Die kurzfristigen Aussichten für die deutsche Wirtschaft haben sich unter dem Strich über den Jahreswechsel kaum verändert. Das signalisiert der monatliche Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, der die neuesten verfügbaren Daten zu den wichtigsten wirtschaftlichen Kenngrößen bündelt. Dahinter stehen allerdings interessante gegenläufige Entwicklungen: Während aus der Industrie durch deutlich gestiegene Inlandsaufträge erstmals seit längerem positive Signale kommen, entwickeln sich unter anderem die Indikatoren für den privaten Konsum nur moderat.
Maßgeblich für den leichten Anstieg der Rezessionswahrscheinlichkeit sind vor allem Stimmungsindikatoren. So verzeichnete neben dem ifo Geschäftsklimaindex und dem S&P Einkaufsmanagerindex auch der GfK-Konsumklimaindex etwas schlechtere Werte als im Vormonat. Ein Indiz dafür, dass sich die Menschen in Deutschland bei Anschaffungen zurückhalten. Dagegen sorgten in den Indikator einfließende, überwiegend positive Daten von Finanzmärkten und aus der Realwirtschaft dafür, dass die Eintrübung marginal blieb. Dabei überlagerte die zuletzt sehr positive Entwicklung der Industrie-Aufträge aus dem Inland die weiterhin schwierige Situation bei den Exporten ins außereuropäische Ausland, die durch die aggressive Zoll- und Industriepolitik der USA und Chinas massiv gebremst werden.
„Die Zeichen stehen weiter auf einen moderaten Aufschwung, wie wir ihn auch in unserer aktuellen Jahresprognose mit 1,2 Prozent Wirtschaftswachstum erwarten“, sagt Prof. Dr. Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des IMK. „Allerdings hinterlassen die fortgesetzten und nach unserer Analyse weitestgehend überflüssigen Kürzungsdebatten der vergangenen Monate ihre Spuren. Die ständigen Forderungen nach Einschnitten im Sozialstaat in Kombination mit dem Aufschieben zuvor versprochener Entlastungen, etwa bei der Stromsteuer, haben für Verunsicherung gesorgt und die Konsumfreude gedämpft. Damit hat die schwarz-rote Koalition die wichtigen Fortschritte bei Schuldenbremse und Investitionen erheblich konterkariert“, warnt Dullien. „In einer zugespitzten geoökonomischen Situation, in der es auf die Binnennachfrage ankommt, ist das ebenso riskant wie unnötig.“ (Weitere Informationen im wirtschaftspolitischen Jahresausblick des IMK, IMK-Report Nr. 199, Januar 2026, insbesondere im Kasten zur Stabilität des Rentensystems ab Seite 19).*































