Nachhaltigkeit

Erster CO2-neutraler Nachhaltigkeitsfonds mit marktunabhängiger Ausschüttungsstrategie

Bis zu 7 Prozent pro Jahr

Seit November 2017 gibt es mit dem FELS Top 35+ Aktien Europa den ersten Fonds, der ein innovatives Nachhaltigkeitskonzept mit einer aktienmarktunabhängigen Ausschüttung von bis zu 7 Prozent p.a. kombiniert. „Mein Geld“ sprach mit dem Ideengeber des Fonds Jens Labusch über seine Beweggründe für dieses Fondskonzept, welches er zusammen mit der renommierten Vermögensverwaltung SPSW Capital aus Hamburg an den Markt gebracht hat.

Herr Labusch, Sie sind seit fast 20 Jahren in der Finanzbranche und davon die meiste Zeit bei Deutschlands größter Fondsgesellschaft DWS Investments in verschiedenen Führungspositionen gewesen. Dort hatten Sie erfolgreich neue Fonds aufgelegt und mehrere Milliarden verwaltet. Wie kamen Sie auf die Idee, nun mit einer Boutique ganz von vorne anzufangen?

Jens Labusch: Da muss ich etwas weiter ausholen. Ich glaube daran, dass Nachhaltigkeit ein wichtiger Faktor für langfristigen Erfolg ist. Auf der einen Seite in Form von fairen und langfristig angelegten Geschäftsbeziehungen und auf der anderen Seite am Kapitalmarkt. Denn Rendite und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch. Ich bin überzeugt, dass sich nachhaltige Investments mittel- und langfristig ökonomisch auszahlen. Schauen Sie, wie sich der Zeitgeist in den letzten 10 Jahren verändert hat. Die Bürger interessieren sich für Bioprodukte im Supermarkt, Ökostrom statt Atomstrom oder Autos mit Elektromotor. Viele Branchen haben sich sehr gewandelt oder sind mitten im Wandel. Ich habe das Gefühl, dass dieser Wandel trotz der Finanzkrise nicht bei allen etablierten Finanzanbietern am Markt angekommen ist. Auch bei den Anlegern steckt dieser Trend hin zu einer fairen und nachhaltigen Geldanlage noch in den Kinderschuhen. Daher glaube ich, dass es einfacher ist, mit einem kleinen und flexiblen Unternehmen auf die geänderten Bedürfnisse der Anleger einzugehen und ein Konzept umzusetzen, mit dem wir gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, um einen Beitrag für eine fairere und bessere Welt zu leisten.

Was für einen Trend bei der Geldanlage meinen Sie genau?

Jens Labusch: Ich würde ihn in zwei Bereiche unterteilen. Auf der einen Seite wollen die Anleger heutzutage wissen, wie die Rendite erwirtschaftet wird, ob beispielsweise die Firmen in Kinderarbeit oder Waffengeschäfte verwickelt sind oder sie die Umwelt unnötig belasten. Auf der anderen Seite möchten die Anleger auch auf der Kostenseite fair behandelt und informiert werden, was sie wann und wofür bezahlen.

Wie setzen Sie das bei FELS konkret um?

Jens Labusch: Der Fonds folgt vier bestimmten Werten. FELS steht für Fair, Effizient, Langfristig und Sozial.
Konkret heißt das, dass der Fonds eine faire Kostenstruktur hat. Es wird auf den branchenüblichen Ausgabeaufschlag verzichtet und mit steigendem Fondsvolumen wird für alle Anleger die Verwaltungsgebühr auf 0,70 Prozent halbiert. Langfristig bedeutet, dass alle Unternehmen, in die der Fonds investiert, strikte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen müssen. Jeden Monat veröffentlichen wir auf unserer Internetseite www.fels.investments alle 35 Aktien des Fonds, damit die Anleger genau wissen, in welche Werte investiert wurde.

Viele Fonds haben Nachhaltigkeitskriterien; wie unterscheiden sich Ihre Kriterien denn konkret im Vergleich zu anderen Fonds?

Jens Labusch: Unser innovatives Konzept hebt sich deutlich von den meisten Fonds ab. Oft werden Aktien von Gesellschaften als nachhaltig eingestuft, wenn diese weniger als zum Beispiel 5 Prozent Umsatz mit Waffen oder anderen „Ausschlusskriterien“ erzielen. Das ist bei FELS anders. Hier gibt es ein dreistufiges Nachhaltigkeitskonzept. In der ersten Stufe werden konsequent alle Produzenten von kontroversen Waffen, schwerem Kriegsgerät wie auch Atomkraftwerksbetreiber ausgeschlossen. Schon bei einem Euro Umsatz werden diese Werte nicht gekauft. Außerdem müssen die Unternehmen, in die wir investieren, die zehn Regeln zur nachhaltigen Unternehmensführung des UN Global Compact einhalten. Im zweiten Schritt wird, neben der relativen Bewertung der Unternehmen anhand der ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung), auch der Anteil der Unternehmensumsätze zu den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDG) betrachtet. Hier muss das Fondsportfolio durchschnittlich einen höheren positiven Umsatzbeitrag als ein Investment in den Stoxx 50 leisten. Im dritten Schritt wird der CO2-Ausstoß im Vergleich zu einem Stoxx 50 Investment angeschaut. Die Aktiengesellschaften im FELS Top35+Aktien Europa müssen in Summe deutlich weniger CO2-Ausstoß vorweisen können. Aktuell hat das Portfolio 80 Prozent weniger CO2-Ausstoß als der Stoxx 50. Ich möchte in diesem Zusammenhang noch ergänzen, dass ein Investment in den FELS Top 35+ Aktien Europa CO2-neutral ist. Auf Firmenkosten werden CO2-Zertifikate erworben, um den CO2-Fußabdruck der Investments vollständig auszugleichen. Soweit ich weiß, macht das bisher keine Fondsgesellschaft.

Bei den Investments legen Sie harte Kriterien an, aber wie sieht es bei Ihrem eigenen Unternehmen aus?

Jens Labusch: Selbstverständlich gelten die Regeln, die wir bei der Aktienauswahl anlegen, auch für unser Unternehmen. Unsere Firma weist direkt seit Gründung einen CO2-neutralen Geschäftsbetrieb aus, indem wir unseren CO2-Fußabdruck mit Goldstandard CO2 Zertifikaten ausgleichen.
Bei jedem Investment steht die Rendite im Vordergrund. Bei einem so großen Fokus auf Nachhaltigkeit stellt sich die Frage, ob die Rendite darunter leidet?

Jens Labusch: Das ist ein bekanntes Vorurteil und ich kann die Frage mit einem ganz klaren „Nein“ beantworten. Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen Rendite und nachhaltig geführten Unternehmen, in die der FELS Top 35+ Aktien Europa investiert ist. Aktien von nachhaltig geführten Unternehmen haben in den letzten 5 Jahren 17 Prozent mehr Rendite als ein Investment, beispielsweise in den bekanntesten europäischen Aktienindex, dem Euro Stoxx 50 erzielt. Wenn ein Unternehmen seine Mitarbeiter gut behandelt, nicht in Skandale verwickelt ist und der Umwelt keine unnötigen Schäden zufügt, dann verringert sich auch das Risiko von Streiks, Klagen, Schadenersatzzahlungen etc. Nachhaltigkeit ist eine Art Risikopuffer. Dass unser neues Konzept funktioniert, hat der turbulente Aktienmonat Februar gezeigt. Während der Stoxx 50 -5,01 Prozent verlor, entwickelte sich der FELS Top 35+ Aktien Europa mit -1,14 Prozent durch seinen Investmentansatz deutlich besser und das bei nur der Hälfte des Risikos, gemessen an der Volatilität des Stoxx 50 Index.

Sie haben neben der Aktienmarktrendite ein ambitioniertes Ausschüttungsziel von 4–7 Prozent pro Jahr genannt. Wie soll das im aktuellen Marktumfeld erzielt werden und bedeutet es, dass Sie aus Substanz ausschütten?

Jens Labusch: Ja, das ist ambitioniert, aber sehr realistisch. Ich selbst habe das schon früher mit meinen DWS Fonds geschafft, damals haben wir 6-7 Prozent ausgeschüttet und das jedes Jahr. Der FELS Top35+Aktien Europa erzielt ungefähr ein Drittel der ausschüttbaren Einnahmen aus Dividenden und zwei Drittel aus Optionsprämien. Diese Erträge und eines Tages auch wieder Zinsen, sollen ohne Substanzverlust ausgeschüttet werden.

Da FELS ja auch für Sozial steht, nehme ich an, es gibt noch eine weitere Besonderheit im Fonds?

Jens Labusch: Das stimmt. Ein großer Teil der erfolgsabhängigen Vergütung wird an soziale Projekte gespendet. Bei den Spenden darf jeder Anleger Vorschläge unterbreiten und am Ende wird mit den Anlegern gemeinsam abgestimmt, welche nachhaltigen und gemeinnützigen Projekte unterstützt werden.

Welche Anleger möchten Sie mit dem Fondskonzept ansprechen?

Jens Labusch: Das Einzigartige an dem Fonds ist, dass die Ausschüttung unabhängig von der Entwicklung am Aktienmarkt jedes Jahr gezahlt wird. Die Ausschüttung erfolgt ausschließlich aus Dividenden, Zinsen und Prämieneinnahmen, somit ist dieses Fondskonzept sicherlich besonders für Stiftungen interessant. Ich könnte mir vorstellen, dass es für Privatanleger durch die hohe Ausschüttung und dem reduzierten Aktienmarktrisiko auch eine Alternative zu Anleihen bietet.

Vielen Dank für das Gespräch.

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