Investmentfonds

Tech-Investments: Verschiebung der Perspektive

Technologietitel werden hoch gehandelt. „Chancen bieten sich oft abseits großer Tech-Konzerne“, findet Margaret Vitrano, Portfoliomanagerin bei der Legg-Mason-Boutique Clearbridge Investments

geralt / Pixabay

Und dies umso mehr, als der Markt einen Perspektivwechsel vollzieht und mittelfristige Aussichten höher als kurzfristigen Gewinn wertet.

Wer heute in Wachstumsunternehmen investieren wolle, solle sich an bestimmten Großtrends orientieren, sagt Vitrano. „Die Krise funktioniert als Katalysator und verstärkt Trends, die es schon zuvor gegeben hat, wie etwa die Digitalisierung. Statt allerdings ausschließlich auf Tech-Titel zu setzen, sollten Anleger um die Ecke denken. In vielen Branchen findet aktuell eine Verschiebung hin zu Online-Aktivitäten statt. Das können sich Investoren zu Nutze machen“, so Vitrano.

Längere Perspektive rechtfertigt höhere Bewertungen

Zwar hält die Portfoliomanagerin klassische Tech-Titel auch weiterhin für solide, betont aber deren aktuell ambitionierte Bewertung. „Technologie-Unternehmen werden insbesondere dann interessant, wenn die Märkte wieder unruhiger werden. Damit ist angesichts der noch immer angespannten Pandemie-Situation zu rechnen“, glaubt Vitrano. Interessant seien heute bereits klassische Konsumtitel. „Hier sind die Bewertungen attraktiv und es finden sich ausgewählte Unternehmen, die von der Verschiebung des Konsums in den digitalen Raum besonders profitieren“, so die Portfoliomanagerin.

Mit Blick auf die hohen Bewertungen des Aktienmarkts stellt Vitrano klar, dass der Markt bereits vor der Corona-Krise damit begonnen habe, weiter in die Zukunft zu blicken. Kam es vor einigen Jahren verstärkt auf die Gewinnerwartung der bevorstehenden zwölf Monate an, berücksichtige der Markt heute die Perspektive von bis zu drei Jahren. „Dieser langfristige Fokus des Marktes rechtfertigt die aktuellen Bewertungen, da ab einem gewissen Zeitpunkt eine relativ normale Wirtschaftsaktivität eingepreist wird“, so Vitrano.

Selbst Unternehmen aus der Reisebranche können Chancen bieten

Dennoch rechnet die Spezialistin für Wachstumsunternehmen für das zweite Halbjahr mit einem volatilen Marktverlauf. „Neben der Pandemie dürfte auch die bevorstehende US-Präsidentschaftswahl dafür sorgen, dass die Märkte nervöser werden. Bei Unternehmen mit robusten und vor allem digitalen Geschäftsmodellen entstehen Chancen“, sagt Vitrano. Als Beispiel nennt sie die Aktie von Booking.com. Die Plattform zum Buchen von Hotels und anderen Unterkünften leidet zwar aktuell unter verhängten Lockdowns. „Langfristig profitiert sie aber von einem durch die Pandemie erzwungenen Wandel der Reisebranche. Eine attraktive Kostenstruktur und eine gute Marktposition sorgen gepaart mit dem digitalen Geschäftsmodell dafür, dass die Chancen die Risiken überwiegen“, so Vitrano.
(Legg Mason)

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