Sachwerte / Immobilien

Ölpreisschock belastet Deutschland

Eine kommentierende Analyse von Maximilian Wienke, Marktanalyst bei eToro

Die Inflation in Deutschland ist im März deutlich gestiegen. Im Jahresvergleich kletterte sie von 1,9 Prozent auf 2,7 Prozent, im Monatsvergleich stieg sie um 1,1 Prozent. Das kommt allerdings wenig überraschend, da der Konflikt im Nahen Osten die Ölpreise nach oben getrieben hat. Der Brent-Future ist seit Monatsbeginn um 47 Prozent gestiegen und notiert am Montagmittag bei über 107 US-Dollar. Solange die Straße von Hormus faktisch blockiert ist, bleibt das Angebot künstlich verknappt. Anleger müssen jetzt in Szenarien denken.

Im negativen Fall könnte eine anhaltende Blockade zu einer weiteren Eskalation führen. Der Konflikt würde sich ausweiten und wichtige Schifffahrtsrouten könnten über Monate gestört bleiben. Die Inflation in Deutschland hätte dann das Potenzial, über 3 Prozent zu steigen, während die Wirtschaft deutlich ausgebremst wird. Ein klassisches Stagflationsrisiko. Auch ein Ölpreis von 120 US-Dollar oder mehr wäre in diesem Umfeld keine Überraschung. 2022 lag er zeitweise bei rund 140 US-Dollar. Im positiven Fall sorgt eine schnelle Deeskalation für Entspannung, da diplomatische Lösungen greifen und die Handelswege gesichert werden. Der Preisschock dürfte dann nur von kurzer Dauer sein, die Inflation könnte sich im Jahresverlauf stabilisieren und die Wirtschaft wieder Luft holen.

Aktuell bleibt die Skepsis der Anleger jedoch hoch. Zwar laufen diplomatische Bemühungen, eine echte Entspannung ist bislang aber nicht in Sicht. Deutschland ist dabei besonders anfällig, da die Wirtschaft stark von Energieimporten abhängt und ein hoher Anteil der Industrie energieintensiv ist.

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