Überraschenderweise reagierte die türkische Börse kaum, und auch die türkische Lira verlor gegenüber dem US-Dollar nur wenig an Wert. Dies zeigt, wie sehr schlechte Nachrichten bereits eingepreist sind und dass sich die Anleger defensiv aufgestellt haben.
Bildung einer Regierungskoalition ist Chance für den Wandel in der Türkei
Der öffentliche Erwartungsdruck zur Bildung einer Regierungskoalition ist bei den bevorstehenden Wahlen viel höher als bei denjenigen im Juni. Je nach Ausgang der Wahlen sind die Auswirkungen für die türkische Wirtschaft und den Aktienmarkt unterschiedlich: Sollte die AKP ausreichend Stimmen erhalten um eine Einparteien-Regierung bilden zu können, ist eine Erholungsphase wahrscheinlich. Es besteht jedoch das Risiko, dass Erdogan weiterhin in
politische Entscheidungen eingreift. Dies dürfte sich langfristig negativ auf die Anlegerstimmung auswirken.
Bei einer Koalitionsregierung hängen die Folgen für die Wirtschaft stark von der Stabilität der Koalition sowie der Postenvergabe ab
Ausgehend von den jüngsten Meinungsumfragen wird das Wahlergebnis höchstwahrscheinlich auf eine Regierungskoalition hinauslaufen, was die marktfreundlichste Option wäre. Die Stabilität dieser Koalition ist jedoch längerfristig fraglich. Politische Differenzen werden von Zeit zu Zeit zu Rückschlägen im Markt führen. Die AKP ist für Ansichten anderer Parteien nicht hinreichend offen. Dabei wird entscheidend sein, welche Regierungsvertreter an für die Wirtschaft entscheidenden Schaltstellen sitzen werden.
Erneutes Scheitern der Regierungsbildung könnte Konjunkturschwäche andauern lassen
Sollte es nicht zur Bildung einer dauerhaften Regierung kommen, kann von einer weiter anhaltenden Konjunkturschwäche ausgegangen werden, womit die zunehmende Gefahr besteht, dass Ratingagenturen die Türkei herabstufen werden.
Derzeitige Unsicherheit am Markt bietet Kaufgelegenheiten für türkische Aktien
Die politische Unsicherheit bereitet Anlegern weiterhin Sorge: Türkische Aktien werden derzeit, in USDollar
gerechnet, auf langjährigen Tiefstständen gehandelt, womit der türkische Aktienmarkt dieses Jahr zu den verlustreichsten gehört und um rund 15 Prozent hinter den Erwartungen der gesamten Marktentwicklung der Emerging Markets zurückbleibt. Unserer Ansicht nach sind nun aber die negativen Nachrichten über sehr weite Strecken eingepreist. Der türkische Aktienmarkt handelt mit einem der größten Abschläge der letzten fünf Jahre gegenüber den anderen Schwellenländern. Sollte sich die politische Lage beruhigen, so dürfte sich dies auch positiv auf den türkischen Aktienmarkt auswirken. Wie uns die Geschichte lehrt, können solche Situationen für Anleger durchaus gute Kaufgelegenheiten bieten.
(Bild: pixelio.de)






























