Wirtschaft

Europäische Aktien und Unternehmensanleihen wieder attraktiv

„Die Aussichten für die Eurozone haben sich jedoch zuletzt deutlich aufgehellt“, sagt Laurent Denize, CIO von ODDO BHF AM

„Wir bevorzugen derzeit europäische gegenüber amerikanischen Aktien“

Die Finanzmärkte sind 2023 gut ins neue Jahr gestartet. Im aktuellen Monthly Investment Brief beleuchtet Laurent Denize, CIO von ODDO BHF AM, wo sich nach diesem Kursanstieg nun neue Chancen bieten und wo Risiken drohen.

Europa bei Aktien attraktiver als die USA

Der Angebotsschock des Jahres 2022 dürfte zu einer Stagflation im Jahr 2023 führen. „Die Aussichten für die Eurozone haben sich jedoch zuletzt deutlich aufgehellt“, so Laurent Denize. Eine schwere Energiekrise könne mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest in diesem Winter abgewendet werden.

Außerdem dürfte sich der überraschende Entschluss der chinesischen Regierung im Dezember, die Null-Covid-Politik zu beenden, positiv auf das globale Wachstum auswirken.

Der Euro dürfte dem Chefanlagestrategen zufolge gegenüber dem US-Dollar aufwerten, da die Zinsdifferenzen zwischen dem Dollar-Raum und der Eurozone sinken dürften. „Wir bevorzugen derzeit europäische gegenüber amerikanischen Aktien.“

Schrittweise Verlängerung der Duration bei Anleihen

Zwar geht der Experte davon aus, dass die Inflationsraten ihren Höhepunkt überschritten haben dürften, dennoch sei die Inflation weiter zu hoch und dürfte auch weiterhin oberhalb des 2%-Inflationsziels bleiben.

„In der Eurozone erwarten wir, dass der Einlagenzinssatz von derzeit 2,5% auf 3,5% im Juli 2023 steigen wird. Nachdem wir im Jahr 2022 die Duration kurzgehalten haben, sehen wir mit Blick auf das nahende Ende des Zinserhöhungszyklus nun die Zeit für eine schrittweise Erhöhung der Restlaufzeiten hin zu neutralen Niveaus gekommen.“ Besonders attraktiv seien außerdem Unternehmensanleihen.

Mögliche Alternativszenarien

Diesem oben beschriebenen Basisszenario rechnet man bei ODDO BHF Asset Management eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent zu. Denize: „Ein negativeres Szenario erwarten wir mit einer Wahrscheinlichkeit von 20 Prozent, ein positiveres Szenario mit einer Wahrscheinlichkeit von 10 %.“

In einem solchen negativen Szenario könnte sich die Energiekrise in Europa wieder verschärfen.

Steigende Energiepreise würden europäische Unternehmen im globalen Wettbewerb benachteiligen und Verbrauchern zusätzliche Kaufkraft rauben.

Im Zuge dessen könnte die Inflation hartnäckig hoch bleiben und die EZB zwingen, die Zinsen deutlicher als im Basisszenario erwartet anzuheben und dadurch eine ausgeprägte Rezession auszulösen.

In einem solchen Szenario sei „Cash wohl wieder King“. „Zu den geopolitischen Risiken zählen derzeit eine Verschärfung des Ukraine-Krieges und eine Eskalation des Taiwan-Konfliktes“, erinnert Denize.

„Obwohl wir seit dem Kriegsbeginn von einem längeren militärischen Konflikt in der Ukraine ausgehen, kann und soll die Hoffnung, dass das große menschliche Leid in der Ukraine zeitnah endet, nicht aufgegeben werden.“

(ODDO BHF / Manuela Blisse / surpress)

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