„Mein Geld“ im Gespräch mit Thomas Amend zum 25-jährigen Jubiläum der Service- KVG Axxion S.A. in Luxemburg. Im Interview blickt der Gründer auf die Anfänge, Herausforderungen und Prinzipien, die das Unternehmen bis heute prägen
Herr Amend, Sie haben Axxion 2001 gegründet – was war damals Ihr persönlicher Antrieb?
THOMAS AMEND: Nach vielen Jahren im Großbankenumfeld wollte ich etwas Neues, etwas mit persönlicher Handschrift wagen. Die Jahrtausendwende schien mir der richtige Moment, aus großen Strukturen in eine kleinere, eigenverantwortlich gemanagte Organisation zu wechseln. Als Managementgesellschaft in Luxemburg konnten wir mit externen Dienstleistern schlank starten und ein flexibleres, bankenunabhängiges Modell aufbauen.
Wenn Sie an die Anfangsjahre zurückdenken: Was war größer, Mut oder Überzeugung?
THOMAS AMEND: Überzeugung. Ohne einen klaren Plan und Vertrauen in die eigene Idee gründet man kein Unternehmen. Den Mut erkennt man oft erst im Rückblick, wenn man sieht, welche Klippen man unterwegs umschiffen musste.
Die Finanzkrise 2008 war ein Schockmoment für die Märkte. Was war Ihre erste Reaktion?
THOMAS AMEND: Natürlich war die erste Reaktion große Unsicherheit. Man fragte sich sofort, welche Folgen das für die Kunden und damit auch für das eigene Geschäft hat. Relativ schnell zeigte sich jedoch, dass unsere schlanke Struktur für viele Anleger attraktiv war. Gerade Family Offices suchten damals transparente und unabhängige Partner. Dadurch konnten wir eine Reihe großer Mandate gewinnen, von denen viele uns bis heute treu geblieben sind.
Sie haben einige Marktumbrüche erlebt. Was ist Ihr wichtigstes Prinzip in turbulenten Zeiten?
THOMAS AMEND: Krisen treffen Strategien unterschiedlich. Manche leiden, andere profitieren. Unser Vorteil war immer die breite Diversifikation, um solche Zeiten gut zu überstehen.
Gab es eine Entscheidung in diesen 25 Jahren, die rückblickend besonders mutig war?
THOMAS AMEND: Die Gründung selbst. Wir waren erst wenige Monate am Markt, als die Anschläge vom 11. September 2001 die Finanzmärkte praktisch zum Stillstand brachten. Für ein junges Unternehmen war das eine große Herausforderung – hätte ich es voraussehen können, wäre ich wohl nicht zum Gründer geworden.
Vertrauen ist die wichtigste Währung in der Finanzbranche. Wie gewinnt und bewahrt man sie?
THOMAS AMEND: Durch nachvollziehbare Entscheidungen und klare Prinzipien. Strategien müssen konsistent sein und über Jahre Bestand haben. Wer zu dem steht, was er tut, findet automatisch die Kunden, die genau das schätzen.
Was unterscheidet Ihr Haus vom Wettbewerb?
THOMAS AMEND: Drei Dinge in einer idealen Kombination: inhabergeführt, bankenunabhängig, fokussiert. Dies ermöglicht maßgeschneiderte Fondsstrukturen für unsere Kunden. Eine über Jahrzehnte konsistente Personal- und Geschäftspolitik ist daneben die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und eine dauerhafte Kundenzufriedenheit.
Wenn Sie auf die letzten 25 Jahre blicken – worauf sind Sie am meisten stolz?
THOMAS AMEND: Darauf, dass trotz des Wachstums unseres Unternehmens die Axxion-DNA der Gründerjahre erhalten geblieben ist. Neue Kolleginnen und Kollegen damit zu „infizieren“, war eine tolle Aufgabe. Aber ich bin auch stolz auf die Zukunftssicherung der Axxion, die wir zum richtigen Zeitpunkt in die Wege geleitet haben. Es gab keinen Bruch, als ich 2021 vom Vorstand in den Aufsichtsrat gewechselt bin.
Was hat Sie diese unternehmerische Reise persönlich gelehrt?
THOMAS AMEND: Viele der Pläne, auf die man bei der Gründung setzt, entwickeln sich anders als gedacht. Dafür erlebt man manche, in meinem Fall meist positive, Überraschungen und neue Beziehungen entstehen. Planung ist wichtig, dient aber mehr der eigenen Selbstvergewisserung.
Wenn Sie 2035 auf Axxion schauen – was wünschen Sie sich zu sehen?
THOMAS AMEND: Ich hoffe, dass ich dann immer noch in der Lage bin, mein Aufsichtsratsmandat wahrzunehmen. Dass meine jungen Kolleginnen und Kollegen die Markttrends aufgreifen und Serviceangebote entwickeln, die unsere Kunden voranbringen, ist essenziell. Vor allem aber möchte ich die schon beschriebene Axxion- DNA weiterhin spüren.
Vielen Dank für das Gespräch.






























