Investmentfonds

Nachhaltigkeit kein Lippenbekenntnis

In Sachen nachhaltige Kapitalanlage hat die Politik die Daumenschrauben zuletzt erheblich angezogen. Die Regulatorik zwingt die Investmentbranche, Farbe zu bekennen. Im Vorteil ist, wer das Thema rechtzeitig ernst genommen hat.

London - Hauptquartier von Schroders - Hyde Park

Im vergangenen Jahr machte Schroders eine ehrgeizige Ankündigung. Bis Ende 2020 wolle das Haus ESG-Kriterien in allen seinen Investments integriert haben, hieß es. Auf diesem Weg ist man in der Zwischenzeit offenbar gut vorangekommen. Stand Ende Juli waren bereits 90 Prozent der Zusage erfüllt. Stephanie Chang ist zuversichtlich, dass die 100 Prozent bis zum Ende des Jahres erreicht werden. „Das kriegen wir hin“, sagt Chang, die sich in der erst kürzlich geschaffenen Funktion als ESG Integration Managerin in der Londoner Unternehmenszentrale von Schroders unter anderem um das Thema kümmert.

Stephanie Chang, ESG Integration Managerin, Schroders London

„Als globaler Asset Manager ist sich Schroders seiner gesell- schaftlichen Verantwortung bewusst. Daher ist Nachhaltigkeit für uns ein zentrales Anliegen, das wir in den von uns angebo- tenen Produkten umsetzen.“

In Angriff genommen wurde das Thema Nachhaltigkeit bei Schroders bereits 1998. Heute zählt es zu einem der strategi- schen Kompetenzfelder des britischen Asset Managers.
Das Haus ist hier gut aufgestellt. 22 ausgewiesene ESG-Spezialisten treiben Nachhaltigkeit voran. Dies gilt nicht nur intern für das eigene Portfoliomanagement. Über die Mitglied- schaft in zahlreichen Initiativen und Organisationen nimmt Schroders auch aktiv Einfluss auf die Förderung nachhaltiger Investments in der Finanzwirtschaft.

Seit 2007 etwa gehört Schroders zu den Unterzeichnern der Principles for Responsible Investment (PRI). Ziel dieser renommierten und weltweit agierenden Organisation ist es, Investoren zu ermutigen und aufzufordern, Nachhaltigkeit in ihre Entscheidungen einzubeziehen. Jedes Jahr sind die Unterzeichner der PRI zudem verpflichtet, ihren eigenen Investmentprozess detailliert offenzulegen. Dieser wird von der PRI überprüft und mit einem Rating versehen. Bereits zum fünften Mal in Folge hat Schroders hier das höchste PRI Rating (A+) erhalten. Darüber hinaus setzt sich Schroders über die Mitarbeit in weiteren Initiativen für die Weiterentwicklung von ESGStandards in verschiedenen Investmentbereichen ein.
Zu den bekanntesten dieser Initiativen gehören Climate Action 100, The Green Bond Principles oder die Task Force for Climate Related Financial Disclosure (TCFD). Damit nicht genug: Schroders hat sich verpflichtet, seit Jahresbeginn seine Geschäftstätigkeit klimaneutral zu gestalten.

INVESTITIONEN IN DIE ZUKUNFT

Für Schroders ist Nachhaltigkeit also kein bloßes Lippenbekenntnis. Das zeigt sich auch beim ESG Research. „Ein aktiver, vorausschauender Anlageansatz erfordert, ein Verständnis dafür zu entwickeln,
wie ein Unternehmen mit der Gesellschaft und seinem Umfeld interagiert und wie es mit zentralen Herausforderungen beispielsweise im Bereich der Klimaerwärmung umgeht“, erklärt Joachim Nareike,
der bei Schroders in Frankfurt den Vertrieb von Publikumsfonds leitet. An entsprechenden Daten herrscht am Markt kein Mangel. Vielmehr stellt sich die Frage, wie die Flut an Informationen richtig kanalisiert und für das Portfoliomanagement im Rahmen eines systematischen Prozesses nutzbar gemacht werden kann. Hinzu kommt, dass die ESG-Bewertungen von externen Analysehäusern oftmals unterschiedlich ausfallen. „Diese Unterschiede können mit Blick auf denselben Markt oder dieselbe Branche erheblich sein“,
weiß Nareike. Schroders hat auf diese Herausforderung reagiert und mit SustainEx ein eigenes Analysetool entwickelt, das den Portfoliomanagern hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die damit verbun- denen Aufwendungen sieht Nareike als Zukunftsinvestment. Er ist sich sicher: „Eine Zukunft für Inves- toren ist nur dann vorstellbar, wenn sie nachhaltig denken und handeln.“

Aus diesem Kontext heraus ist auch die Transaktion zu verstehen, mit der Schroders im Sommer des vergangenen Jahres die Mehrheits- beteiligung am führenden Impact Investor BlueOrchard erwarb.
Das Finanzunternehmen gilt als Pionier im Bereich Mikrofinanzierung und Impact-Investments (wirkungsorientiertes Investieren) und wurde im Jahr 2001 auf Initiative der Vereinten Nationen als weltweit erster kommerzieller Investmentmanager für Mikrofinanzanlagen gegründet. BlueOrchard bietet Investoren Lösungen in allen Assetklassen an, einschließlich Fremdkapital, Private Equity und nachhaltige Infrastruktur. Darüber hinaus ist BlueOrchard Experte für innovative Blended-Finance-Mandate.
Das international tätige Impact Investing-Unterneh- men mit Sitz in der Schweiz verwaltet derzeit rund 3,5 Milliarden US-Dollar.

„In Deutschland wird der Markt für Impact Investing noch unterschätzt. Er ist aber größer als erwartet und vor allem in den vergangenen fünf Jahren dynamisch gewachsen.“
Erkenntnis der Studie des Centrums für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Universität Heidelberg

Strategisch macht die Partnerschaft mit den Schweizern Sinn. Denn wirkungsorientiertes Investieren gewinnt für Investoren zunehmend an Bedeutung. „Die Nachfrage nach entsprechen- den Lösungen seitens unserer deutschen und österreichischen Kunden nimmt stetig zu“, berichtetNareike. Zu einem ganz ähnlichen Ergebnis kommt aktuell eine vom Centrum für soziale Investitionen und Innovationen (CSI) der Universität Heidelberg durchgeführte Studie. Die wichtigste Erkenntnis der Untersu- chung: In Deutschland wird der Markt für Impact Investing noch unterschätzt. Er ist aber größer als erwartet und vor allem in den vergangenen fünf Jahren dynamisch gewachsen.
Die Studie räumt auch mit gängigen Vorurteilen auf. So erwirt- schaften wirkungsorientierte Geschäftsmodelle durchaus markt- übliche Renditen und es wird in allen Anlageklassen investiert. Es sieht so aus, als hätte Schroders auch in dieser Hinsicht recht- zeitig die Weichen richtig gestellt.

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