Opinion Leader

Thomas Heß

Marketingchef und Organisationsdirektor der WWK Versicherung

"Wie beurteilen Sie die Reform der privaten Altersvorsorge und welche Chancen sehen Sie darin für Ihr Unternehmen?"

Die WWK steht seit Beginn der geförderten privaten Altersvorsorge im Jahr 2002 als verlässlicher Anbieter an der Seite von Kunden und Vermittlern. Wir stimmen nicht ein in den medialen Abgesang auf die Riester-Rente: Knapp 15 Mio. Verträge belegen eine beachtliche Verbreitung. Unsere Bestandsverträge zeigen zudem, dass auch bisher attraktive Renditen bei voller Beitragsgarantie mittels iCPPI-Motor erzielbar waren. Davon profitieren unsere Kunden bis heute und werden dies auch künftig tun.

Die geplante Reform bewerten wir grundsätzlich positiv. Die Flexibilisierung der Garantievorgaben eröffnet Raum für noch stärkeres Fondsinvestment. Auch die neue Auszahlphase bringt mehr Wahlfreiheit, allerdings mit der Konsequenz, dass das angesparte Kapital vor dem eigenen Ableben aufgebraucht sein kann. Positiv bewerten wir zudem die vereinfachte Fördersystematik sowie die Einbeziehung der Selbständigen.

Kritisch sehen wir hingegen den Vorschlag eines staatlich organisierten Standardprodukts. Wenn der Staat zugleich Regulierer und Anbieter ist, entsteht ein ordnungspolitisch fragwürdiger Zielkonflikt. Ein funktionierender Markt braucht faire Rahmenbedingungen und echten Wettbewerb.

Das verpflichtende Standarddepot mit einem Kostendeckel von 1,0% verdeutlicht zudem den starken Fokus auf Kosten. Das wird der komplexen Materie Altersvorsorge nicht gerecht. Entscheidender sind ertragsstarke, flexible Anlagemöglichkeiten und eine kompetente Beratung, die eine angemessene Vergütung rechtfertigt. Die zentrale Herausforderung wird sein, neue Förderprodukte auch für Vermittler attraktiv zu gestalten.

Ab 2027 werden wir als WWK mit Premium-Angeboten am Markt sein, die unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden, mit und ohne Garantiekomponenten, lebenslangen Rentenversprechen sowie mit einer breiten Auswahl chancenreicher Investments.

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