Investmentfonds

Schwellenländer führen ein Jahr nach den Zollankündigungen die weltweiten Kursgewinne an

MSCI Emerging Markets Index steigt als ‘Best Performer’ um 26 Prozemt- Die wichtigsten globalen Aktienmarktindizes liegen nach einem volatilen Jahr 2025 weiterhin im Plus

Der globale Vermögensverwalter Aberdeen Investments zeigt auf, dass Schwellenmärkte seit der Ankündigung von Präsident Trumps Zöllen zum ‘Liberation Day’ andere große Märkte übertroffen haben. Sie widerlegen damit die generellen Erwartungen, dass die Zollankündigung ihre Entwicklung negativ beeinflussen würde.

Im vergangenen Jahr mussten Anleger eine außergewöhnliche Menge an Nachrichten, Unsicherheit und Sorgen bewältigen. Obwohl übergeordnete Marktentwicklungen nicht anhand der Daten eines einzelnen Jahres beurteilt werden sollten, erweist sich eine neue Analyse von Aberdeen Investments als nützliche Erinnerung daran, dass Schlagzeilen nicht immer die Ergebnisse bestimmen.

Lärm versus Realität

Aberdeen Investments untersuchte, wie sich sechs wichtige globale Märkte zwischen dem Börsenschluss am 2. April 2025, dem Tag der Ankündigung der Zölle durch Präsident Trump, und einem Jahr später, dem 27. März 2026, entwickelten. Aberdeen verglich die prozentuale Veränderung, um zu ermitteln, wie sich die Märkte in einer Zeit entwickelt haben, in der Märkte und Geopolitik stärker denn je miteinander verflochten zu sein scheinen, und stellte fest, dass die Zahlen gelegentlich eine andere Geschichte erzählen, als man meinen könnte.

Die globalen Aktienmärkte verzeichneten im Verlauf des Zeitraums insgesamt starke Zuwächse, wobei der MSCI Emerging Markets Index mit einem Anstieg von 26 % die stärkste Performance erzielte, gefolgt vom FTSE 100 mit 16 % und dem FTSE World mit 14,1 %. Der S&P 500 legte um 9,6 % zu, während der Dow Jones und DAX eher moderatere Gewinne von 4,4 % bzw. 3,1 % verzeichneten. Insgesamt verzeichneten die meisten wichtigen Indizes eine positive Entwicklung, wobei die Schwellenmärkte die Spitze bildeten.

Ben Ritchie, Head of Developed Markets Equities bei Aberdeen Investments, sagt dazu: „Im vergangenen Jahr mussten Investoren eine Menge Lärm und Unsicherheit aufgrund der globalen Ereignisse bewältigen. Auch wenn man aus den Marktdaten eines einzigen Jahres niemals umfassende Schlüsse ziehen sollte, ist unsere Analyse doch interessant und erinnert daran, dass Schlagzeilen nicht immer die ganze Geschichte erzählen. Selbst in einer Zeit, in der Märkte und Geopolitik verflochtener wirken als je zuvor, können die Zahlen manchmal auf etwas anderes hindeuten. Unsere wichtigste Empfehlung an Investoren war es, ihre Aktienallokationen zu diversifizieren, und in diesem Sinne ist es erfreulich zu sehen, dass in einer Zeit erheblicher Unsicherheit andere Märkte als die USA die Führung übernehmen.“

Jon Butcher, leitender US-Ökonom bei Aberdeen, sagte:

„Ein Jahr nach dem Inauguration Day hat die US-Wirtschaft trotz einer deutlichen Abkühlung des Arbeitsmarktes Widerstandsfähigkeit gezeigt. Die Neu-Einstellungen durch Unternehmen gingen in den Monaten nach der Zollankündigung stark zurück, da Unternehmen höhere Kosten und politische Unsicherheit erwarteten. Dennoch wuchs die Wirtschaft stärker als erwartet, da die privaten Haushalte weiter konsumierten und Unternehmensinvestitionen anzogen. Zölle trieben zwar die Inflation in die Höhe, aber die Auswirkungen waren langsamer und geringer, als der Markt zunächst befürchtete. Die politische Lage ist jedoch noch unsicherer geworden. Das Urteil des Obersten Gerichtshofs zum ‘International Emergency Economic Powers Act (IEEPA)’ hat die Zukunft des Zollsystems infrage gestellt, und die Bemühungen der Trump-Administration, Teile davon durch andere politische Instrumente wiederherzustellen, haben Unternehmen im Unklaren darüber gelassen, welche langfristigen Spielregeln gelten. Für die Märkte besteht das größere Risiko darin, dass globale Investoren die USA als ein weniger verlässliches Ziel für Kapitalanlagen wahrnehmen. Bedenken hinsichtlich politischer Volatilität, Unabhängigkeit der Zentralbanken und fiskalischer Belastung sind gestiegen. Und obwohl sich der Fokus auf die Iran-Krise und die Energiepreise verlagert hat, bleiben Zölle ein entscheidender, ungelöster Faktor, der die Sichtweise des internationalen Kapitals auf die USA prägt.

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