Investmentfonds

State Street IM: Einschätzung zum Umfeld der Schwellenländer-Aktien und -Anleihen

Eine kommentierende Analyse von Konrad Kleinfeld

Nach mehreren herausfordernden Jahren hat sich das Umfeld für Anlagen in Schwellenländern seit 2025 spürbar aufgehellt. Ein schwächerer US-Dollar, nachlassender Inflationsdruck und die globale Investitionswelle rund um künstliche Intelligenz (KI) haben in unseren Augen sowohl Aktien als auch Anleihen aus den Emerging Markets unterstützt. Gleichzeitig bleibt die geopolitische Entwicklung, insbesondere im Nahen Osten, der wichtigste Unsicherheitsfaktor.
Makroökonomisch betrachtet verfügen viele Schwellenländer weiterhin über einen Wachstumsvorsprung gegenüber den Industrieländern. Konsensprognosen gehen davon aus, dass Indien in den kommenden Jahren weiterhin zu den am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften zählen dürfte, während China trotz moderaterer Dynamik weiterhin schneller wächst als zahlreiche entwickelte Märkte. Taiwan profitiert zudem von seiner hohen Bedeutung innerhalb der globalen Halbleiterindustrie, die eine zentrale Rolle für den Ausbau von KI-Anwendungen spielt.
Für Aktieninvestoren bleibt insbesondere Asien relevant. Die Region stellt den Großteil des MSCI Emerging Markets Index und vereint damit verschiedene Wachstumstreiber. Taiwan und Südkorea sind eng in die globale Halbleiterwertschöpfungskette eingebunden, während China über ein zunehmend eigenständiges Technologie- und KI-Ökosystem verfügt. Indien wiederum profitiert von strukturellen Wachstumsfaktoren und günstigen demografischen Entwicklungen. Bemerkenswert erscheint dabei, dass Schwellenländeraktien im Vergleich zu entwickelten Märkten weiterhin günstiger bewertet werden. Gleichzeitig wurden Analystenschätzungen zuletzt insbesondere in Teilen des Technologie- und Halbleitersektors nach oben revidiert.
Auch für Lokalwährungsanleihen erscheinen die Rahmenbedingungen derzeit konstruktiv. Viele Schwellenländer bieten weiterhin höhere Nominal- und Realrenditen als zahlreiche entwickelte Märkte. Darüber hinaus könnten die Währungen vieler Schwellenländer von einer Fortsetzung der Dollar-Schwäche profitieren, nachdem sie im historischen Kontext vielfach weiterhin auf vergleichsweise niedrigen Bewertungsniveaus notieren.
In unseren Augen schaffen diese Wachstumsperspektiven, Bewertungen und Renditechancen derzeit ein Umfeld, das für Schwellenländeranlagen konstruktiv erscheint. Die geopolitische Entwicklung bleibt die zentrale Determinante. Gleichzeitig liefern die fundamentalen Daten liefern derzeit auch Argumente dafür, dass Emerging Markets wieder stärkere Beachtung finden könnten – sowohl im Aktien- als auch im Anleihesegment.
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