Investmentfonds

Herbstgewitter an den Kapitalmärkten – Ende des Bullenmarkt oder nur kräftige Korrektur?

Wo Anleger an den Aktien- und Rentenmärkten noch Geld verdienen können Beim DAX keine Spur von Bärenmarkt, Korrektur dürfte aber noch etwas anhalten Amerikanische Aktienmärkte möglicherweise erst am Anfang einer Bereinigung China sehr attraktiv für langfristige Aktienanleger Antizyklische Chancen bei Aktien und Anleihen aus dem Energie- und Rohstoffbereich Cash-Quote beim Rentenfonds StarCapital Argos mit 40 Prozent so hoch wie nie Seit seinem Hoch am 10. April hat der Deutsche Aktienindex (DAX) mehr als 2000 Punkte verloren, gut die Hälfte davon allein im August. Auch an der Wallstreet, in Japan und an den anderen etablierten Börsen gab es einen Rutsch nach unten und die Aufwärtstrends sind damit kaputt.

Noch schlimmer erwischte es die Emerging Markets, insbesondere China, sowie die Energie- und Rohstoffmärkte, an denen teilweise langjährige Tiefststände erreicht wurden. Zeigt der Trendbruch den Übergang in einen Bärenmarkt an oder handelt es sich nur um eine kräftige Korrektur? Wie sollten sich Anleger nun verhalten? Diesen Fragen geht Peter E. Huber, Fondsmanager und Vorstand der StarCapital AG, in der aktuellen Ausgabe der StarCapital-Publikation StarInvest nach.

„Die erhoffte Konjunkturerholung in Europa erwies sich bisher trotz idealer Rahmenbedingungen – schwacher Euro, niedrige Fremdkapitalkosten und stark ermäßigte Öl- und Rohstoffpreise – als sehr schwachbrüstig“, heißt es in der aktuellen Markteinschätzung. Die Regierungen haben die Zeit, die ihnen die EZB durch ihre aggressive Geld- und Kreditpolitik verschafft habe, nicht für Reformen genutzt. „Jetzt nehmen die deflationären Kräfte möglicherweise wieder überhand. Wir vermuten, dass man die Krise weiter mit den falschen Mitteln kurieren will – also weitere QE-Maßnahmen ergreift und neue Fiskalprogramme auflegt“, glaubt Peter E. Huber. Deshalb dürften die Zinsen noch lange auf einem extrem niedrigen Niveau verharren, was den Aktienmärkten höhere Bewertungsspielräume verschaffe, auch wenn das Wachstum der Unternehmensgewinne unter den Erwartungen bleiben werde.

Die langfristigen Bewertungsmodelle von StarCapital sehen den DAX in zehn Jahren weiterhin bei deutlich über 20.000 Punkten. „Bisher schwankt der Index fast idealtypisch um unseren vor zwei Jahren vorgegebenen Kurspfad“, zeigt sich Huber optimistisch. Die derzeitige Entwicklung ist seiner Einschätzung nach als Korrektur einzustufen, die allerdings noch etwas anhalten dürfte. Anders zeige sich das Bild an der Wallstreet. Angesichts hoher Kreditengagements und schwächelnder Unternehmensgewinne glaubt der Fondsmanager, dass die Bereinigung dort möglicherweise erst am Anfang steht.

Zu den absoluten Favoriten der nächsten 5 bis 10 Jahre zählt Peter E. Huber die Börsen in China. Die aktuelle Situation in China sei für antizyklische Investoren extrem interessant. Bei ausländischen Anlegern herrsche ein extremer Pessimismus gegenüber chinesischen Aktien, weshalb das Land in den letzten drei Jahren massive Kapitalabflüsse erlitten habe. Marode Schattenbanken, ein Berg an faulen Unternehmenskrediten und das rückläufige Wirtschaftswachstum seien die gängigen Argumente der Schwarzseher.

So wundere es nicht, dass der Hang Seng China Enterprises Index (HSCEI) in Hongkong, wo sich vor allem ausländische Anleger tummeln, besonders gelitten hat und sich inzwischen nahe einem 5-Jahres-Tief befindet. „Für uns ist das ein Glücksfall, auf den wir gar nicht mehr zu hoffen wagten“, freut sich Peter E. Huber, der als ausgewiesener Experte für antizyklische Investments gilt. Das Land verfüge über einen weitgehend ungesättigten Binnenmarkt und befinde sich technologisch in einem gigantischen Aufholprozess. Darüber hinaus helfen die niedrigen Preise für Energie und Rohstoffe, die ein Drittel der Importe ausmachen.

Bei den stark gedrückten Aktien aus dem Energie- und Rohstoffbereich ergeben sich nach Einschätzung von StarCapital immer attraktivere Kaufchancen. Der Wirtschaftszweig unterliege einem klassischen Schweinezyklus: Steigen die Rohstoffpreise und boomen die Unternehmensgewinne, wird viel Geld in die Erschließung neuer Vorkommen gesteckt, was in der Regel aber mehrere Jahre dauert. Gehen die neuen Minen in Betrieb, entsteht oft eine Überproduktion, die Preise sinken und die übliche Bereinigung beginnt. Es kommt zu einer Konsolidierung, bei der die Investitionen drastisch gekürzt und schwache Wettbewerber aus dem Markt gedrängt werden. „In diesem Stadium befinden wir uns heute“, erklärt Peter E. Huber. Selbstverständlich verschwinde der Angebotsüberhang nicht über Nacht, doch wer auf die Preiserholung warte, komme zu spät. Sinnvoller sei es, in Schwächephasen schrittweise Positionen aufzubauen.

Der Anleihenmarkt sei für Anleger derzeit extrem herausfordernd. Eine attraktive Verzinsung und ein angemessenes Chance/Risiko-Verhältnis sieht Anleihenexperte Huber aktuell eigentlich nur noch vereinzelt bei Unternehmensanleihen aus dem Crossover-Segment (Ratingbereich BBB/BB). Derzeit stehen viele Emittenten mit einem BBB-Rating – insbesondere aus dem Rohstoff- und Energiesektor – vor einer drohenden Herabstufung. Da die meisten institutionellen Investoren im Falle einer Herabstufung verkaufen müssen, entstehe ein technischer Verkaufsdruck. Oftmals geraten die Anleihenkurse dann stärker unter Druck, als es nach fundamentalen Daten gerechtfertigt sei, und es bieten sich dann reizvolle Anlagemöglichkeiten bei überschaubarem Risiko. Anleger sollten hier aber vorzugsweise auf Anleihen von großen Unternehmen setzen, um das Ausfallrisiko zu reduzieren.

Ein weiterer Risikofaktor sei die Anleihenschwemme der vergangenen Jahre in Kombination mit der Überregulierung im Bankensystem, die dazu geführt habe, dass sich immer mehr Institute als Market-Maker zurückgezogen haben. Bei stärkeren Bewegungen am Anleihemarkt gebe es deshalb heute niemanden mehr , der diese Schwankungen abfedere, was zu panikartigen Reaktionen führen könne. „Dieses Liquiditätsrisiko ist heute ein Riesenproblem im Rentenmanagement“, sorgt sich der erfahrene Fondsmanager.

Rentenstrategie: Cash-Quote so hoch wie nie zuvor

Aufgrund des schwierigen Umfelds seien die StarCapital-Rentenportfolios bereits im Frühjahr sukzessive krisensicherer gestaltet worden. „Heute halten wir in unserem Renten-Flaggschiff-Fonds StarCapital Argos fast 40% des Vermögens in Cash, was mehr als ungewöhnlich ist, denn normalerweise sind wir voll in Anleihen investiert“, erklärt Peter E. Huber. Weitere knapp 20% seien in kurzlaufenden Staatsanleihen oder supranationalen Instituten angelegt, die zwar keine angemessene Verzinsung aufweisen, aber hoch liquide seien und als sicher gelten. Rund 40% des Portfolios seien in Unternehmensanleihen investiert.

Trotz der defensiven Ausrichtung hat sich der Jahresüberschuss im StarCapital Argos in den letzten Wochen verringert, was aber aufgrund der antizyklischen Ausrichtung nicht ungewöhnlich sei: Ca. 25% des Fondsvolumens sind in Unternehmensanleihen in dem von Huber favorisierten Crossover-Segment angelegt, davon ca. die Hälfte in Emittenten aus dem Energie- und Rohstoffbereich. Hier hat es jüngst noch einmal kräftige Kursabschläge gegeben, wodurch die laufende Rendite deutlich gestiegen ist. Peter E. Huber sieht die Kursabschläge als Contrarian-Investor jedoch positiv und nutzt Schwächephasen für weitere Zukäufe. „Wir wollen unseren Anteil hier schrittweise und vorsichtig von 12% auf 20% des Fondsvermögens aufstocken“, erläutert er die aktuelle Anlagestrategie.

Insgesamt können sich die Leistungsdaten des StarCapital Argos sehen lassen. Ein durchschnittliches Rating im Investmentgrade-Bereich (BBB-) und eine Durchschnittsverzinsung von 5,1% auf das Anleihenportfolio – das ist bei einer Restlaufzeit von 4,6 Jahren attraktiv. „Die hohen Barreserven verschaffen uns darüber hinaus die nötige Flexibilität. So können wir die Chancen nutzen, die sich in diesem schwierigen Umfeld bieten“, so das Fazit von Peter E. Huber.

 

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