dem Ansatz der EBA mit Nachdruck.

Die EBA will Drittanbietern (Third-Party Providers, TPPs) untersagen, die Kundenschnittstellen von Banken als Notlösung (Fallback) zu verwenden, wenn die dedizierte TPP-Schnittstelle aus irgendwelchen Gründen nicht zugänglich ist – obwohl unter der PSD2 beide Zugangsmöglichkeiten vorgesehen sind. Diese Position untergräbt das Geschäftsmodell europäischer Fintechs so grundlegend, dass es die Überlebensfähigkeit der Branche in der Europäischen Union generell in Frage stellt.

Die „Future of European Fintech Alliance“ ist der Meinung, dass die Wahlfreiheit wechselseitig sein sollte: Wenn kontoführende Zahlungsdienstleister (Account Servicing Payment Service Provider, ASPSPs) die Wahl haben, eine dedizierte Schnittstelle bereitzustellen oder eben nicht, sollten auch TPPs wählen können, ob sie diese Schnittstelle – wenn geeignet – benutzen wollen oder einfach weiterhin über die Kundenschnittstelle Zugang erhalten. Beides zukünftig allerdings nur nachdem sie sich vorher als legitimierter, PSD2-lizenzierter, sicherheitsgeprüfter und regulatorisch beaufsichtigter TPP ausgewiesen haben.

Obwohl zwar keine Wahlfreiheit berücksichtigt wurde, stellen die Änderungsvorschläge der Kommission einen ausgewogenen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Banken und der Fintech-Industrie dar. Die PSD2 schützt den Direktzugang in Art. 98 und Recitals 32, 93 und verbietet die Verhinderung dieses Zugangs außer in Betrugsfällen in Art. 68 (5). Die Änderungsvorschläge der Europäischen Kommission implizieren, dass Banken über die RTS nicht befugt sind, den direkten Zugang einseitig auszuschließen oder zu verhindern. Im Gegenzug verpflichtet die Kommission TPPs dazu, dedizierte Schnittstellen zu benutzen, solange diese korrekt arbeiten. Dies bietet Banken die Möglichkeit, eine gut funktionierende API (Application Programming Interface) zur Verfügung zu stellen, die einen effektiven Wettbewerb nicht behindert, und gleichzeitig zwingt sie Banken, den direkten Zugang zu akzeptieren, wenn sie dies nicht tun. Das bietet den nötigen Anreiz, um entweder in qualitativ hochwertige APIs zu investieren oder von Behinderungen abzusehen.

Aus diesem Grund ist die „Future of European Fintech Alliance“ über den Vorschlag der EBA, den Direktzugang über die Kundenschnittstelle als Notlösung zu verbieten, zutiefst beunruhigt:

Wenn die von einem ASPSP für TPPs bereitgestellte Schnittstelle aus irgendeinem Grund ausfällt, können die TPPs – die von dieser Schnittstelle abhängen – ihre Dienstleistungen nicht mehr anbieten.
Die ursprüngliche Begründung der EBA für das Verbot des autorisierten Direktzugriffs auf Kundendaten hat sich als nicht stichhaltig erwiesen und wurde nun durch neue, ähnlich fehlerhafte Argumente ersetzt. So hat die EBA beispielsweise die rechtliche Beurteilung der Bedeutung der PSD2 neu interpretiert, indem sie sagt, dass ASPSPs per Gesetz verpflichtet seien, den Zugriff von TPPs auf bestimmte Daten zu beschränken. Dabei handelt es sich um eine ungerechtfertigte Neuerung, die sich über die Maßen gegen die elementarsten Interessen von TPPs zu richten scheint.
Im Gegensatz zu den Vorschlägen der Europäischen Kommission nimmt die EBA nun einen einseitigen Standpunkt ein, der dazu führen wird, die Interessen von etablierten Banken gegen Wettbewerber zu schützen.

Ralf Ohlhausen, Business Development Director der PPRO Group, Mitglied der Allianz, sagt: “Der Ansatz der Europäischen Bankenaufsicht würde die existierenden, problemlos funktionierenden, und bei Endkunden sehr beliebten und verbreiteten Zahlungsauslöse- und Kontoinformationsdienste zunichtemachen. Er untergräbt das meistgenutzte Geschäftsmodell der europäischen Fintech-Industrie, einer der weltweit größten Wachstumsbranchen und einer der wenigen Bereiche, in dem europäische Technologieunternehmen ihren Konkurrenten aus dem Silicon Valley noch voraus sind.“

Die „Future of European Fintech Alliance“ fordert den europäischen Gesetzgeber und die Europäische Kommission auf, die Änderungsvorschläge der EBA zu verwerfen und den von der Europäischen Kommission formulierten Kompromiss zu unterstützen, der die Beiträge einer Vielzahl von Interessenvertreter berücksichtigt, unter anderem auch von Nicht-Banken.
Um Genaueres darüber zu erfahren, weshalb der Vorschlag der Europäischen Bankenaufsicht die europäische Fintech-Branche in ihrer Existenz gefährdet, lesen Sie hier bitte die vollständige Erklärung der „Future of European Fintech Alliance“.

Weitere Informationen unter: http://www.futureofeuropeanfintech.eu/

PPRO

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