Investmentfonds

„2016 wird das schwächste Jahr seit 2009“

Die Investmentstrategen von AXA Investment Managers senken ihre Prognose für das Weltwirtschafts-wachstum in diesem Jahr von 3,1 auf 2,7 Prozent Zum Vergleich: Der IWF hat seine Prognose zwar gesenkt, erwartet aber immer noch 3,4 Prozent.

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Eine Rezession erwartet das Team rund um Chefstratege Franz Wenzel allerdings nicht: „Wir gehen einfach nur von einem weltweiten Nachfragemangel aus“.

  • AXA IM senkt weltweite Wachstumsprognose auf 2,7 Prozent
  • USA schwächer, aber kein anhaltender Abschwung zu erwarten
  • Geldpolitik wird expansiver
  • Aktien mittel- bis langfristig untergewichten

Die Konjunktur habe sich seit Jahresbeginn unerwartet schwach entwickelt. Die Wirtschaft schwächele nicht nur in den bekannten Krisenländern Russland und Brasilien, auch aus den USA, China, den Emerging Markets und mit Einschränkungen Europa sowie Japan seien schwache Zahlen gekommen. Dabei habe die amerikanische Industrie am meisten überrascht: „Das verarbeitende Gewerbe wächst nicht, und die Verbraucher legen ihr Geld auf die Kante, anstatt es auszugeben.“ Dennoch halten die Investmentstrategen eine Rezession in den USA und eine harte Landung in China „für äußerst unwahrscheinlich“.

USA: Wachstumsprognose auf 1,7 Prozent gesenkt
AXA IM erwartet aufgrund der weltweiten Wirtschaftslage, dass sich die Notenbanken mit einer expansiven Geldpolitik wie die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of Japan (BoJ) und die People‘s Bank of China (PBC) zu einer noch stärkeren Lockerung entschließen und die Federal Reserve (Fed) die Zinsen bis Ende 2016 nur ein Mal erhöht. Noch zu Jahresbeginn sprachen die Vertreter der Fed von möglichen vier Zinserhöhungen in diesem Jahr.

„Die schwächere Weltkonjunktur hatte unerwartet starke Auswirkungen auf die USA“, heißt es zur Begründung in der „Investmentstrategie“. Der US-Export habe sich in den letzten drei Monaten erheblich verschlechtert. Gleichzeitig sei der handelsgewichtete Dollar-Wechselkurs in dieser Zeit um vier Prozent gestiegen. In Folge dessen sei die Produktion nicht mehr gewachsen und der Energiesektor noch stärker eingebrochen. Einen anhaltenden Abschwung erwarten die Strategen dennoch nicht: „Es gibt wenig Hinweise auf ein Übergreifen der Schwäche auf andere Sektoren, und der Konsum ist in den ersten Wochen des Jahres stabil geblieben.“

Euroraum immun gegen schwächere Weltkonjunktur
Im Euroraum gibt es für die Experten von AXA IM keine klaren Anzeichen für einen Abschwung: „Der private Verbrauch, Staatsausgaben und die Bauwirtschaft treiben die Wirtschaft voran.“ Gleichwohl senken die Strategen auch hier ihre Wachstumsprognose um 0,2 Prozent auf 1,4 Prozent. Ein Grund dafür sind Zweifel an der Rentabilität der europäischen Banken. Neue Bilanz- und Regulierungsvorschriften erschwerten ihnen die Refinanzierung, vor allem in Italien. Das könnte die Kreditvergabe einschränken und Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben.

Für die Emerging Markets rechnet AXA IM mit einem Wachstum von 3,6 Prozent (2015: 3,7 Prozent). Grund für den schwächeren Ausblick seien die fallenden Rohstoffpreise, der schwache Welthandel und das niedrige Wachstum in China.

Aktien: Vorübergehenden Aufschwung nutzen
Aktuell rät AXA IM zu einer taktischen Übergewichtung von Aktien, zugleich aber zu einer langfristigen Untergewichtung. Nach Ansicht der Strategen haben die Märkte auf die mäßige Konjunktur übertrieben reagiert. Seit ihrem Höchststand hätten sie weltweit 20 Prozent verloren, was zwar bei einer leichten Rezession angemessen wäre. Aber mit einer solchen rechnen die Experten nicht. Auf derart schwache Entwicklungen, so ihre Erfahrung, folge meist eine Erholung um fünf bis zehn Prozent. Das sei bislang nur in einem von zwölf Fällen anders gewesen, nämlich im Januar 2008.

Die pessimistische Langfristeinschätzung stützt AXA IM auf die Annahme, dass das Wachstum der Unternehmensgewinne 2016 weltweit bei 0 Prozent liegen wird, und auf die Möglichkeit steigender Risiken im Jahresverlauf. Im Euroraum sehen die Experten den Gewinnausblick optimistischer und empfehlen hier eine Übergewichtung von Aktien. Die Umsatz- und Gewinnindikatoren sprächen noch immer für fünf Prozent Wachstum. Nur die derzeitige Eurostärke dämpfe den Gewinnausblick.

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