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Impfstoffe – Probleme und kein Ende

Die Hoffnungen waren groß, mit der schnellen Entwicklung und Zulassung der Impfstoffe von Biontec/Pfizer und Moderna die Pandemie zügig in den Griff zu bekommen. Doch die Probleme wurden offenbar unterschätzt.

Zu Beginn der Impfkampagne hagelte es noch massive Kritik, dass nicht genügend Impfstoffe zur Verfügung stünden, weil die EU schlecht verhandelt habe und zu wenige Impfdosen bestellt hätte. Wäre ein deutscher Alleingang da nicht besser gewesen? Wie kann es sein, dass ausgerechnet die aus der EU ausgeschiedenen Briten impfen, was das Zeug hält? Okay, aber nur mit dem als dritten Impfstoff zugelassenen Produkt von AstraZeneca. Den Impfstoll will hierzulande aber derzeit kaum noch jemand. Soll er doch beispielsweise nicht vor der südafrikanischen Variante schützen, weshalb Südafrika die Impfung damit eingestellt hat. Bei über 65-Jährigen wurde er von Anfang an nicht verimpft.

Auch die allgemeine Wirksamkeit von 70 Prozent wird bemängelt, weswegen vor allem Kranken- und Pflegepersonal den AstraZeneca-Impfstoff häufig ablehnen. Oder wie in einer Klinik in Braunschweig über verstärkte Nebenwirkungen klagten. In Sachsen scheint die Ablehnung generell groß, weswegen in dieser Woche 2.500 Impftermine nicht vergeben werden konnten. Es sollten nun „nachrangig Impfberechtigte“ vorgezogen werden. Auch das ist immer wieder ein Streitthema: Wer soll wann geimpft werden? Doch auch aus anderen Bundesländern wird gemeldet, dass zahlreiche Personen nicht zu ihren Impfterminen erschienen sind. Warten die jetzt alle, bis der Impftoff von Johnson & Johnson oder eines anderen Unternehmens zugelassen ist?

Immerhin ist unbestritten, dass auch der AstraZeneca-Impfstoff einen guten, wenn auch etwas geringeren, Schutz bietet – sonst wäre er in der EU nicht zugelassen worden. Und das ist doch allemal besser, als gar keinen Schutz zu haben. Das die Impfstoffe aufgrund unterschiedlicher Mutationen wohl ständig nachjustiert werden müssen, war von Anfang an klar. Das verhält sich so wie bei den jährlichen Influenza-Impfungen. Experten empfehlen derweil für alle mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpften eine zweite Injektion mit einem mRNA-Impfstoff, um die Schutzwirkung zu steigern. Vor allem aber, um das Vertrauen in den Impfstoff bei der Bevölkerung zu erhöhen. Damit die Impfkampagne nicht in einem Impfdesaster endet.

uwelehmann/surpress

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