Investmentfonds

Federated Hermes: Sorgen über eine mögliche Rezession und Inflation erhöhen die Volatilität an den Märkten

Geir Lode, Leiter für globale Aktien, Federated Hermes Limited:

Foto-Rabe / Pixabay

„Die Märkte waren in dieser Woche volatil, da die Sorgen um eine mögliche Rezession und Inflation weiterhin die Nachrichten beherrschen. Die Vorgehensweise der US-Notenbank zur Bewältigung dieser Probleme wird mit Argusaugen beobachtet, und die Anleger fragen sich, wie stark sie das Gaspedal durchtreten werden, um einen Abschwung zu vermeiden. Die zweijährigen Renditen erreichten Höchststände wie seit über zehn Jahren nicht mehr, während die zehnjährigen Renditen stagnierten und die Märkte zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten einen Abschlag von einem vollen Prozentpunkt verzeichneten. Es ist klar, dass die Entscheidungen der US-Notenbank in naher Zukunft erhebliche Auswirkungen auf die Märkte haben werden, allerdings waren ihre Angaben im Detail begrenzt. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell erklärte kürzlich, dass noch keine festen Zinsentscheidungen getroffen worden seien, und nannte die nach wie vor hohen Arbeitslosenzahlen und die Inflationsdaten als Hauptfaktoren für politische Entscheidungen. Diese Indikatoren werden ausschlaggebend dafür sein, ob die Fed ihre goldene Inflationszahl von zwei Prozent aufrechterhalten kann.

Da die Unsicherheit nach wie vor groß ist und die inverse Renditekurve auf eine mögliche Rezession hindeutet, wird ein diversifizierter Anlageansatz für die Navigation auf diesen Märkten von entscheidender Bedeutung sein.“

James Rutherford, Leiter des Bereichs europäische Aktien, Federated Hermes Limited:

„Im vergangenen Jahr haben wir eine große Anzahl von Unternehmen gesehen, die starke Umsätze und Auftragsbestände, aber schwächere Margen gemeldet haben. Die hohe Inflation in ganz Europa hat die Erträge gestützt, aber die Margen unter Druck gesetzt, da die Unternehmen mit höheren Kosten konfrontiert sind. Angesichts der nachlassenden Nachfrage erwarten wir, dass der Druck auf die Unternehmenserträge zunehmen wird, während die Inflation immer noch über den Zielvorgaben der Zentralbanken liegt. Infolgedessen erwarten wir einen Rückgang der Gewinnspannen, was oft der Auftakt zu einer Rezession war. In einem solchen Szenario sind unsere Portfoliobeteiligungen unseres Erachtens gut positioniert, da sie in strukturell wachsenden Märkten tätig sind und über eine starke Preissetzungsmacht verfügen, die es ihnen ermöglicht, ihre Margen zu verteidigen, und zwar unabhängig von den wirtschaftlichen Bedingungen.“

Orla Garvey, Senior Fixed Income Portfolio Manager, Federated Hermes Limited:

„Powells falkenhafte Aussage vor dem Bankenausschuss des Senats in dieser Woche erwies sich als ein weiterer großer Marktbeweger im Zusammenhang mit dem stetigen Strom positiver Datenüberraschungen im Jahr 2023. Das Hauptaugenmerk lag auf seinen Äußerungen über das Potenzial für eine höhere Endrate und ein schnelleres Tempo der Zinserhöhung, falls die Daten dies rechtfertigen sollten. Die Zinsmärkte haben die Fed-Termine entsprechend neu bewertet, so dass wir jetzt im Juni dieses Jahres bei einem Leitzins von 5,6 Prozent angelangt sind, wobei die Kurve noch um etwa 25 Basispunkte gesenkt werden kann.

Interessanter als die Entwicklung der nominalen Zinssätze waren die Bewegungen an den Inflationsmärkten – die realen Renditen inflationsgeschützter Anleihen (TIPS) bekamen die Hauptlast der Preisanpassung zu spüren, wobei der Breakeven im unteren Teil der Kurve um fast 25 Basispunkte niedriger lag. Die Inflationsmärkte haben sich in diesem Jahr als guter Wegweiser für die Richtung der Nominal- und Risikomärkte erwiesen; diese Art von Preisbewegung ist ein Anzeichen dafür, dass sich die Zinsmärkte auf eine Preisübertreibung zubewegen, und sollte ein negatives Signal für die Risikomärkte sein. Wir gehen davon aus, dass die Breakeven-Werte unter Druck bleiben, da Überraschungen auf der Unterseite das Potenzial für eine Übertreibung signalisieren und stärkere Daten die Fed dazu zwingen, ihre restriktive Haltung beizubehalten.

Außerdem in Europa: Nach den starken Daten des Harmonisierten Verbraucherpreisindizes der letzten Woche sind die Euro-Terminkurse weiter gestiegen und liegen nun bei vier Prozent für Ende 2023. Im Gegensatz zu den TIPS haben die Euro-Anleihen diesen Anstieg gut verkraftet; die gesamte Euro-Inflationskurve liegt jetzt über der TIPS-Kurve, was auf lange Sicht höchst unwahrscheinlich ist. Der Markt sagt uns im Grunde, dass die Inflation in der Eurozone jetzt höher ist als in den USA und dass die Wirtschaft mit einem Leitzins von 4 bis 4,50 Prozent absolut zufrieden sein wird – wir sind da skeptisch. Und dennoch könnte es leicht passieren, dass sich die EZB-Leitzinsen weiter an die Bank of England/Fed annähern oder dass der Markt anfängt, ein schnelleres Tempo der EZB-Leitzinserhöhungen einzupreisen, wenn die Daten stark bleiben.“

Silvia Dall’Angelo, Senior Economist, Federated Hermes Limited:

„Während seiner jüngsten halbjährlichen Anhörung vor dem Kongress äußerte sich der Vorsitzende der Federal Reserve, Powell, vorsichtig über den kurzfristigen Kurs der Geldpolitik. Er deutete an, dass die Stärke der Wirtschaftsdaten einen höheren Leitzins rechtfertigt, was die Erwartungen der Märkte in Richtung einer Aufwärtskorrektur des Fed-Dot-Plots bei der bevorstehenden Sitzung in März ermutigte. Die Märkte für kurzfristige Zinssätze erwarten nun einen Höchstsatz von 5,6 Prozent im dritten Quartal 2023, gegenüber 5,1 Prozent in der Dezemberprognose der Fed. Der JOLTS-( (Job Openings and Labor Turnover Survey)-Bericht vom Mittwoch deutete ebenfalls auf eine erhebliche Anspannung auf dem US-Arbeitsmarkt hin. Die Zahl der offenen Stellen ging im Januar nur geringfügig zurück, so dass das Verhältnis zwischen offenen Stellen und Arbeitslosigkeit bei einem historisch hohen Wert von 1,9 liegt.

Im Gegensatz dazu waren sich die Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) öffentlich uneinig über das Tempo und den Umfang der künftigen Straffung. Einige Mitglieder haben angesichts der besorgniserregenden Inflationsentwicklung auf ein aggressiveres Vorgehen gedrängt, während andere auf die sinkende Gesamtinflation und die Risiken für das Wirtschaftswachstum hingewiesen haben. Trotz der jüngsten Abschwächung des BIP im vierten Quartal in der Eurozone wird die hohe Verbraucher – und Lohninflation die Überlegungen der EZB vorerst dominieren. Letztendlich wird der Kurs der EZB von der Entwicklung des Gleichgewichts zwischen Wachstum und Inflation bestimmt werden – in der Tat betonte EZB-Chefökonom Lane die Datenabhängigkeit.

Chinas laufender Nationaler Parteikongress stand ebenfalls im Mittelpunkt, und die Behörden überraschten die Märkte, indem sie für 2023 ein niedrigeres als das erwartete Wachstumsziel von fünf Prozent festlegten. Dies könnte ein Versuch sein, die Erwartungen in Bezug auf fiskalische und geldpolitische Anreize zu dämpfen, da die chinesischen Politiker aufgrund der Risiken für die Finanzstabilität und des Bewusstseins der geringeren Grenzerträge zusätzlicher traditioneller Anreize nicht bereit zu sein scheinen, signifikante Maßnahmen zu ergreifen. Der Schwerpunkt in China liegt nun auf der Inlandsnachfrage und der Eigenständigkeit, was wahrscheinlich begrenztere Auswirkungen auf das globale Wachstum bedeutet. Die Situation bleibt jedoch volatil, und die Datenabhängigkeit ist eine Herausforderung, insbesondere angesichts der etwas verzerrten Daten. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Weltwirtschaft in den kommenden Monaten entwickeln wird und ob die Fed und die EZB an ihrer falkenhaften Rhetorik und ihren Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung festhalten werden.“

Die hier vertretenen Ansichten und Meinungen sind die des Verfassers. Sie decken sich nicht zwangsläufig mit den in anderen Mitteilungen ausgedrückten oder wiedergegebenen Ansichten. Diese Mitteilung ist weder eine Aufforderung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf der darin erwähnten Wertpapiere oder Finanzinstrumente.

(Instinctif Partners)

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