Wirtschaft

Digitalisierungsgesetz benötigt noch Anpassungen

Neue energiewirtschaftliche Geschäftsmodelle, etwa zum Messen und Steuern, benötigen klare Rahmenbedingungen. Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne) sieht in dem geplanten Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende dabei einen wichtigen Schritt nach vorn, hält aber Änderungen für notwendig. So darf die Einbaupflicht für intelligente Messsysteme nicht zu einer ungerechtfertigten Netzentgeltbelastung für Kunden führen.

Intelligente Messsysteme sind notwendig, um etwa bei Kunden mit höheren Energieverbräuchen ein Lastmanagement zu ermöglichen. Das Gesetz sieht eine Einbauverpflichtung ab 2017 für Anschlüsse mit einem Verbrauch ab 10.000 Kilowattstunden vor; dazu zählen etwa kleinere gewerbliche Betriebe wie Bäckereien, die derzeit nach so genannten Standardlastprofil (SLP) beliefert werden. Nach aktuellem Stand wäre ein Großteil dieser Kunden durch die Einbaupflicht neben den gesetzlich geregelten Kosten für das intelligente Messsystem auch mit deutlich steigenden Netzentgelten konfrontiert. Der Grund: Mit dem Einbau des Smart Meter würden diese nicht mehr als SLP-Kunden eingestuft, sondern fallen unter die Leistungsmessung. Je nach Verteilernetzbetreiber könnten sich dadurch die Netzentgelte um ein Vielfaches erhöhen. „Der Gesetzgeber könnte hier kurzfristig eine Lösung finden, etwa die, dass diese Kunden zwar anders bilanziert, aber netzseitig weiter als SLP-Kunden abgerechnet werden können“, fordert bne-Geschäftsführer Robert Busch.

Nikolaus Starzacher, Gründer und Geschäftsführer des Messstellenbetreibers Discovergy, ergänzt: „Ein solches Bilanzierungswahlrecht würde den Marktstart erleichtern, da jeder Nutzer eines Smart Meters von den Vorteilen profitieren kann, ohne preisliche Nachteile befürchten zu müssen.“ Starzacher blickt optimistisch nach vorn. „Ich freue mich, dass nach vielen Jahren mühsamer Diskussion mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende endlich klare Rahmenbedingungen geschaffen werden und der Roll-Out von intelligenten Stromzählern nun bald beginnen kann.“

„Um die notwendige Flexibilisierung voranzutreiben, müssen wir entsprechende Verbrauchspotentiale über intelligente Infrastruktur zum Vorteil der Energiekunden verschieben. Wir dürfen diesen sinnvollen Weg nicht durch inkompatible Netzentgeltregelungen behindern.“ Wichtig sei zudem, möglichst bald die noch ausstehende Lastmanagementverordnung vorzulegen. „Es kann nicht sein, dass wir die Messinfrastruktur endlich erneuern und gleichzeitig an einer Rundsteuerregelung aus dem Jahr 1899 festhalten, mit der wir die moderne Messinfrastruktur nicht nutzen können“, so Busch.

Wirtschaft

DIW-Chef attackiert Schäuble und andere deutsche Politiker

DIW-Chef Marcel Fratzscher hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und andere deutsche Politiker vor weiteren Angriffen auf die Europäische Zentralbank (EZB) gewarnt. „Die zu einseitige und häufig emotionale Kritik an der EZB ist falsch und schadet der Glaubwürdigkeit der EZB“, sagte Fratzscher der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstagausgabe). „Deutschland schadet sich selber mit der Kritik an der EZB, denn ein Verlust der Glaubwürdigkeit bedeutet, dass die EZB ihre Aufgabe schlechter erfüllen kann“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). „Anstelle die EZB zu attackieren, sollte sich die Politik den Spiegel vorhalten“, sagte er. „Europas größtes Problem ist nicht das Handeln der EZB, sondern das Nicht-Handeln der Politik – gerade auch in Deutschland“, betonte der Ökonom. „Wir müssen in Deutschland dringend zu einem sachlichen und ausgewogenen Dialog zur EZB-Geldpolitik zurückkehren“, mahnte er. Schäuble hatte die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) scharf kritisiert, weil sie euroskeptische Befürchtungen nähre.

Wirtschaft

Sparen in Zeiten der Zinsflaute

Die Deutschen sind und bleiben Aktienmuffel, scheuen das Risiko und zeigen nahezu allen Formen der Geldanlage jenseits des klassischen Sparbuchs gegenüber ein tiefsitzendes Misstrauen, selbst wenn dort angesichts des historischen Zinstiefs die Guthaben faktisch schrumpfen. Soweit die aktuelle Postbank-Studie zum Sparverhalten der Bundesbürger. Nicht einmal jeder fünfte Sparer legt sein Geld in Aktien oder Fonds an. Paradoxerweise wähnen etwa genau so viele Menschen ihren Notgroschen unterm Kopfkissen sicher.

Das Beharren der Deutschen auf konservativen Anlageformen wird oft kritisiert. Experten verweisen dann darauf, dass sich auf dem Kapitalmarkt angelegtes Geld mittel- und langfristig oft deutlich besser entwickelt als Spareinlagen und deutsche Anleger weit weniger am Wachstum der eigenen Wirtschaft teilhaben, als das in anderen Ländern der Fall ist.

Allerdings gilt auch hier: Das Risiko fährt immer mit. Ein Grund zum Haareraufen ist die Skepsis gegenüber dem Aktienhandel aber keineswegs. Denn wer risikolos, aber diszipliniert Geld zurücklegt, der vermehrt sein Guthaben schon durch das Sparen selbst. Dieses Prinzip funktioniert immer, gerade auch in der Zinsflaute.

 

11

 

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Icon

Mein Geld Magazin

Die aktuelle Ausgabe

Mein Geld 05 | 2025

Die Zeitschrift Mein Geld - Anlegermagazin liefert in fünf Ausgaben im Jahr Hintergrundinformationen und Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Finanzen.

zur Ausgabe | alle Ausgaben

Wirtschaft

Die Stichting Volkswagen Investors Claim gibt die Unterstützung durch den europäischen Verband der Anleger Better Finance bekannt

Das Board der Stichting Volkswagen Investors Claim (die „Stiftung“) hat heute bekannt gegeben, dass Better Finance, der einzige europäische Verband, der Anleger und Nutzer von Finanzdienstleistungen auf europäischer Ebene vertritt, schriftlich erklärt hat, die Stiftung zu unterstützen. Better Finance unterstützt die Stiftung in dem Ziel, Schäden die Investoren aufgrund des Volkswagen Emissions Skandals erlitten haben, angemessen auszugleichen.

Die Stiftung wurde in den Niederlanden als Non-Profit Organisation gegründet. Ziel ist es die Interessen von Investoren in Wertpapiere der Volkswagen AG (VW), der Porsche AG (Porsche), und der Audi AG (Audi) zu vertreten, welche von dem Kurssturz im September 2015 betroffen sind. Ursächlich war das öffentliche Eingeständnis des Autoherstellers bei verkauften Autos eine built-in Software die das Emissionstestergebnis manipuliert, verwendet zu haben. Die Stiftung vertritt die Interessen von Käufern von Wertpapieren von VW, Porsche und Audi weltweit und hat dementsprechend VW eingeladen über einen Vergleich zu verhandeln, um eine angemessene Lösung für geschädigte Investoren einerseits, aber auch andererseits eine Möglichkeit einer raschen Erledigung für die Volkswagengruppe zu ermöglichen, um nicht zuletzt weitere zahllose Individualverfahren in einzelnen Jurisdiktionen zu vermeiden.

Aufgrund der Weigerung von VW jegliche Verantwortung für ihre Handlungen und den daraus resultierenden Schaden der Investoren zu übernehmen, steigt die Anzahl an verärgerten und enttäuschten Investoren. Dieses Problem kann am besten durch die Stiftung, zusätzlich unterstützt durch Better Finance und die dadurch vergrößerte breite europäische Akzeptanz, gelöst werden.

Better Finance ist die bei Weitem bedeutendste europäische Dachorganisation von rund 50 unabhängigen, nicht staatlichen, nationalen und internationalen Mitgliedern, welche die Interessen von Investoren seit Jahrzehnten erfolgreich vertritt.

Zuvor hatte bereits DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V.), die älteste und größte deutsche Investoren Organisation, seine Teilnahme an der Stiftung bekanntgegeben. Zusammen mit der seit Gründung der Stiftung im Jahr 2015 aktiven Unterstützung durch die World Federation of Investors Corporation, eine weltweit tätige Non-Profit Organisation mit 55 nationalen Mitgliedern, und des IFLM (THE INTERNATIONAL FINANCIAL LITIGATION NETWORK) eines global agierenden Anwaltsnetzwerkes von Kapitalmarktrechtexperten, wächst die Zahl jener, die in der Stiftung die gerechte Lösung für Betroffene des Volkswagen Skandals erkannt haben.

Wirtschaft

Kurze Beine, Marktkommentar

Die Erholungsrally in Rohstoffen und Aktien stockt. Im Ölmarkt etwa ist der Angebotsüberhang noch länger nicht abgebaut. Auffällig ist nun, dass Dax und Euro Stoxx 50 seit Anfang April sich weniger gut als US- und Schwellenländeraktien entwickelt haben.

Weiterlesen

Wirtschaft

IG Metall droht mit langen Warnstreiks

Kurz vor der zweiten Runde in den Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie am Montag hat die IG Metall NRW ein Angebot der Gegenseite verlangt: „Die Arbeitgeber sind gut beraten, jetzt mal aus ihrer Ecke zu kommen und was Ordentliches auf den Tisch zu legen“, sagte NRW-Bezirksleiter Knut Giesler der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe).

Weiterlesen

Guided Content

Guided Content ist ein crossmediales Konzept, welches dem Leser das Vergleichen von Finanzprodukten veranschaulicht und ein fundiertes Hintergrundwissen liefert.

Die Ausgaben im Überblick

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein Geld Newsletter

Melden Sie sich für unseren 14-tägigen Newsletter an.

zur Newsletteranmeldung

Themen-Leader Assekuranz

cpit

Hier gehts zu den Videos