Versicherungen

ASCORE Analyse schließt den Ratingjahrgang 2025 mit dem Komposit-Unternehmens-Scoring ab

ASCORE Analyse hat heute das ASCORE Komposit-Unternehmens-Scoring veröffentlicht und somit den Ratingjahrgang 2025 abgeschlossen

Insgesamt sind acht neue Kompositversicherer bewertet worden, was die Anzahl aller bewerteten Versicherer auf 85 erhöht. 13 Gesellschaften erzielten dabei die Höchstbewertung von sechs Kompassen und positionierten sich an der Spitze.

Das ASCORE Komposit-Unternehmens-Scoring stützt sich auf ein relatives Bewertungsverfahren, bei dem jede Kennzahl im Verhältnis zum Markt analysiert wird. Hierfür werden jährlich alle ins Scoring einfließenden Kennzahlen überprüft und die Benchmarks der Marktentwicklung entsprechend aktualisiert, um eine faire Vergleichbarkeit sicherzustellen.

Die einzelnen Kennzahlen werden – wie bereits in den Vorjahren – bei positiver Entwicklung mit einem halben oder ganzen Punkt bewertet. Aus der erzielten Gesamtpunktzahl erfolgt anschließend die Zuordnung zu einer von sechs Wertungsklassen, die in Form der ASCORE Kompassen dargestellt werden. Auf eine direkte Gewichtung einzelner Kriterien verzichten die Analysten weiterhin bewusst, um die Neutralität des Verfahrens zu gewährleisten.

Bestehend aus den Bereichen „Erfahrung“, „Sicherheit“, „Erfolg“ und „Bestand“, umfasst die Bewertung 10 bewertungsrelevanten Kriterien. Zusätzlich fließen 9 nicht-bewertungsrelevante Kennzahlen in die Analyse ein. Um Schwankungen auszugleichen, werden hierbei die meisten Kennzahlen über die letzten drei Jahre gemittelt.

Anpassungen am Scoringverfahren

Zur besseren Vergleichbarkeit der Versicherer wurden die diesjährig bewerteten Gesellschaften den Klassen „Privat & Gewerbe“ und „Rechtsschutz“ zugeordnet. Hierbei umfasst die Klasse „Rechtsschutz“ diejenigen Versicherer, die ausschließlich die Rechtsschutzversicherung betreiben.

Die Unterscheidung der beiden Klassen erfolgt in der Bewertung der Erfolgskennzahlen zur Schaden- und Kostenquote sowie der Combined Ratio, indem die Ermittlung der Benchmarks für diese Kennzahlen sowie die Bewertung dieser Kennzahlen in Relation zur jeweiligen Benchmark nur für die Gesellschaften erfolgt, welche einer Klasse angehören.

Für die übrigen bewertungsrelevanten Kriterien werden – wie bereits im Vorjahr – alle Unternehmen anhand einer gemeinsamen Benchmark bewertet. Insgesamt wurden 11 Gesellschaften der Kategorie Rechtsschutz und 74 Gesellschaften der Kategorie „Privat & Gewerbe“ zugeordnet. Die aktuellen Ergebnisse sind somit mit den Vorjahresergebnissen nur bedingt vergleichbar.

Geschäftsjahr 2024 im Überblick

Obwohl das bilanzielle Eigenkapital im Geschäftsjahr 2024 nur leicht von 21,0 Mrd. auf 21,5 Mrd. Euro angestiegen ist, ging die Eigenkapitalquote um rund zwei Prozentpunkte von 39,3% auf 37,4% zurück. Ursache hierfür ist der Anstieg der verdienten Nettobeiträge um etwa 4,6 Mrd. Euro – von 55,8 Mrd. auf 60,4 Mrd. Euro.

Die aufsichtsrechtliche Solvenzquote verringerte sich ebenfalls leicht und lag 2024 bei 244,6% nach 245,3% im Vorjahr. Übergangsmaßnahmen wurden – wie bereits 2023 – von keinem Versicherer genutzt. Auch die Netto-Solvenzquote‑ (ohne Volatilitätsanpassungen) sank geringfügig auf 241,6% und damit um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Der Durchschnittswert aller bewerteten Gesellschaften stieg hingegen um etwa 2,1 Prozentpunkte auf 239,0%, dabei war bei etwas mehr als der Hälfte der Versicherer eine Verbesserung zu verzeichnen. Die Mindestanforderung von 100 % wurde wie im Vorjahr von allen Unternehmen deutlich überschritten.

Im Bereich „Erfolg“ zeigt sich eine uneinheitliche Entwicklung der Kennzahlen.

Die Brutto-Schadenaufwendungen der im Scoring berücksichtigten Gesellschaften stiegen 2024 von 51,0 Mrd. Euro auf 52,3 Mrd. Euro. Die Brutto-Schadenquote der Rechtsschutzversicherer blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert und erhöhte sich nur leicht von 58,4% auf 58,7%.

Bei den Unternehmen der Klasse „Privat&Gewerbe“ sank sie dagegen deutlich von 73,2% auf 69,2%, was vor allem auf den stärkeren Anstieg der verdienten Bruttobeiträge zurückzuführen ist (von 66,9 Mrd. Euro auf 72,3 Mrd. Euro bzw. um rund 8,1%). Die Brutto-Schadenaufwendungen legten dabei lediglich um etwa 2,6% zu.

Analog zu der Entwicklung der Schadenquote verringerte sich auch die kombinierte Schaden-Kosten-Quote netto (d.h. unter Berücksichtigung der Aufwendungen für Versicherungsfälle und -betrieb nach Abzug des Anteils der Rückversicherer) der Unternehmen der Klasse „Privat&Gewerbe“ von 101,9% auf 98,2%. Bei den Unternehmen der Klasse Rechtsschutz stieg sie hingegen leicht um 0,8-Prozentpunkte auf 94,5%.

Die versicherungstechnische Ergebnisquote der bewerteten Kompositversicherer lag 2024 mit 2,3% wieder im positiven Bereich, nachdem sie zuvor von 4% im Jahr 2022 auf -0,2% im Jahr 2023 zurückgegangen war.

Auch die Kapitalanlageergebnis-Quote stieg gegenüber dem Vorjahr leicht an: Nach 5,0% im Jahr 2023 erreichte das Kapitalanlageergebnis im Verhältnis zu den verdienten Prämien für eigene Rechnung im Geschäftsjahr 2024 einen Wert von 5,6%. Während im Vorjahr alle bewerteten Versicherer ein positives Kapitalanlageergebnis erzielten, lagen 2024 bei einigen Gesellschaften die Kapitalerträge aufgrund hoher Abschreibungen auf verbundene Unternehmen unter den Aufwendungen für Kapitalanlagen.

Bei den Bestandskennzahlen lässt sich der deutliche Anstieg der verdienten Bruttobeiträge durch das starke Beitragswachstum der Schaden- und Unfallsparte, welches laut den Angaben vom Gesamtverband der Versicherer (GDV) bei 7,8 % lag, erklären. Dieses Wachstum ist eine Folge der Inflationsentwicklung der Vorjahre.

Die Anzahl der mindestens einjährigen Verträge lag 2024 mit 271,5 Mio. nur wenig über dem Vorjahreswert von 268,1 Mio. Verträgen.

Die vollständigen Scoring-Ergebnisse aller analysierten Unternehmen sind hier abrufbar.

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