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Altersvorsorge im Umbruch: Wer verdient künftig noch mit?

Das neue Altersvorsorgedepot startet 2027 – doch bei der Vermittlervergütung herrscht weiterhin Unsicherheit. Für Makler könnte sich das Geschäftsmodell deutlich verändern

Ab Januar 2027 soll die private Altersvorsorge neu aufgestellt werden. Das Altersvorsorgedepot ohne Garantie erweitert die bisherigen Möglichkeiten und soll kostengünstiger und renditeorientierter sein. Gleichzeitig werden die Abschluss- und Vertriebskosten künftig über die Vertragslaufzeit verteilt. Genau hier beginnt die Diskussion in der Vermittlerschaft: Was bedeutet die Reform für das Einkommen der Makler? Eine Befragung von rund 420 Versicherungsmaklern zeigt ein uneinheitliches Bild. Viele rechnen damit, dass laufende Vergütungen und Bestandsprovisionen wichtiger werden, während die klassische Abschlussvergütung an Bedeutung verliert. Da nur 155 Antworten auswertbar waren, ist das Ergebnis eher ein Stimmungsbild als eine belastbare Marktprognose. Kritisch ist vor allem, dass viele Details noch offen sind. Anbieter wie Allianz haben zwar konkrete Produkte für 2027 angekündigt, doch wie die Vergütung im Detail aussehen wird, bleibt zentral.

Für Makler könnte sich mehr ändern als nur das Produktangebot: Werden Vergütungen stärker über die Laufzeit verteilt, gewinnt die laufende Kundenbetreuung wirtschaftlich an Bedeutung. Beratung, Service und regelmäßige Überprüfung der Altersvorsorge könnten so stärker zum Geschäftsmodell werden. Die Kostenfrage bleibt heikel: Beim Standardprodukt sind die Effektivkosten auf höchstens ein Prozent begrenzt. Verbraucherschützer kritisieren jedoch, dass Provisionen und Vertriebsinteressen weiterhin eine wichtige Rolle spielen könnten. Die Branche steht damit vor einem Spagat: Die neue Altersvorsorge soll günstiger und attraktiver werden, muss aber zugleich ein tragfähiges Beratungsmodell für Vermittler ermöglichen.

Offen bleibt, wie sich Anbieter und Makler auf die neue Vergütungswelt einstellen. Sicher ist nur: 2027 bringt nicht nur ein neues Vorsorgeprodukt, sondern möglicherweise auch den Beginn eines neuen Geschäftsmodells für die Altersvorsorgeberatung.

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