Wirtschaft

Variable Verzinsung – Banken übervorteilen Kunden

Verwendung unzulässiger Zinsanpassungsklauseln macht Tricksereien zulasten von Kunden möglich

Spielball Zinsen

Verträge mit variabler Verzinsung sind immer beliebt, wenn die Zinsen in Bewegung sind. Werden steigende Zinsen erwartet, greifen Anleger gerne zu entsprechend ausgestatteten Sparverträgen. Fallen die Zinsen, werden vor allem variabel verzinste Kredite nachgefragt. All diese Konstruktionen setzen voraus, dass die Banken, die sie anbieten, sich korrekt verhalten.

„Viele Sparkassen, jedoch auch andere Kreditinstitute, haben ihre Kunden dadurch geschädigt, dass sie vor allem die Zinssenkungen der letzten Jahre bei Dispositionskrediten und Kontokorrentkrediten nicht ordnungsgemäß an die Kunden weitergegeben haben. Der dadurch entstandene Schaden erreicht in vielen Fällen eine beträchtliche Höhe, da die jeweiligen Zinsen oftmals über viele Jahre nicht angepasst wurden“, sagt Klaus Nieding, Vorstand der Nieding+Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft.

Strenge Voraussetzungen durch BGH

Die meisten Betroffenen wüssten nicht einmal, dass sie benachteiligt wurden, ist Nieding überzeugt. „Genau berechnen kann das eigentlich nur ein Zinsgutachter“, erklärt der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. „Anleger oder Kreditnehmer, die Verträge mit variabler Verzinsung haben, sollten diese unbedingt anwaltlich prüfen lassen“, rät Nieding.

Möglich wurden solche Zinstricksereien in der Regel durch die Verwendung unzulässiger sogenannter Zinsanpassungsklauseln. Dabei hatte der Bundesgerichtshof (BGH) für solche Klauseln strenge Voraussetzungen geschaffen – insbesondere bei Vereinbarung per AGB mit Verbrauchern. Das Prinzip dabei ist einfach: Fällt der jeweilige Referenzzinssatz, meist werden hier der Drei-Monats-EURIBOR oder die Leitzinssätze der Europäischen Zentralbank (EZB) genutzt, muss der Kreditzins entsprechend nach unten angepasst werden. Im Klartext: Ändert sich die Zinssituation zugunsten des Kunden, ist die Bank zur Anpassung verpflichtet.

Überhöhte Kreditzinsen können hohe Beträge ausmachen

„Etliche Kreditinstitute haben entweder eine nach AGB-Recht unwirksame Klausel verwendet, etwa wenn die Anpassung des Vertragszinses in das ‚billige Ermessen‘ des Kreditinstitutes gestellt wird, oder es wurde zwar eine wirksame Klausel vereinbart, diese jedoch nicht ordnungsgemäß angewendet.

Dies führt dazu, dass in vielen Fällen, in denen ein variabler Zins vereinbart wurde, der Vertragszinssatz zum Nachteil der Kontoinhaber nicht entsprechend angepasst wurde“, erklärt Nieding und ergänzt: „Vor allem bei Gewerbetreibenden oder Handwerksbetrieben, die regelmäßig im Rahmen des laufenden Geschäftsbetriebes einen Dispositionskreditrahmen nutzen, können die seitens der Banken kassierten überhöhten Kreditzinsen hohe Beträge ausmachen!“

Verträge mit variabler Verzinsung prüfen lassen

Bei der Geltendmachung von Ansprüchen wegen der Zinstricksereien der Sparkassen und sonstiger Kreditinstitute kooperiert die Kanzlei Nieding+Barth mit dem Prozessfinanzierer FORIS, um eine Rechtsdurchsetzung ohne Kostenrisiko für Geschädigte zu ermöglichen. So können Betroffene ihre Ansprüche leicht prüfen und gegebenenfalls auch durchsetzen lassen, selbst wenn keine Rechtsschutzversicherung existiert beziehungsweise die Kosten übernimmt.

(Nieding + Barth Rechtsanwaltsaktiengesellschaft)

print

Tags: , , , ,

ASCORE Auszeichnung

Es gibt viele gute Tarife – für die Auszeichnung „Tarif des Monats“ gehört mehr dazu. Lesen Sie hier, was die ausgezeichneten Tarife zu bieten haben.

Tarife des Monats im Überblick

ETF-News

ETF-News

Aktuelle News zu börsengehandelten Indexfonds.

zu den News

Guided Content

Guided Content ist ein crossmediales Konzept, welches dem Leser das Vergleichen von Finanzprodukten veranschaulicht und ein fundiertes Hintergrundwissen liefert.

Die Ausgaben im Überblick

ESG Impact Investing

In jeder Ausgabe stellt "Mein Geld" ein UN-Entwicklungsziel und dazu passende Investmentfonds vor.

Un-Entwicklungsziele im Überblick

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein Geld Newsletter

Melden Sie sich für unseren 14-tägigen Newsletter an.

zur Newsletteranmeldung

25 Jahre Mein Geld
Icon

Mein Geld TV

Das aktuelle Video

-
APUS Capital: APUS Capital – Investments in Innovation

Stefan Meyer  im Interview zur Attraktivität von langfristigen, innovationsgetriebenen Investments in Aktien und wie APUS Capital überdurchschnittliche Renditen erzielen kann.

zum Video | alle Videos
Icon

Mein Geld Magazin

Die aktuelle Ausgabe

Mein Geld 02 | 2024

Die Zeitschrift Mein Geld - Anlegermagazin liefert in fünf Ausgaben im Jahr Hintergrundinformationen und Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Finanzen.

zur Ausgabe | alle Ausgaben