Globale Aktieninvestments sind heute selbstverständlich. Auch Privatanleger können weltweit Anlagechancen nutzen. Wichtigster Wegbereiter war und ist MSCI mit Indizes wie dem MSCI World oder dem MSCI ACWI. Die Börsenbarometer wurden im Zeitverlauf immer wieder an aktuelle Entwicklungen angepasst – sind aber auch vor Kritik nicht gefeit.
Lange waren die heimischen Aktienmärkte die perfekte Komfortzone für Aktieninvestoren. Man kannte die Unternehmen und die Spielregeln und hatte keine Probleme mit Orderausführung und Verwahrung – allerdings auch wenig Risikostreuung. Ende der 1960er-Jahre begannen institutionelle Anleger, entwickelte Märkte außerhalb ihrer Heimatländer zu erkunden.
Ende der 1980er-Jahre wandten sich zukunftsorientierte Anleger den Schwellenländern zu. Der Zugang zu diesen Märkten wurde einfacher, und neue Anlageinstrumente machten es möglich, zu einem frühen Zeitpunkt an den vielversprechenden wirtschaftlichen Perspektiven zu partizipieren.
Langfristig erfolgreich sind globale Aktien, weil sie Potenzial für langfristiges Unternehmenswachstum bieten und Aktien in der Vergangenheit tendenziell eine Outperformance gegenüber Staatsanleihen erzielten. Die Geldpolitik in den letzten Jahrzehnten hat die Attraktivität von Aktien erhöht. Ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs war die Diversifizierung. Durch die Kombination von Aktienallokationen über verschiedene Märkte hinweg konnten Anleger die Volatilität und Verluste reduzieren.
Die MSCI-Indizes wurden immer wieder an aktuelle Entwicklungen angepasst. Der MSCI ACWI IMI umfasste im Dezember 2024 Large-, Mid- und Small-Cap-Aktien aus 23 entwickelten und 24 Schwellenländern. Die USA überschritten 2024 erneut die 60-Prozent-Marke an der globalen Marktkapitalisierung. Ganz anders Japan: Ende der 1980er-Jahre hatte das Land einen dominierenden Anteil an der globalen Marktkapitalisierung, büßte jedoch aufgrund der wirtschaftlichen Stagnation seine hohe Gewichtung wieder ein.
Gefahr durch Klumpenrisiken? Der MSCI World sei gar kein echter Weltindex, es bestünden Klumpenrisiken, hört man zuweilen. Doch bei genauerem Hinsehen wird klar, dass der Hauptsitz eines Unternehmens nicht allein über seinen Erfolg entscheidet. Der MSCI World ist breiter gestreut als es die 23 abgebildeten Industrieländer vermuten lassen. Mit dem ETF von BNP Paribas AM auf den MSCI World kann man zu niedrigen Gebühren weltweit investieren (IE000A0GH076). Wer am MSCI World interessiert ist, aber eine zu hohe Konzentration auf Länder scheut, sollte sich den BNP Paribas MSCI World Equal Weight Select UCITS ETF (IE0008D0AIU9) anschauen. Wer nahe am Index und mit ESG-Kriterien investieren möchte, sollte die ETFs mit minimalem Tracking Error in Betracht ziehen.
CLAUS HECHER
































