Marketing-Beitrag
Im Gespräch mit Gunnar Rieke, Leiter Financial Assets bei DONNER & REUSCHEL
Während ETFs lange vor allem für passive Indexstrategien standen, etabliert sich gerade eine neue Produktgeneration: aktiv gemanagte ETFs. Sie verbinden aktives Portfoliomanagement mit der Handelbarkeit und Transparenz börsennotierter Fonds. Was bedeutet das für Fondsinitiatoren, Anleger und Verwahrstellen? Darüber sprechen wir mit Gunnar Rieke, Leiter Financial Assets bei DONNER & REUSCHEL.
Herr Rieke, aktive ETFs sind aktuell eines der spannendsten Themen im Asset Management. Warum beschäftigt sich die Branche derzeit so intensiv mit diesem Thema?
Gunnar Rieke: Aktuell gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten, an Marktentwicklung teilzuhaben. Entweder über ein aktives Management, das individuelle Ideen, Vorlieben, aber auch Restriktionen berücksichtigt und damit dem Anlegerbedürfnis am gerechtesten wird. Oder aber über die passive Teilhabe an der Entwicklung eines Indizes, so wie wir es in der Regel über passive ETFs erleben.
Diese beiden Welten nun mit aktiven ETFs zusammenzubringen, bieten diverse Vorteile. Für Fondsinitiatoren entsteht damit ein zusätzlicher Vertriebskanal, der bislang den passiven Strategien vorbehalten war. Anleger können dafür transparente Produkte für ihr Portfolio auswählen, die mehr bieten, als nur den Markt abzubilden.
Was unterscheidet einen aktiven ETF eigentlich von einem klassischen Investmentfonds?
Gunnar Rieke: Aus Sicht der Anlagestrategie im Kern nichts. Ein aktiv gemanagter Aktienfonds bleibt auch als ETF aktiv gemanagt. Der wesentliche Unterschied liegt im Vertriebs- und Handelsmodell.
Ein klassischer Fonds wird üblicherweise über Banken oder Plattformen gezeichnet und zurückgegeben. Dabei wird täglich ein Ausgabe- und Rücknahmewert bestimmt, zu dem sämtliche Aufträge eines Handelstages abgerechnet werden. Ein ETF wird dagegen fortlaufend an der Börse gehandelt – ähnlich wie eine Aktie.
Welche Vorteile ergeben sich daraus für Fondsinitiatoren?
Gunnar Rieke: Wie bereits erwähnt, eröffnen sich für Fondsinitiatoren neue Vertriebschancen. Sie erreichen zusätzliche Anlegergruppen, erhöhen die Sichtbarkeit ihrer Strategien durch die Präsenz an Börsen und digitalen Handelsplattformen. Gleichzeitig bleibt die Flexibilität des aktiven Managements erhalten.
Und welche Vorteile haben Anleger?
Gunnar Rieke: Sie erhalten einen einfachen Zugang zu aktiv gemanagten Strategien und können Anteile flexibel während des Handelstages handeln. Hinzu kommen Transparenz und kontinuierliche Preisbildung an der Börse.
Ein weiterer Vorteil für Initiator und Anleger ist die Liquidität. Oftmals wird lediglich das Börsenumsatzvolumen eines ETFs betrachtet. Tatsächlich geht die verfügbare Liquidität jedoch oft weit darüber hinaus, weil Autorized Participants bei Bedarf zusätzliche ETF-Anteile schaffen oder zurücknehmen können. Dadurch können auch größere Transaktionen, wie sie von institutionellen Kunden vorgenommen werden, sehr effizient umgesetzt werden.
Damit kommen wir zu Creation und Redemption. Was verbirgt sich dahinter?
Gunnar Rieke: Diese Prozesse sind das Herzstück eines ETFs. Vereinfacht gesagt liefern Authorized Participants – meist große Banken oder Broker – Wertpapierkörbe oder Cash an den Fonds und erhalten dafür neu ausgegebene ETF-Anteile. Das nennt man Creation. Beim umgekehrten Prozess, der Redemption, werden ETF-Anteile zurückgegeben, so dass der Marktteilnehmer dafür die entsprechenden Wertpapiere oder Cash enthält.
Diese Mechanik gleicht Angebot und Nachfrage flexibel aus und hält den Börsenkurs des ETFs möglichst nah am tatsächlichen Wert seines Portfolios. So entsteht zusätzliche Liquidität über das sichtbare Orderbuch hinaus.
Welche Rolle spielt dabei die Verwahrstelle?
Gunnar Rieke: Eine größere, als viele Marktteilnehmer vermuten. Unsere regulatorischen Kernaufgaben bleiben dieselben: Verwahrung der Vermögensgegenstände, Kontrollfunktionen und Überwachung der Fondstransaktionen. Im ETF-Umfeld sind wir jedoch noch stärker in operative Prozesse eingebunden, insbesondere aufgrund der höheren Anzahl kapitalmarktnaher Prozesse.
Die Verwahrstelle überwacht und kontrolliert die ordnungsgemäße Durchführung der Creation- und Redemption-Prozesse sowie die korrekte Lieferung der Vermögensgegenstände entsprechend den regulatorischen Vorgaben.
Die Verwahrstelle fungiert damit als Bindeglied zwischen Fondsstruktur und Kapitalmarkt. Sie sorgt dafür, dass Prozesse regulatorisch sauber, sicher und effizient ablaufen.
Weshalb gelten aktive ETFs operativ als anspruchsvoller als klassische Fonds?
Gunnar Rieke: Weil mehr Marktteilnehmer involviert sind. Neben Fondsinitiator, KVG und Verwahrstelle spielen Authorized Participants, Market Maker, Börsen, Datenprovider und Lagerstellen wichtige Rollen.
So ist eine zentrale Grundlage eines aktiven ETF das sognannte Portfolio Composition File, kurz PCF. Es wird täglich erstellt und enthält den Wertpapierkorb für Creation- und Redemption-Prozesse. Ohne diese Informationen funktioniert das ETF-Ökosystem nicht.
Für die Verwahrstelle steigen dadurch die Anforderungen an Datenqualität, Prozessgeschwindigkeit und Systemintegration. Viele Abläufe müssen nahezu in Echtzeit funktionieren. Für einen Fondsinitiator ist die Wahl einer guten Verwahrstelle daher essenziell für den Vertriebserfolg.
Herr Rieke, was spricht für DONNER & REUSCHEL als Partner?
Gunnar Rieke: Investoren suchen transparente, kosteneffiziente und flexibel handelbare Investmentlösungen. Viele wünschen sich dabei individuelle Angebote, die nicht nur den jeweiligen Index abbilden. Aktive ETFs erfüllen diese Anforderungen und bieten Fondsinitiatoren zudem neue Vertriebsmöglichkeiten und Reichweite. Deshalb dürfte das Segment in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.
Damit das Modell funktioniert, braucht es eine leistungsfähige Infrastruktur und eingespielte Partner. Eine erfahrende Verwahrstelle wie DONNER & REUSCHEL übernimmt dabei eine zentrale Rolle: als Kontrollinstanz, operativer Ermöglicher und strategischer Partner.
Vielen Dank für das Gespräch
Mehr Informationen zu Verwahrstelle von DONNER & REUSCHEL erhalten Sie hier:
D&R Asset Servicing, Verwahrstelle für Financial und Real Assets
Oder direkt bei Gunnar Rieke, Leiter Asset Servicing | Financial Assets bei DONNER & REUSCHEL,
gunnar.rieke@donner-reuschel.de, (040) 30217-5250






























