Sachwerte / Immobilien

Marktausblick Baufinanzierung: Immobilienkäufer profitieren auch 2016 von Niedrigzinsen

Während in den USA die Zinswende bereits begonnen hat, setzt die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Politik des billigen Geldes fort. Damit sollten auch im kommenden Jahr günstige Bauzinsen die Finanzierung von Wohneigentum erleichtern, so die Baufinanzierungs-Experten der Deutschen Bank. Die Bauzinsen in Deutschland haben 2015 historische Tiefststände erreicht: Im Mai waren für Wohnbaudarlehen mit 5- bis 10-jähriger Zinsbindung durchschnittlich nur 1,6 Prozent Zinsen zu zahlen.

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Im dritten Quartal stieg dieser Wert geringfügig auf 1,9 Prozent an, blieb aber immer noch deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Und die Aussichten für Bauherren und Immobilienkäufer bleiben gut: „Angesichts der weiterhin sehr lockeren Geldpolitik der EZB dürfte Baugeld auch nach dem Jahreswechsel zunächst relativ günstig bleiben“, sagt Christoph Zschaetzsch, Leiter Baufinanzierung der Deutschen Bank.

EZB verstärkt geldpolitische Lockerung

Baufinanzierungskunden profitieren von einem Umfeld niedriger Zinsen. In ihrer Geldpolitik haben die Notenbanken in den USA und im Euroraum jedoch zuletzt unterschiedliche Wege eingeschlagen. Die US-Notenbank Fed hat angesichts der stabilen Wirtschaftslage in den USA ihren Leitzins im Dezember erstmals seit 2006 wieder angehoben und weitere vorsichtige Zinssteigerungen in Aussicht gestellt. Zuvor hatte die EZB ihr Anleihekaufprogramm bis mindestens März 2017 verlängert, den Einlagenzins weiter gesenkt und damit eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik auf den Weg gebracht. Der Leitzins der EZB bleibt weiter auf seinem Rekordtief von 0,05 Prozent.

Die Renditen für 10-jährige Bundesanleihen lagen im zweiten Halbjahr 2015 im Durchschnitt bei rund 0,6 Prozent. Das bedeutet einen leichten Niveauanstieg gegenüber den ersten sechs Monaten, als im Schnitt sehr niedrige 0,4 Prozent erreicht wurden. Im Laufe des zweiten Halbjahrs war der Trend gegenüber der Jahreshöchstmarke von 1,0 Prozent im Frühsommer jedoch rückläufig. Die Experten der Deutschen Bank erwarten für 2016 einen mäßigen Anstieg der Renditen, zum Jahresende könnten sie erneut rund 1,0 Prozent erreichen. Damit sollte auch das Aufwärtspotenzial von langfristigen Bauzinsen, die sich grob an der Rendite von Bundesanleihen orientieren, zunächst begrenzt bleiben.

Robustes Plus bei Bauinvestitionen

In Deutschland stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal 2015 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Vor allem die Binnenwirtschaft war hierbei Impulsgeber. Insgesamt dürfte das BIP-Wachstum 2015 bei 1,7 Prozent liegen, im kommenden Jahr halten die Experten der Deutschen Bank eine leichte Steigerung auf 1,9 Prozent für möglich. Die Binnenwirtschaft dürfte 2016 der Wachstumsmotor bleiben, vor allem bedingt durch den privaten Konsum angesichts der guten Arbeitsmarktlage. Auch bei den Bauinvestitionen erwartet die Deutsche Bank 2016 ein robustes Plus von 2,4 Prozent.

In Großstädten werden mehr Wohnungen gebraucht

Der positive Trend bei den Baugenehmigungen hat sich in den ersten drei Quartalen 2015 fortgesetzt: In diesem Zeitraum wurden Genehmigungen für rund 223.000 Wohnungen erteilt, knapp 5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Bau von Einfamilienhäusern hat von Januar bis September sogar um 5,6 Prozent zugelegt. Mittelfristig hat sich aber vor allem der Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern dynamisch entwickelt: Ihr Anteil an allen Genehmigungen ist von 40 Prozent im Jahr 2009 auf knapp 55 Prozent im Jahr 2015 gestiegen. Dies spiegelt nach Einschätzung der Deutsche Bank Experten die starke Nachfrage nach Wohnraum in städtischen Lagen wider.

Obwohl in den deutschen Metropolen die Zahl der Baugenehmigungen deutlich steigt, besteht hier nach wie vor erheblicher Baubedarf. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in den wichtigsten sieben Großstädten bis 2020 jährlich rund 47.000 neue Wohnungen benötigt werden. Neben dem Trend zur Urbanisierung spielt dabei auch die höhere Zuwanderung eine wichtige Rolle – der hieraus entstehende Bedarf kann jedoch gegenwärtig nicht vollständig abgeschätzt werden.

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