Über die Finanzierung von Griechenland in der Eurozone wird zurzeit viel diskutiert. Obwohl Griechenland ökonomisch zu wenig Gewicht in Euroland hat, um einen nennenswerten Effekt auf die Finanzmärkte ausüben zu können, besteht das Risiko temporärer Marktturbulenzen. Dies, obwohl die meisten Schulden von öffentlichen Geldgebern wie der EZB oder dem EFSF (aber kaum noch europäische Banken) stammen. Oft tritt eine erhöhte Volatilität an den Aktienmärkte kurz vor Ende der Verhandlungsfrist auf, wenn der „Worst-Case“ einzutreten droht. Im Fall von Griechenland bedeutet dies, dass bis Ende Februar die Refinanzierung der Schulden nicht gesichert wird und Griechenland aus der Eurozone austritt. Obwohl die Aktienmärkte im Vergleich zu 2012 kaum Notiz von einem Griechenlandaustritt nehmen, ist nicht auszuschliessen, dass die Eurolandängste wieder aufkommen und zu höherer Volatilität führen.
Ein kurzfristiger Rückschlag könnte auch durch die Entwicklung der Konjunktur in den USA ausgelöst werden. Die über die letzten Jahre so robuste US-Konjunktur hat in den vergangenen Monaten an Fahrt verloren. Ein breites Mass für die Konjunkturentwicklung ist der Wirtschaftsüberraschungs-Index der Citigroup (CESI=Citigroup Economic Surprises Index). Der CESI ist in den USA stark am Fallen. Der Stand von Ende Februar hat sogar ein 2-Jahrestief erreicht. Gründe für die Abschwächung sind der stärkere USD, welcher auf den Exporten lastet und die allgemein schwache Weltkonjunktur. Bei weiteren Konjunkturenttäuschungen könnten die Aktienmärkte negativ beeinflusst werden. Zum Beispiel, wenn die US Zentralbank (Fed) keine Indikationen erkennen lässt, bei sich weiter abschwächenden Indikatoren mit dem ersten Zinsschritt noch zuwarten zu wollen. Denn eine Zinserhöhung in einem sich abschwächenden Konjunkturumfeld könnte an den Aktienmärkten zu stärkeren negativen Reaktionen führen, da der Wirtschaftsaufschwung dadurch abgewürgt werden würde.
Von GABRIEL BARTHOLDI, Aktien Stratege, Bank J. Safra Sarasin
































