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Die Tracking Differenz als wichtiges Auswahlkriterium für ETFs

Nicht nur auf die laufenden Gebühren allein achten

 

Es gibt zahlreiche Kriterien zum Vergleich und zur Auswahl von Exchange Traded Funds, die den gleichen Index nachbilden.

Häufig werden die Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio), der Tracking Error sowie die Liquidität im Orderbuch einer Börse (vor allem die Geld-/Briefspanne) zum Vergleich von mehreren ETFs auf den identischen Index herangezogen. ETFInvestoren achten zunehmend auf die sogenannte Tracking Differenz, das Maß für die Abweichung von der jeweiligen Benchmark. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass sich ETFs in Bezug auf die drei oben genannten Hauptkriterien immer weniger voneinander unterscheiden.

Die Tracking Differenz misst den Rendite unterschied zwischen dem Nettoinventarwert des ETFs und dem abgebildeten Index. Erwartungsgemäß führt
die Gesamt kostenquote strukturell zu einer Under performance. Der Tracking Error misst dagegen die Volatilität der Renditeunterschiede zwischen Referenzindex und ETF und gibt somit Aufschluss über die Stetigkeit der Tracking Differenz im Zeitverlauf. Erfolgreich verwaltete Indexfonds zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Indexperformance möglichst genau und ohne größere Ausschläge nachgebildet wird. Das Ergebnis: ein minimaler Tracking Error. Da das passive Fondsmanagement von vielen Anbietern über viele Jahre optimiert wurde und mittlerweile sehr ausgereift ist, stellt der Tracking Error kaum noch ein Differenzierungsmerkmal dar.

Kosten entstehen im Fonds in Form von Gebühren für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren bei Anpassungen des Portfolios. Diese fallen entweder punktuell an (bei jeder Neugewichtung des Index im Falle einer physischen Replikation) oder werden über mehrere Monate geglättet (wenn sie im Rahmen einer synthetischen Replikation in den Swappreis einbezogen werden). Bestimmte Faktoren führen zur Verringerung der Tracking Differenz eines Indexfonds. Die Besteuerung der realen Dividenden kann beispielsweise zu einer Outperformance des Fonds führen.

Die Verleihung von Wertpapieren, die für die physische Replikation verwendet werden, kann dem Fonds als zusätzliche Ertragsquelle dienen. Ferner ist es bei der synthetischen Replikation möglich, nicht nur von günstigen Finanzierungsbedingungen der Kontrahenten-Banken zu profitieren, sondern auch von deren privile giertem Marktzugang oder von vorteil haften Anlagekonditionen, die sie mitunter bieten. Die Nutzung einer offenen Architektur bei den Swap-Gegenparteien führt darüber hinaus zu wettbewerbsfähigeren Swap preisen und kann sich positiv auf die Tracking Differenz eines Fonds auswirken.

In jedem Fall muss die Wertentwicklung über einen ausreichend langen Zeitraum – in der Regel ein Jahr oder länger – gemessen werden, um repräsentativ zu sein, da die Tracking Differenz bei kürzeren Zeiträumen aufgrund der Saisonalität der Dividenden verzerrt werden kann. Außerdem ist es erforderlich, beim Vergleich verschiedener ETFs die Tracking Differenz jeweils unter Bezugnahme auf denselben Index und die Nutzung der gleichen Kalkulationsbasis zu berechnen: So kann die Tracking Differenz eines ETFs, der einen Net Total Return Index (mit Reinvestition der Dividenden nach Steuern) nachbildet, nicht mit jener eines anderen ETFs verglichen werden, der einen Price Return Index oder einen Gross Total Return Index (mit Reinvestition der Dividenden vor Steuern) repliziert. Wie bei allen Berechnungsmethoden muss man darüber hinaus die betrachteten Zeiträume im Blick behalten, ebenso wie die verwendeten Preisquellen (Nettoinventarwert vs. Schlusskurse) oder die zu berücksichtigenden Wechselkurse (wenn die Indizes oder ETFs auf verschiedene Währungen lauten).

Die Tracking Differenz ist daher ein ebenso wichtiges Maß, mit dem sich die Wertentwicklung verschiedener ETFs vergleichen lässt. In Bezug auf ein TotalReturn-Portfolio betrachten wir daher die Tracking Differenz als Maß für die Qualität des Managements eines Indexfonds.

(BNP)

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Dieser Artikel stammt aus Mein Geld 02 | 2020

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