Viel benutzt wird sie, wenn Vertrauen in die Wertstabilität der Währung besteht. Damit sind wir bereits beim eigentlichen Mandat der meisten Notenbanken: der Preisstabilität. Um den Euro stärker in die Welt zu „tragen“, hat die European Central Bank (ECB) das seit 2020 bestehende EUREP-Programm weiter geöffnet, eine Fazilität, mit der ausländische Zentralbanken mit Euro versorgt werden können. Erfahren Sie in der heutigen Ausgabe des Zinskommentars, wie die EZB versucht, die internationale Relevanz des Euro auszubauen.
EUREP: Euro für die Welt!
Im Allgemeinen sind Liquiditätslinien zwischen Zentralbanken etablierte Instrumente im geldpolitischen Werkzeugkasten, die darauf abzielen, Spannungen auf internationalen Finanzierungsmärkten zu verringern. Dabei handelt es sich um Vereinbarungen auf Basis vordefinierter Bedingungen, die es Zentralbanken ermöglichen, von anderen Zentralbanken emittierte Währungen gegen eine Form von Sicherheiten zu erhalten. Zur Einrichtung einer Liquiditätslinie können grundsätzlich zwei Arten von Finanzinstrumenten verwendet werden: Swap-Vereinbarungen und Rückkaufvereinbarungen (sogenannte Repo-Geschäfte).
Bei Währungsswap-Vereinbarungen erhalten Zentralbanken eine Fremdwährung im Austausch gegen Sicherheiten in Form ihrer heimischen Währung. Bei Repo-Geschäften erhalten sie Fremdwährung im Austausch gegen finanzielle Vermögenswerte, die als Sicherheiten dienen und in der Regel auf dieselbe Fremdwährung lauten.
Genau diese Repo-Geschäfte werden bei der EZB unter dem Namen EUREP geführt und sind seit 2020 punktuell für eine Reihe von Nicht-Euro-Zentralbanken möglich (Vgl. Abbildung 1). Nun hat der EZB-Rat beschlossen, EUREP zu erweitern. Der aktualisierte Rahmen sieht grundsätzlich einen ständigen Zugang für alle Zentralbanken vor, sofern diese nicht etwa aufgrund von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung oder internationaler Sanktionen ausgeschlossen werden. Ziel dieser Änderungen ist es, die Fazilität flexibler zu gestalten, geografisch breiter zugänglich zu machen und für globale Halter von Euro-Wertpapieren relevanter zu werden.
Bislang bleibt die Nutzung allerdings überschaubar. Während in der Pandemie in großem Umfang Dollar-Liquidität über die US-Notenbank bereitgestellt wurde, spielte die entsprechende Euro-Fazilität nur eine Nebenrolle (Vgl. Abbildung 2)
Das verweist auf ein strukturelles Problem: In Zeiten globaler Marktverwerfungen greifen Finanzakteure fast automatisch auf den US-Dollar zurück. Seine dominierende Rolle im Welthandel und in den internationalen Finanzmärkten sorgt dafür, dass Unternehmen, Banken und Staaten ihre Finanzierung häufig direkt in Dollar organisieren.
Soll der Euro langfristig eine größere internationale Bedeutung erlangen, müsste er deutlich stärker in grenzüberschreitenden Transaktionen eingesetzt werden, auch zwischen Ländern, die selbst nicht Teil des Euroraums sind. Solange jedoch der Großteil der weltweiten Handels- und Finanzströme weiterhin über den Dollar abgewickelt wird, bleibt der Handlungsspielraum des Euro auf den globalen Märkten begrenzt. EUREP kann helfen, den Euro international sichtbarer zu machen, doch gegen die strukturelle Dominanz des Dollars wirkt selbst eine Zentralbankfazilität wie ein kleines Gegengewicht.
































