Versicherungen

Abschiedsgespräch: Pekarek über Wendepunkte und Zukunft

Zum Abschied spricht Wiltrud Pekarek mit „Mein Geld“ über prägende Wendepunkte, Haltung und die Zukunft des Gesundheitssystems

Frau Pekarek, nach über 40 Jahren in einer Branche, die Sie aktiv mitgeprägt haben: Was war rückblickend der mutigste oder vielleicht auch unbequemste strategische Schritt, den Sie gegangen sind – und würden Sie ihn heute wieder genauso gehen?

WILTRUD PEKAREK: Eine der prägendsten und mutigsten Phasen war für mich das Mitwirken an der strategischen Neuausrichtung der Geschäftspolitik der Hallesche in den Jahren 1989 und 1990. In diese Zeit fiel die Entwicklung unseres erfolgreichen Tarifs NK sowie die Ausrichtung der Risiko- und Leistungspolitik auf dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit. Damals war ich seit fünf Jahren bei der Hallesche und für die Produktentwicklung verantwortlich. Diese Entscheidungen tragen bis heute und haben die Hallesche nachhaltig geprägt. Ich würde sie wieder genauso treffen: So haben wir zum Beispiel mit unserem Tarif NK.select darauf aufgebaut.

Sie haben die PKV durch vielfältige Turbulenzen begleitet: Welche Entwicklung hat die Branche Ihrer Meinung nach am nachhaltigsten geprägt – und was macht die PKV aus?

WILTRUD PEKAREK: Tatsächlich habe ich in meiner langjährigen beruflichen Tätigkeit viele gesundheitspolitische Diskussionen und Reformen zur Weiterentwicklung des Gesundheitssystems erlebt, die die PKV mittelbar und unmittelbar tangiert haben. Die PKV war in allen Diskussionen immer wieder gefordert, ihren Wertbeitrag für ein qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem und dessen duale Finanzierung herauszuarbeiten. Mehr als einmal stand die Forderung zur Abschaffung der PKV im Raum. Und immer wieder musste die PKV ihre Wettbewerbsfähigkeit aufs Neue beweisen und sich weiterentwickeln. Ich sage immer wieder: Würde es die PKV nicht geben, müsste man sie erfinden. Die generationengerecht und nachhaltig finanzierte PKV sorgt für Wettbewerb und Qualität im Gesundheitswesen – und das für alle!

Sie sprechen oft von Sinnhaftigkeit und Unternehmenskultur als Konstanten Ihrer Karriere: Was würden Sie jungen Führungskräften heute raten, die vor der Entscheidung stehen, ob sie „bleiben und gestalten“ oder „weiterziehen“ sollen?

WILTRUD PEKAREK: Mein eigener Weg zeigt, dass man durch Bleiben und Gestalten viel bewegen und Sinn finden kann. Unternehmen entwickeln sich durch Menschen, die Verantwortung übernehmen, Themen vorantreiben und Veränderungen mit Freude anstoßen. Natürlich kann Neugier auch bedeuten, weiterzuziehen. Für mich war es richtig zu bleiben, denn auch ein Unternehmen verändert sich ständig und bietet neue Chancen – wenn man den Mut hat, Fragen zu stellen, Ideen einzubringen und gestalten will. Es gibt hier kein richtig oder falsch: „Go your own way!“

Vielen Dank für das Gespräch.

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