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Konkurrenzkampf zwischen China und USA bringt neue Investmentchancen in Schwellenländern

Schwellenländer werden in jeder Einflusssphäre durch die Wachstumspolitik wachsen

DWilliams / Pixabay

Chinas wirtschaftliche und politische Macht ist so stark gewachsen, dass es die globale Vormachtstellung der USA in Frage stellt. Dies führt zu einer Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern und zu einer sich verschärfenden Rivalität. Dadurch steigt das Konfliktpotenzial. Könnte diese Entwicklung hin zu einem neuen Machtgefüge den Schwellenländern aber auch potenzielle Vorteile bringen, die Investoren nutzen könnten?

NN Investment Partners (NN IP) ist der Ansicht, dass die Schwellenländer von den positiven Spillover-Effekten profitieren werden, sobald die USA und China ihre eigenen Volkswirtschaften ankurbeln, um der jeweils anderen den Rang abzulaufen.

Marcin Adamczyk, Head of Emerging Markets Debt bei NN Investment Partners, dazu: „Obwohl die Beziehungen zwischen den USA und China weiterhin angespannt bleiben dürften, gehen wir davon aus, dass der zunehmende Wettbewerb zwischen den beiden Supermächten und die Entwicklung hin zu einem neuen Machtgefüge den Schwellenländern zugutekommen wird, sofern es richtig gesteuert wird. Zum Beispiel werden Länder mit Handelsbeziehungen zu den USA und Rohstoffexporteure von Bidens Infrastrukturplänen profitieren. China, derzeit der weltweit größte Wachstumsmotor, wird andere Länder beim Handel, finanziell, bei Krediten, Investitionen und Handelsmöglichkeiten unterstützen, sobald es ihr wichtigster Wirtschaftspartner wird.“

 

NN IP sieht mehrere Faktoren, die die Emerging Markets in Zukunft stärken werden:

Die USA sorgen für kurz- und längerfristige Impulse
Die Schwellenländer könnten kurzfristig profitieren – je nachdem, wie die US-Verbraucher ihre Konjunkturhilfen ausgeben. Wenn mehr für Waren als für Dienstleistungen ausgegeben wird, könnten Schwellenländer mit starken Handelsbeziehungen zu den USA deutlich profitieren. In Lateinamerika könnten beispielsweise die Volkswirtschaften Mexikos und Brasiliens einen „Biden-Boost“ von 0,5-1,0 Prozentpunkten (PPs) bzw. 0,25-0,75 PPs erhalten. Mexiko ist der größte Handelspartner der USA und Brasilien hat im November 2020 ein bilaterales Handelsabkommen abgeschlossen. Die vom US-Handel abhängigen Länder in Asien mit großen Exportmärkten wie Vietnam und Thailand sowie asiatische Unternehmen, die eine Rolle bei den Lieferketten in die USA spielen, werden alle maßgeblich profitieren.

Längerfristig werden die Schwellenländer von dem 2,3 Billionen US-Dollar schweren Infrastrukturprogramm profitieren, das Biden für das nächste Jahrzehnt angekündigt hat. Die USA werden viele Rohstoffe und Basismetalle für physische Infrastruktur-Ausgaben importieren müssen. Dazu gehören 80 Mrd. US-Dollar für Handels- und Güterzugverkehr, was den Kupferexporten aus der Mongolei, Sambia und Chile einen Schub geben dürfte. Brasilien, der größte ausländische Eisenerz-Lieferant der USA, profitiert von den 115 Milliarden US-Dollar, die für Straßen und Brücken vorgesehen sind. Das Gleiche gilt für Südafrika, dessen Eisen- und Stahlexporte in die USA wahrscheinlich steigen werden.

Emerging Markets werden von Chinas künftigem Wachstum profitieren

Chinas jüngster Fünfjahresplan ist sehr ehrgeizig und strebt bis 2035 eine moderne Wirtschaft an. Dies wird für Chinas traditionelle ASEAN-Importpartner dauerhaft positive Handelsaussichten bieten.

Chinas Handelseinfluss wird sich auch mit dem Bau der neuen eurasischen Landbrücke, einer 12.000 km langen Route verbundener Eisenbahnkorridore durch den Nahen Osten, Russland und das aufstrebende Europa, sowie mit seiner Belt & Road Initiative (BRI), die oft als „Neue Seidenstraße“ bezeichnet wird, vergrößern. Die Zunahme des Handelsverkehrs wird für die Schwellenländer entlang dieser Routen Vorteile bringen. Dies ist auch mit erheblichen Auslandsinvestitionen Chinas verbunden.

Mehr Finanzierungsmöglichkeiten für Emerging Markets

In der Vergangenheit wurden Finanzierungen für Entwicklungsländer hauptsächlich vom Internationalen Währungsfonds und der Weltbank bereitgestellt, oft unter der Auflage von Wirtschaftsreformen und Sparmaßnahmen. Aber mehrere dieser Staaten erhalten nun alternative Finanzierungs- und Handlungsoptionen von China, da das Land Projekte im Rahmen seiner internationalen Infrastrukturentwicklungen finanziert. Generell hat China Projekte in den Emerging Markets mit einer weniger aktiven Rolle als der IWF, was die strukturellen und wirtschaftlichen Reformbedingungen betrifft, finanziert. Der IWF hat während der Corona-Krise auch flexiblere und schnellere Finanzierungsmöglichkeiten für die Schwellenländer zur Verfügung gestellt und kürzlich die SZR-Zuteilung (Zuweisung von Sonderziehungsrechten) um 650 Mrd. US-Dollar aufgestockt, wovon eine Reihe von Entwicklungsländern künftig profitieren wird. Damit hat sich die Bandbreite der Finanzierungsmöglichkeiten für die Schwellenländer erweitert.

(Dolphinvest)

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