Allgemein

Schock an den Märkten: Goldminenunternehmen im Sog

Eine kommentierende Analyse von Charlotte Peuron, Portfolio Manager Thematic Equities, Crédit Mutuel Asset Management

  • Neue Turbulenzen: Goldpreis gibt nach, Bergbauaktien werden doppelt abgestraft
  • Ungünstige kurzfristige Faktoren, langfristige Fundamentaldaten bleiben jedoch solide
  • Steigende Produktionskosten geben keinen Anlass zur Sorge

Großflächiger Schock

Der Angriff des Iran auf Katars Gasanlagen hat sich umfassend ausgewirkt und einen neuen Ausverkauf risikoreicher Anlagen ausgelöst. In Phasen solcher umfassenden Verkäufe wird auch Gold verkauft, um den Liquiditätsbedarf zu decken. Goldminenaktien sind doppelt betroffen: sinkende Gold- und Aktienkurse. Derzeit wird dies durch die starke Performance im Jahr 2025 (Gold +65 %, NYSE Arca Gold Miners Index +165 %) noch verstärkt. Anleger nehmen in den am stärksten gestiegenen Marktsegmenten Gewinne mit. Zudem stieg der Ölpreis nach einem Monat Krieg sprunghaft an und setzte alle Volkswirtschaften weltweit unter Druck. Die derzeitige Volatilität in diesem Sektor ist in einem solchen Kontext nicht ungewöhnlich. Am Tag von Trumps Ultimatum (07.04.2026) lagen Gold und der Index der Goldunternehmen immer noch um 7,7 % bzw. 10,7 % im Plus (seit Jahresbeginn in US-Dollar).

Fokus auf unsere Gold-Trendindikatoren

Auf kurze Sicht sind einige Indikatoren weniger günstig: Das potenziell inflationäre Umfeld hat die Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinssenkungen, insbesondere durch die Fed, gedämpft, während der US-Dollar an Stärke gewinnt. Kurzfristig belasten Verkäufe von Gold-ETFs und die Auflösung von Positionen an der COMEX* die Preise. Einige Zentralbanken nutzen die hohen Preise und greifen auf ihre Goldreserven zurück, um bestimmte Ausgaben zu finanzieren (z. B. Polen und Russland).

Nach dem Schock dürfte die physische Nachfrage mittel- bis langfristig jedoch mit sinkenden Preisen wieder anziehen. Tatsächlich hat der starke Anstieg Ende 2025 und Anfang 2026 die physischen Goldkäufe gebremst – vor allem im Schmuckbereich, dem preissensibelsten Segment. Gleiches gilt für die Zentralbanken: Anfang Januar erklärte die polnische Zentralbank, sie beabsichtige, ihre Käufe fortzusetzen (für 2026 sind 15 Tonnen geplant), bevor sie Ende Februar von dieser Aussage wieder abrückte.

Langfristige Faktoren wie die Entdollarisierung der Weltwirtschaft bleiben bestehen. Der Krieg gegen den Iran und der sich nun hinziehende „Kampf um die Straße von Hormus“ führen zu geopolitischer Instabilität, wirtschaftlichen Risiken (Stagflation, Rezession, Unterbrechungen der Energieversorgungsketten usw.) und finanzieller Instabilität. All dies wirkt sich positiv auf Gold und sichere Anlagewerte aus, wobei der Ausgang und der zeitliche Verlauf dieses Krieges weiterhin ungewiss sind.

Die Auswirkungen der gestiegenen Energiepreise sind von Bergwerk zu Bergwerk unterschiedlich, wobei die im Produktionsprozess verbrauchte Energie in der Regel aus dem nationalen Stromnetz bezogen wird. Im Rahmen unserer Asset-Management-Strategie haben wir für 2026 Produktionskosten zwischen 1.700 und 1.800 US-Dollar pro Unze prognostiziert (gegenüber 1.540 US-Dollar pro Unze im Jahr 2025) und dabei die potenziellen Auswirkungen der Energie- und Reagenzienpreise (chemische Produkte) berücksichtigt.

Wir bleiben bei optimistischen Aussichten für Gold und die erfolgreiche Umsetzung der Produktionsprognosen durch Goldminenunternehmen, was das Gewinnwachstum und die Generierung von freiem Cashflow vorantreiben dürfte

*Rohstoffbörse, ein auf Energie und Edelmetalle spezialisierter Markt.

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