Seit Jahren ist Turkish Airlines unsere bevorzugte Airline, wenn es Richtung Indischer Ozean und Südostasien geht. Nach zuletzt den Malediven ging es dieses Mal auf die Trauminsel Mauritius. Da wir immer von Berlin aus fliegen, fallen Direktflüge nicht nur Richtung Asien generell flach. Da sind die Verbindungen über Istanbul – das funktioniert nicht nur von Berlin, sondern beispielsweise auch bestens von Frankfurt, Wien, München oder Luxemburg aus – immer wieder eindeutig unsere bevorzugte Wahl.
Los geht es in Berlin in der Regel abends – in unserem Fall Abflug um 19.20 Uhr – mit Ankunft auf Mauritius, den Malediven oder auch Kuala Lumpur am nächsten Tag. Durch die zweistündige Zeitverschiebung zur Türkei steigt man allerdings mitten in der Nacht um. Dank der komfortablen Business Lounge am Flughafen Istanbul mit einem hervorragenden kulinarischen Angebot, Live-Cooking-Stationen, mit Duschen, Schlafräumen und vielem mehr ist dies jedoch zu verschmerzen. Zumal Turkish Airlines nicht nur die meisten internationalen Ziele weltweit anfliegt, sondern häufig die günstigsten Business-Class-Tarife anbietet, beispielsweise auch auf die Malediven und nach Sansibar.
Den ersten Glanzpunkt setzt schon der Flug von Berlin nach Istanbul. Obwohl nur zwei Stunden zwanzig Minuten lang, setzt Turkish Airlines auf eine „echte“ Business Class, konfiguriert wie auf der Langstrecke und nicht auf die „wir-lassen-mal-den-Mittelplatz-frei“-Sparvariante. Entsprechend entspannt verging bei einem guten Abendessen und ein, zwei Gläsern Champagner der kurze Flug.
Vor dem Weiterflug nachts um zwei Uhr bleiben zwei Stunden für den Besuch der Business Lounge. Die rund neun Stunden Flug nach Mauritius vergehen, wörtlich und bildlich „wie im Flug“ – bequem schlafend, sodass die Ankunft im Tropenparadies fast schon als tiefenentspannt beschrieben werden kann. Zumal wir praktisch pünktlich auf die Minute auf dem Flughafen von Port Louis landeten. Selbst die Einreiseformalitäten waren schnell und unkompliziert erledigt.
MARADIVA VILLAS RESORT & SPA
Dank der perfekten Organisation unseres ersten Hotels, der Maradiva Villas in Flic an Flac an der Westküste, wartete unser Fahrer bereits – es gibt auch einen Rolls-Royce-Service – und schnappte sich alte wie neuen Koffer. 45 Minuten später der Check In mit Welcome Drinks in der traumhaften Anlage am Indischen Ozean, die Mitglied bei The Leading Hotels of the World ist, so beginnen unvergessliche Reisen.
Wir waren bereits vor mehr als zehn Jahren in den Maradiva Villas. Damals war uns vor allem das Ayurveda-Ritual in Erinnerung geblieben. Vor etwa drei Jahren ist das Resort mit seinen gut 60 Villen komplett renoviert worden und präsentiert sich seitdem heller, freundlicher und noch luxuriöser.
Es muss auch nicht unbedingt eine der direkt am Strand gelegenen Beach Villen sein. Uns haben die etwas zurückgesetzten Gartenvillen mit eigenem Pool ausgesprochen gut gefallen. Sie sind geräumig, ausgesprochen wohnlich mit lokalen Akzenten eingerichtet und bieten mit dem zusätzlichen möblierten Outdoor-Bereich sehr viel Privatsphäre. Auch der besonders aufmerksame Turn-Down-Service sorgt dafür, dass man sich wohlfühlt.
Die Wege in dem herrlich tropisch bewachsenen Resort sind kurz. Es sind jeweils nur wenige Schritte zum hellen feinsandigen Strand, zum Pool, zur Zigarren-Lounge mit 1400 Zigarren-Sorten, zu den verschiedenen Restaurants und Bars oder zum bestens aufgestellten Spa, das weiterhin Ayurveda- Anwendungen wie etwa Massagen anbietet.
Apropos Restaurants. Das vorzügliche Frühstück wird im Hauptrestaurant Cassine serviert, einem lichtdurchfluteten Ort inmitten von üppigem tropischen Grün und mit Blick auf das blaue Meer. Abends kann man etwa im Cilantro indisches Fine Dining genießen. Oder man reserviert im japanischen Restaurant Haiku Plätze am großen Teppanyaki-Grill, bestaunt bei auf den Punkt gegarten Fisch und gegartes Fleisch die Kochshow des Küchenteams. Im Haiku finden auch die Kochkurse über mauritische Küche, die afrikanisch, kreolisch und europäisch beeinflusst ist, statt. Zubereitet wird etwa ein Palmherzensalat mit geräuchertem Marlin, ein Hühnchen-Curry Mauritius Style und eine Ananas-Desert-Variation.
Unser Favorit für Lunch und Dinner ist jedoch der Beach House Grill mit frischem Seafood und zartem Steaks vom Holzkohlengrill. Dabei sitzt man an weit auseinander stehenden Tischen bei romantischem Fackellicht direkt auf dem 750 Meter langen Sandstrand mit den Füßen im Sand und wird abends zusätzlich von einer ausgezeichneten und äußerst sympathischen Band unterhalten.
Unterhaltung, Cafés und Geschäfte findet man auch im nahe gelegenen Flic en Flac, Der lebhafte Küstenort ist das touristische Zentrum an der klimatisch ruhigeren Westküste. Trotz seiner Beliebtheit spürt man dort weiterhin den wahren Esprit von Mauritius, was uns jedes Mal wieder begeistert.
PARADISE COVE
Eigentlich sollte es vom Maradiva weiter die Westküste runter nach Süden ins Heritage Awali gehen, aber Reisepläne ändern sich zuweilen und so ging es zunächst nach Norden. Das Herumreisen ist auf Mauritius unkompliziert, die Entfernungen sind nicht besonders groß und die Kosten etwa für Taxis überschaubar. Die Fahrt zum Paradise Cove in einer traumhaften Bucht an der Nordküste dauerte so nur rund 80 Minuten, die man bestens auch als Sightseeingtour genießen kann. Laut unserem einheimischen Fahrers soll es an der Nordküste die schönsten Strände der Insel geben und wir glauben ihm.
An einem solchen Strand, versteckt in einer lauschigen Badebucht, liegt das Boutique- Hotel Paradise Cove. Das Adults Only Hideaway mit nur 75 Deluxe Rooms, Junior und großzügigen Senior Suiten – letztere sind unsere Empfehlung – ist Mitglied bei Small Luxury Hotels of the World. Das Fünf-Sterne-Haus vereint diskreten Luxus, Service mit mauritischer Herzlichkeit und ausgezeichnete Kulinarik zu einem Erlebnis, das ganz auf Zweisamkeit, Ruhe und Genuss ausgerichtet ist. Großzügige Infinity-Pools, versteckte „Love Nests“ als private Rückzugsorte, elegante Lounges und ein spektakulärer Panoramablick über die Lagune von Anse la Raie machen das Paradise Cove zu einem attraktiven Rückzugsort nicht nur für Honeymooner. Zumal sich das Resort auch kulinarisch bestens aufgestellt zeigt. So hat man im The Cove etwa die Qual der Wahl zwischen einem veganen Fine-Diningund einem exklusiven Hummer-Menü. „Dine around Experience“ nennt man hier die Reise durch die vier Restaurants, Dazu zählen noch das mauritisch inspirierte The Dining Room, das XO mit japanischer Küche und das mediterrane Peninsula, unsere bevorzugte Lunch-Option. Abends zudem mit tollem Sonnenuntergangsblick. Auf dem Teller waren etwa die Spaghetti Carbonara absolut überzeugend. Auch zum Aperitif an der benachbarten Bar ist der Sonnenuntergang fantastisch.
Wäre da noch der perfekte Sonnenuntergang. Eine Sunset Cruise zu zweit mit einem Katamaran auf dem Indischen Ozean ist ein absolutes Muss nicht nur für Romantiker. Eine aufmerksame Crew, romantische Musik, schmackhafte Häppchen und prickelnder Champagner machen den Trip im warmen Abendlicht zu einem Genuss. Die Tour endet nach Einbruch der Dunkelheit an einem der Nordküsten-Traumstrände, die man auch tagsüber einmal besuchen sollte; zurück zum Hotel geht es mit dem Taxi.
HERITAGE AWALI GOLF & SPA
Das Taxi bringt uns günstig zu unserer nächsten Station, dem Heritage Awali ganz im Südwesten der Insel. Die Fahrt führt durch das Inselinnere durch eine grüne Hügellandschaft. Neben Stränden, Golf und Honeymoon wirbt Mauritius in jüngster Zeit auch mit Naturerlebnissen und Wandertouren.
Das weitläufige Heritage Awali und sein benachbartes Schwester-Resort Heritage Telfair bieten eine Kombination aus all diesem. Hier fühlen sich neben Paaren vor allem auch Golfer und Familien wohl. Die beiden mehrfach ausgezeichneten Championchip- Golfplätze gehören zum Besten, was passionierten Golfern im Indischen
Ozean geboten werden kann.
Zu Heritage, eine der großen mauritischen Hotel-Companies mit mehreren Resorts, gehört auch eine in der Nähe gelegene Farm, auf der etwa Kaffee, Kakao, Vanille, Bananen und Ananas angebaut werden und die einen kleinen Ausflug inklusive Kaffee-Verkostung lohnt. Ebenso wie der nahe gelegene Nationalpark mit seiner abwechslungsreichen Landschaft, durch den eine 4WD-Safari, bei der man interessante Einblicke in die Inselflora erhält, angeboten wird.
Kulinarisch ist das afrikanisch inspirierte Resort breit aufgestellt. Es rühmt sich, das beste All-Inclusive-Angebot in der Fünf- Sterne-Inselhotellerie zu offerieren. So gibt es neben dem Hauptrestaurant Savana mit wechselnden Büffets einige weitere kulinarische Optionen. So kann man etwa im C Beach Club ein vorzügliches A-la-carte- Frühstück genießen und nicht nur Golfer lunchen gerne stilvoll im Le Chåteau oder im La Réserve auf dem Golfplatz. Familien mögen besonders das abendliche afrikanische Show-Barbecue im Le Boma. Wir sind mittags wie abends sehr gerne ins Infinity Blue gegangen. Man sitzt sehr schön direkt am Wasser, das Essen ist wirklich gut, die Weine mehr als anständig, der Service locker und aufmerksam und die Atmosphäre angenehm entspannt.
Unser Domizil: ein Deluxe Beachfront Room, hell, freundlich, komfortabel und mit direktem Meerblick. Wer mehr Platz möchte, quartiert sich in einer Senuor Suite ein. Wer keinen Wert auf Golf legt und auch mit einem gehobenen Vier-Sterne-All-Inclusive- Standard zufrieden ist, der ist im zum selben Unternehmen gehörenden Veranda Paul & Virginie bestens aufgehoben.
Unsere Reise führt uns nach dem Heritage Awali weiter an die etwas rauere Ostküste, davon mehr in der Herbst-Ausgabe von „Mein Geld“.
UWE LEHMANN
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