„Mein Geld“ im Gespräch mit Markus Niedermeier, Geschäftsführer der LHI Gruppe, über Karriereentwicklung, Generationswechsel und die Balance zwischen Stabilität und Innovation
Sie haben Ihre gesamte Karriere innerhalb der LHI aufgebaut. Gibt es einen prägenden Moment, in dem Sie gespürt haben, dass Sie nicht nur Teil des Unternehmens sind, sondern aktiv seine Zukunft gestalten werden?
MARKUS NIEDERMEIER: Was ich an der LHI von Anfang an spannend fand war, dass ich nach einem Trainee-Programm nahezu vom Start weg Verantwortung als Projektleiter übernehmen durfte. Dazu gehörten zunächst Structured-Finance- Projekte, dann unsere ersten Portfoliofonds im Bereich Immobilien und erneuerbare Energien. Später haben mir dann zwei Geschäftsführer beziehungsweise heutige Gesellschafter und Beiräte die Teilnahme an einem berufsbegleitenden Executive-MBAProgramm ermöglicht. Das war eine Vorbereitung für General-Management-Aufgaben und die anschließende Übernahme einer Geschäftsführungsfunktion in der KVG.
Der Generationswechsel gilt bei der LHI als besonders gelungen. Was war aus Ihrer Sicht der entscheidende Faktor: Struktur, Kultur oder die Menschen selbst?
MARKUS NIEDERMEIER: Der entscheidende Faktor war aus meiner Sicht, dass sich alle Gesellschafter darüber einig waren, dass es einen Generationswechsel geben soll und sie diesen gezielt vorbereitet haben. Zudem war es kein abrupter Übergang, sondern zwei Gesellschafter und Beiräte beraten die Geschäftsführung auch weiterhin und der laufende Austausch ist aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung sehr wertvoll und hilfreich. Langfristiges Denken und Stabilität sind aber natürlich auch wesentlicher Teil der Unternehmenskultur.
Die LHI setzt heute bewusst auf institutionelle Investoren und langfristige Partnerschaften. Wie verändert dieser Fokus konkret Ihre tägliche Entscheidungslogik im Vergleich zu früheren Marktphasen?
MARKUS NIEDERMEIER: Die LHI hat von Beginn an auf langfristige Partnerschaften gesetzt. So betreuen wir mehrere Kunden praktisch von der Unternehmensgründung an bis heute. Später kamen institutionelle Investoren, Family Offices und Stiftungen dazu, und wir haben diese Grundeinstellung von Anfang an auf alle Kundengruppen übertragen. Wenn man Kunden langfristig binden will (unsere Produkte laufen teilweise über 30 Jahre), ist vor allem die eigene Stabilität sehr wichtig. Dafür sind gerade im Bezug auf neue Produkte vorausschauendes Denken und Handeln sowie das Erkennen neuer Trends essenziell.
Die LHI steht für Stabilität und gleichzeitig für Innovation, etwa durch Projekte wie Regionergy. Wie schaffen Sie es, Fortschritt gezielt voranzutreiben und gleichzeitig die gewachsene Stärke des Unternehmens weiter auszubauen?
MARKUS NIEDERMEIER: Indem wir versuchen, beides bestmöglich miteinander zu verbinden. Regionergy ist dafür ein gutes Beispiel, weil es hier gelungen ist, unsere jahrzehntelangen Erfahrungen mit Stadtwerken und der Öffentlichen Hand aus dem Structured-Finance-Bereich mit unserer inzwischen ebenso langjährigen Erfahrung aus dem Management mit Anlagen zur Erzeugung von erneuerbaren Energien zu kombinieren. Wir entwickeln neue Produkte immer eng abgestimmt mit unseren Kunden und gehen so davon aus, dass wir damit ein gutes Angebot für die Finanzierung von Stadtwerken und Energieprojekten auf der einen Seite und eine attraktive und stabile Investmentmöglichkeit in den Trend „Versorgungssicherheit“ für unsere institutionellen Kunden auf der anderen Seite bieten können.
Vielen Dank für das Gespäch.






























