Wirtschaft

ifo: Private Investitionen fördern durch andere steuerliche Behandlung von Kapitalkosten

Private Investitionen hängen entscheidend von der Umsatz-Entwicklung eines Unternehmens und dessen Kapitalkosten ab.

Das ist das Ergebnis einer Studie des ifo Instituts für die Impuls-Stiftung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). “Steigender Umsatz weist einen deutlich positiven Effekt auf die Investitionen aus; dagegen beeinflussen steigende Kapitalkosten die Investitionstätigkeit erkennbar negativ“, sagt ifo-Projektleiter Niklas Potrafke. Vor allem bremsen Kapitalkosten die Erweiterungsinvestitionen. „Die bestehenden Steuerregeln sind aber leider nicht investitionsneutral. So sind Unternehmen benachteiligt, die Investitionen mit Eigenkapital finanzieren“, fügte Potrafke hinzu.

Dies sei vor allem für Firmen bedeutsam, deren Fremdfinanzierungsmöglichkeiten beschränkt seien, wie junge und innovative Unternehmen mit hohem Risiko. „Daher sollte eine steuerliche Abzugsfähigkeit von Zinsen auf frisches Eigenkapital eingeführt werden, was die dringend benötigten Investitionsanreize verbessert. Altes Eigenkapital in Unternehmen hingegen sollte nicht steuerlich begünstigt werden“, forderte Potrafke.

Die Ergebnisse der Studie bestätigten auch, dass Unternehmen in Zeiten guter Finanzierungslage mehr investieren, während sie bei schlechter Finanzierung zurückhaltender sind. Rationalisierungs- und Ersatzbeschaffungsinvestitionen sind eher nicht von den Kapitalkosten beeinflusst.

Die Grundlage der empirischen Untersuchung bildete ein neuer, am ifo Institut entwickelter Datensatz (EBDC Business Investment Panel), in dem die Umfragedaten des ifo Investitionstests mit Bilanzdaten deutscher Firmen aus den Datenbanken Amadeus und Hoppenstedt kombiniert wurden. Der Untersuchungszeitraum umfasste die Jahre 1994 bis 2012. Die Stichprobe beinhaltete über 2400 einzelne Beobachtungen bei rund 500 Unternehmen.

Investmentfonds

Augsburger Aktienbank und netbank künftig unter gemeinsamer Führung

Gegenseitige Vorstandserweiterung der beiden Banken mit Lothar Behrens, Joachim Maas und Peer Teske

Der im Frühjahr 2015 angekündigte Kauf der netbank AG durch die Augsburger Aktienbank AG (AAB) ist mittlerweile vollzogen, die Zustimmung der relevanten Behörden liegt vor. Die Transaktion ist somit abgeschlossen.

In einem ersten Schritt ist im Dezember eine Vorstandserweiterung in beiden Instituten durch den Aufsichtsrat beschlossen worden, die zum 01.01.2016 wirksam wurde. Peer Teske wird in den Vorstand der AAB berufen, umgekehrt wird der Vorstand der netbank künftig aus Lothar Behrens, Joachim Maas und Peer Teske bestehen. Vorsitzender des Aufsichtsrats beider Banken wird Jochen Herwig, Vorstandsvorsitzender der LVM Versicherung, sein.

Für 2016 ist eine intensive Kooperation der beiden Institute geplant, wobei zunächst geprüft wird, auf welche Weise Synergien gezielt genutzt werden können. Die netbank besitzt, neben einer ausgeprägten Onlinekompetenz, besondere Stärken im Giro- und Kartengeschäft sowie im Ratenkreditgeschäft für Privatkunden. Im Gegenzug wird die Augsburger Aktienbank ihre ausgewiesene Wertpapierexpertise auch den rund 140.000 netbank-Kunden zugänglich machen. Die Kunden beider Häuser werden zukünftig davon profitieren ihr Konto bzw. Depot bei einem Unternehmen mit größerem Angebotsspektrum zu führen.

Die Unternehmensgruppe wird rund 400.000 Kunden betreuen und über eine Bilanzsumme von mehr als 3 Mrd. EUR verfügen. In der AAB-Gruppe werden dann, inklusive der AAB Leasing GmbH, über 400 Mitarbeiter beschäftigt sein.

Die netbank wird weiter im beratungsfreien B2C-Geschäft agieren, die Augsburger Aktienbank wird sich wie bisher auf das beratungsintensive Geschäft über Partner konzentrieren.

Vorstand Lothar Behrens beschreibt die Motivation der AAB-Gruppe: „Wir sind überzeugt, dass die neue Größe und Struktur uns in dem herausfordernden, anspruchsvollen Marktumfeld mit niedrigen Margen für die weitere Zukunft deutlich stärkt“. „Wir gestalten den derzeitigen Konzentrationsprozess im Bankengewerbe aktiv mit.“, umschreibt Joachim Maas das Umfeld. Peer Teske ergänzt: „Bei beiden Banken gibt es kaum Überschneidungen, sie ergänzen sich hervorragend, so dass neben den Stärken beider Häuser auch beide Standorte bewusst erhalten werden sollen. Ich freue mich neue Impulse in Hamburg und Augsburg zu setzen!“

Investmentfonds

Erste Asset Management: Robert Senz übernimmt Leitung des Fixed-Income-Bereichs

Mit Februar 2016 übernimmt Robert Senz (51) die Leitung des Fixed-Income-Bereichs der Erste Asset Management (EAM)

  • EAM setzt auf Kontinuität des erfolgreich etablierten, aktiven Investmentansatzes
  • Anleihe-Investments sind mit rund 50 Prozent der verwalteten Gelder die wichtigste Anlageklasse (55,8 Mrd. Assets under Management per 31.12.2015)

Ab Februar 2016 neue Leitung für das Anleihen-Management

Robert Senz übernimmt ab Februar 2016 die Leitung des mehr als 20-köpfigen, länderübergreifenden Fixed-Income-Teams der Erste Asset Management. Er berichtet direkt an Gerold Permoser, Chief Investment Officer (CIO) der EAM. Der bisherige Leiter Alexander Fleischer geht auf eigenen Wunsch auf Bildungskarenz.

Robert Senz verfügt über mehr als 25 Jahre Fixed-Income-Erfahrung und bringt einen erfolgreichen Track-Record, unter anderem als Chief Investment Officer für Anleihen bei der Raiffeisen Capital Management, mit.

Kontinuität des erfolgreichen, aktiven Investmentansatzes

Gerold Permoser: „Mit Robert Senz setzen wir auf Kontinuität unseres erfolgreichen, aktiven Managementansatzes. Neben seiner langjährigen Erfahrung und vielen internationalen Auszeichnungen bringt er eine hohe Kundenorientierung mit. Damit werden wir unsere hohe Akzeptanz gegenüber unseren Kunden und Vertriebspartnern weiter festigen und ausbauen.“

„Ich freue mich sehr über diese Aufgabe. Ich bin überzeugt, dass ich gemeinsam mit dem Team der Erste Asset Management den erfolgreichen Weg fortsetzen werde“, sagt der neue Fixed-Income-Chef Robert Senz.

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Wirtschaft

Destatis: Deutsche Wirtschaft im Jahr 2015 weiter im Aufschwung

Die konjunkturelle Lage in Deutschland war im Jahr 2015 gekennzeichnet durch ein solides und stetiges Wirtschaftswachstum.

Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt 2015 um 1,7 % höher als im Vorjahr. Im vorangegangenen Jahr war das BIP in ähnlicher Größenordnung gewachsen (+ 1,6 %), 2013 lediglich um 0,3 %. Eine längerfristigere Betrachtung zeigt, dass das Wirtschaftswachstum im Jahr 2015 wieder über dem Durchschnittswert der letzten zehn Jahre von + 1,3 % lag. Kalenderbereinigt errechnet sich eine etwas niedrigere BIP-Wachstumsrate von + 1,5 %, da die Anzahl der verfügbaren Arbeitstage im Jahr 2015 höher war als im Vorjahr.

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts war der Konsum im Jahr 2015 wichtigster Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft: Die privaten Konsumausgaben waren preisbereinigt um 1,9 %, die Konsumausgaben des Staates sogar um 2,8 % höher als im Jahr zuvor. Auch die Investitionen legten zu: Im Inland investierten Unternehmen und Staat zusammen 3,6 % mehr in Ausrüstungen – das sind vor allem Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – als ein Jahr zuvor. Die preisbereinigten Bauinvestitionen erzielten ebenfalls ein leichtes Plus von 0,2 %. Der deutsche Außenhandel gewann im Jahr 2015 weiter an Dynamik: Die preisbereinigten Exporte von Waren und Dienstleistungen waren um 5,4 % höher als im Vorjahr. Die Importe legten in ähnlicher Größenordnung zu (+ 5,7 %), sodass der resultierende Außenbeitrag, also die Differenz zwischen Exporten und Importen, einen vergleichsweise geringen Beitrag zum BIP-Wachstum leistete (+ 0,2 Prozentpunkte).

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts trugen sowohl das Produzierende Gewerbe ohne Baugewerbe als auch die Dienstleistungsbereiche insgesamt zur wirtschaftlichen Belebung im Jahr 2015 bei. Das Produzierende Gewerbe, das ohne das Baugewerbe gut ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung erwirtschaftet, konnte spürbar um 2,2 % zulegen. Daneben entwickelten sich auch die Dienstleistungsbereiche überwiegend positiv. Lediglich die Finanz- und Versicherungsdienstleister lagen 2015 preisbereinigt mit – 1,0 % im Minus. Daneben kam es im Baugewerbe im Jahr 2015 – trotz überwiegend milder Witterung in den Wintermonaten – zu einem leichten Rückgang der wirtschaftlichen Leistung von – 0,2 %, nachdem es im Vorjahr einen kräftigen Anstieg gegeben hatte. Insgesamt stieg die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche im Jahr 2015 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 %.

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland wurde im Jahresdurchschnitt 2015 erstmals von mehr als 43 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Nach ersten vorläufigen Berechnungen waren im Jahr 2015 rund 329 000 Personen oder 0,8 % mehr erwerbstätig als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich der seit zehn Jahren anhaltende Aufwärtstrend fort. Die Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde, war 2015 um 0,5 % höher als im Vorjahr. Je Erwerbstätigen ist die Arbeitsproduktivität etwas stärker gestiegen (+ 0,9 %).

Die Staatshaushalte waren im Jahr 2015 weiter auf Konsolidierungskurs: Der Staatssektor – dazu gehören Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen -beendete das Jahr nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsüberschuss in Höhe von 16,4 Milliarden Euro. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen errechnet sich für den Staat im Jahr 2015 eine Überschussquote von + 0,5 %. Damit kann der Staat den neuesten Berechnungen zufolge das zweite Jahr in Folge mit einem Überschuss abschließen.

Investmentfonds

„China dürfte die Pessimisten überraschen“

Ein Traumstart sieht anders aus: Das neue Jahr begann mit einem Mini-Crash.

Der Grund für die Kursstürze an den Börsen weltweit lag erneut in China, wo die Veröffentlichung schwacher Industriedaten den Aktienmarkt in Shanghai einbrechen ließ. Der DAX verlor einen Großteil seiner Vorjahresgewinne, und auch in New York war die Stimmung unter den Anlegern gedrückt. Steven Bell, Chef-Ökonom bei BMO Global Asset Management, beeindruckt das nicht. „Trotz eines schlechten Auftakts dürfte China die Pessimisten 2016 überraschen“, sagt er. Im Interview erläutert Bell seine Sicht auf die Entwicklung der Finanzmärkte 2016.

Herr Bell, was stimmt Sie hinsichtlich China so optimistisch?

Steven Bell: Sowohl die Einzelhandelsumsätze als auch die Sachanlageninvestitionen in China haben sich deutlich von der ausgeprägten Schwächephase Mitte des Jahres 2015 erholt. Diese Entwicklung spiegelt die umfassenden geldpolitischen Anreize wider, deren Auswirkungen 2016 noch deutlicher spürbar sein werden als bisher. Keine Frage, China steht vor bedeutenden wirtschaftlichen Herausforderungen: Die Trendwachstumsrate ist zurückgegangen, die Ein-Kind-Politik hat zu einer erheblichen Alterung der Beschäftigten geführt, und es kam zu einem beunruhigenden Zuwachs der Kredite, von denen der Großteil in verlustbringende staatliche Unternehmen sowie in eine exzessive Immobilienentwicklung in Sekundär- und Tertiärstädten geflossen ist. Diese Probleme sind jedoch hinlänglich bekannt. Und da die meisten Prognosen pessimistisch ausfallen, rechnen wir damit, dass Chinas Konjunkturdaten in 2016 viele Marktbeobachter positiv überraschen werden.

Und wenn Sie auf den Rest der Welt schauen?

Bell: Einkaufsmanagerindizes sind die besten Echtzeit-Konjunkturindikatoren, und die weisen darauf hin, dass die Weltwirtschaft langsam an Fahrt gewinnt. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sorgt für erhebliche Impulse in Europa. Die Zeit des fiskalpolitischen Sparkurses ist vorüber, und die negativen Auswirkungen der Krise in der Eurozone schwächen sich ab. Die US-Wirtschaft dürfte nach wie vor langsam, aber stetig wachsen: Die Lage der Verbraucher in den USA ist gut, die Fiskalpolitik ist expansiv, und der Wohnungsmarkt gewinnt an Fahrt. Die Zinserhöhung der Fed und die Stärke des US-Dollar sorgen zwar für Gegenwind, die zugrunde liegenden Fundamentaldaten in den USA bleiben jedoch weiterhin positiv. Die Schwellenmärkte außerhalb Chinas stehen weiterhin vor Herausforderungen. Allerdings weist die Arithmetik darauf hin, dass das weltweite BIP im Jahr 2016 um fast 3 Prozent wachsen wird.

Die Schwächephasen im verarbeitenden Gewerbe beunruhigen Sie nicht?

Bell: Eine solch breite Kluft zwischen dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor ist außerhalb von Rezessionsphasen in der Tat überaus selten zu beobachten. Auch wir sind zugegebenermaßen von diesem Phänomen verblüfft. Jedoch sind wir der Ansicht, dass die Erklärung hierfür in China zu finden ist, denn hier führte die Kombination aus einer deutlichen Wachstumsverlangsamung und einem Anstieg in der Wertschöpfungskette zu einer Verlagerung der Produktion ins Ausland.

Im vergangenen Jahr um diese Zeit begann die Talfahrt der Rohstoffpreise. Was erwartet hier die Anleger dieses Jahr?

Bell: Ein ordentliches globales Wachstum, ein Aufschwung im verarbeitenden Gewerbe und niedrige Preise werden die Nachfrage nach Rohstoffen erheblich steigern. Wenn sich das Angebot schließlich langsam verringert, werden die Rohstoffpreise deutlich anziehen. Insbesondere Eisenerz wirkt überverkauft, Öl ist derzeit jedoch so entscheidend wie alle anderen Rohstoffe zusammengenommen, und auch hier steigt die Nachfrage, während nun ein Rückgang des Angebots einsetzt. Ein Problem ist es jedoch, dass die Ölvorratsbestände überaus hoch sind und die Preise vor einer Erholung zunächst noch einmal weiter fallen könnten. Nichtsdestotrotz gehen wir davon aus, dass der Ölpreis in einem Jahr bei rund 60 US-Dollar pro Barrel liegen wird.

Profitieren die Aktienmärkte von dieser Entwicklung?

Bell: Seit Anfang 2013 eilen die Aktienkurse den Gewinnen voraus. Dies schien sinnvoll, da zahlreiche Krisen zunehmend in den Hintergrund rückten, während die Geldpolitik in Europa und Japan gelockert und in den USA an der expansiven Politik festgehalten wurde. Allerdings ist eine weitere Aufwertung unwahrscheinlich. Die Bruttogewinne in den USA haben ihren Höhepunkt schon überschritten. Das spiegelt zwar zum Teil die Stärke des Dollars wider, ist jedoch in dieser Phase des Zyklus, in der die Gehälter tendenziell steigen und die Unternehmen Investitionen für eine Kapazitätsausweitung tätigen müssen, auch üblich. Im Gegensatz dazu ist der Zyklus in Europa noch nicht so weit fortgeschritten und die Währung bringt positive Auswirkungen mit sich. Am japanischen Arbeitsmarkt herrscht eine geringe Überkapazität, wobei jedoch der stärkere Fokus auf dem Shareholder-Value einen bedeutenden Pluspunkt darstellt. Japan zählte zu den wenigen Märkten, die im Jahr 2015 mit ihren Gewinnen positiv überraschen konnten – ein Trend, der sich unserer Ansicht nach fortsetzen wird.

Kommen wir zurück zu China: Bieten sich hier Chancen für Anleger nach dem Crash?

Bell: Trotz des schlechten Jahresauftakts könnten die H-Aktienmärkte Chinas im Jahr 2016 die besten Ergebnisse erzielen. Wir haben bereits auf den Konjunkturaufschwung hingewiesen. Die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass sich dieser Aufschwung durch Gewinne im Industriesektor niederschlägt. Diese konnten Ende 2015 gegenüber dem Vergleichszeitraum einen massiven Zuwachs verzeichnen. Ausländische Verkäufe führten zu einer Untergewichtung und der Offshore-H-Aktienmarkt weist gegenüber dem Festland-Markt einen kräftigen Abschlag auf. Der Markt leidet derzeit zwar unter der Schwächephase der chinesischen Währung, aber so wurden auch Kaufgelegenheiten geschaffen. Dies ist sicherlich kein Markt für zaghafte Anleger, denn er ist geprägt von Risiken und hoher Volatilität. Allerdings handelt es sich hierbei um den einzigen Markt, der realistische Aussichten auf eine Rendite von rund 20 Prozent bietet. Gewinne sollten jedoch mitgenommen werden: Wir rechnen nicht mit einer langfristigen Hausse für China.

Investmentfonds

Anleger lassen sich von sinkendem DAX nicht beeindrucken

Anleger ließen sich im Dezember nicht von der Talfahrt des DAX entmutigen.

Obwohl der Leitindex im vergangenen Monat mehr als fünf Prozent verlor, handelten Investoren vergleichsweise offensiv. Dies zeigt die aktuelle Auswertung des UBS Investor Sentiment Index. Er misst, wie risikobereit Käufer von UBS Discount-Zertifikaten auf den DAX agieren. Im Dezember lag der durchschnittliche Cap der gewählten Discounter 5,28 Prozent unter dem jeweils aktuellen DAX-Stand – im Vormonat waren es 11,96 Prozent gewesen. Die Investoren agierten damit im Dezember offensiver als im Durchschnitt der vergangenen zwölf Monate.

Der UBS Investor Sentiment Index misst die Höhe der Caps, die Anleger beim Kauf von UBS Discount- Zertifikaten auf den DAX gewählt haben, und vergleicht diese Werte mit dem jeweiligen Stand des deutschen Aktienindex. Erreicht der DAX am Laufzeitende den Cap oder liegt sogar darüber, erzielen die Inhaber der Discount-Zertifikate die maximal mögliche Rendite. Liegt der Cap weit unterhalb des DAX, zeigt dies, dass Anleger größere Kursrückgänge erwarten. Die Höhe des gewählten Caps ist daher ein Indikator für den Optimismus beziehungsweise Pessimismus der Anleger. Der UBS Investor Sentiment Index spiegelt also die Risikobereitschaft der Anleger wider.

Besonders ins Auge fällt bei der jüngsten Auswertung, dass der Cap an den ersten drei Dezembertagen deutlich unterhalb des DAX-Niveaus lag (1. Dezember: 14,9 Prozent, 2. Dezember 14,4 Prozent, 3. Dezember: 12,5 Prozent). Während der Index bis Monatsmitte deutlich nach unten rutschte, passten die Anleger die gewählten Caps nicht im gleichen Maße an und agierten damit mutiger. Zur Monatsmitte notierte der Cap im Schnitt sogar nur 3,91 Prozent unter dem aktuellen DAX-Wert. Zum Vergleich: Der rollierende Zwölfmonats-Mittelwert liegt aktuell bei 10,93 Prozent.

„Möglicherweise haben einige Anleger die Kurskorrekturen zum Einstieg genutzt“, sagt Steffen Kapraun, Zertifikate-Experte bei UBS. Besonders antizyklisch orientierte Börsianer handelten erfahrungsgemäß nach Rücksetzern eher bullish. „Es wird interessant sein zu sehen, ob sich dies auch in den gegenwärtigen Börsenturbulenzen wieder bewahrheitet“, ergänzt Kapraun.

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