Die Befürchtungen vor möglichen kriegsbedingten Produktionsausfällen im Nahen Osten ließen den Rohölpreis auf über 100 US-Dollar pro Barrel steigen. Im zweiten Quartal änderte sich das Bild. Die geopolitischen Spannungen ließen nach, ebenso wie die Befürchtungen vor einer anhaltenden Unterbrechung der Versorgung. Die Ölpreise gaben gegenüber ihren früheren Höchstständen nach, und Energieaktien blieben insgesamt hinter der Marktentwicklung zurück. Trotz der volatilen Rohstoffpreise sind wir der Ansicht, dass die Fundamentaldaten im Energiesektor weiterhin positiv sind, zumal traditionelle Energieunternehmen weiterhin einen beträchtlichen freien Cashflow erwirtschaften und gleichzeitig Kapital an die Aktionäre zurückfließen lassen.
Im Versorgungssektor war der steigende Strombedarf im zweiten Quartal ein weiteres bestimmendes Thema und spiegelte den rasant wachsenden Energiebedarf von KI und Rechenzentren wider. Das wachsende Anlegerbewusstsein für diesen Strombedarf führte zu verstärkten Investitionen in Versorger und in die gesamte Lieferkette der Strominfrastruktur, einschließlich Unternehmen, die mit neuen Erzeugungskapazitäten, Übertragungsinfrastruktur und Netzausbau in Verbindung stehen.
„Unserer Ansicht nach sind Energieaktien im Verhältnis zur Cash-Generierung der Unternehmen angemessen bewertet. Wir glauben, dass sie weiteres Aufwärtspotenzial bieten könnten, sofern die Rohstoffpreise stabil bleiben und die Kapitalrückzahlungsprogramme fortgesetzt werden. Allerdings sehen wir ein potenzielles Abwärtsrisiko für Energiepreise, falls sich das globale Wirtschaftswachstum verlangsamt oder sich das Angebot aus dem Nahen Osten schneller als erwartet normalisiert. Aus diesem Grund bevorzugen wir einen defensiven Ansatz, der sich auf Energieunternehmen mit hochwertigen, langlebigen Vermögenswerten konzentriert, die unserer Meinung nach vom Markt unterbewertet sind“, sagt David Chung, Reserarch-Analyst bei Janus Henderson Investors.
Und weiter: „Aus Versorgersicht glauben wir, dass die Entwicklung der Stromnachfrage zunehmend struktureller und weniger zyklisch wird. Mit der Ausweitung von Rechenzentren und KI-Anwendungen steigt die Nachfrage weiter, während sich der Stromverbrauch insgesamt nach Jahrzehnten relativ flachen Wachstums wieder beschleunigt. Gleichzeitig steht die Branche vor erheblichen Einschränkungen beim Ausbau neuer Erzeugungskapazitäten. Diese Dynamik stärkt den Investment Case für Unternehmen im gesamten Stromökosystem.“
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