Wirtschaft

Living Lab Smart – Die holländische Revolution zum intelligenten Laden von Elektrofahrzeugen

So verwenden die Niederlande Elektrofahrzeuge, um Spitzenstrom aus nachhaltigen Energiequellen zu speichern

Neue Technologien sorgen für Veränderung

Die Niederlande verwandeln sich in ein großes Versuchslabor für das intelligente Laden von Elektrofahrzeugen (das „Living Lab Smart Charging“) und entwickeln sich zu einem internationalen Spitzenreiter in diesem Bereich, indem sie Spitzenstrom aus Sonnen- und Windenergie in elektrischen Fahrzeugen speichern. Schon 325 Gemeinden (darunter Amsterdam, Rotterdam, Utrecht und Den Haag) sind dem niederländischen Living Lab Smart Charging beigetreten, das 80 Prozent sämtlicher öffentlicher Ladestationen stellt. Es wird auch von der niederländischen Regierung unterstützt.

Darüber hinaus sind einige große Namen unter den privaten und semi-privaten Ladestationen, darunter The New Motion und EV-Box, beigetreten. Schon bald sollen sämtliche Ladestationen in den Niederlanden für Tests und Forschungsprojekte zur Verfügung stehen.

Das Living Lab Smart Charging ist eine offene Plattform, bei der Unternehmen (von multinationalen Konzernen bis hin zu kleinen Tech-Startups, national wie international), Universitäten, lokale und regionale Regierungen und Netzbetreiber zusammenarbeiten.

Sie betreiben ein ambitioniertes Programm, das aus drei Schritten besteht:

Schritt 1. Möglichst viele Ladestationen für Smart Charging vorbereiten. Derzeit läuft eine großangelegte landesweite Modernisierungsaktion, die sicherstellen soll, dass die vorhandenen Ladestationen technisch dazu in der Lage sind, Smart Charging anzubieten. Alle neuen Stationen, wie z. B. die 2.500 neuen Ladestellen, die von den südlichen Provinzen Nordbrabant und Limburg eingerichtet werden, sind bereits Smart-Charging-fähig.

Schritt 2. Einsatz der innovativen Stationen für Forschungsarbeiten und Testläufe zum Smart Charging. Es gibt beispielsweise eine App (von Jedlix), deren Benutzer Geld damit verdienen können, dass sie ihr Fahrzeug mithilfe der Technologie mitten in der Nacht aufladen, wenn nach wie vor Windenergie erzeugt wird, aber nur eine geringe Nachfrage danach besteht. In Utrecht wird in Zusammenarbeit mit Renault „Vehicle to Grid“ getestet: Elektroautos werden mit Solarmodulen aufgeladen und dienen als Speichermedien, die den Strom zurück ins Netz einspeisen, wenn keine Sonne mehr scheint.

Schritt 3. Sämtliche Erfindungen, Tests und Forschungsergebnisse internationalen Standards anpassen, damit alle von den holländischen Erfahrungen mit Smart Charging profitieren können.

Das ultimative Ziel des niederländischen Living Lab Smart Charging: Alle Elektroautos fahren mit Strom aus Sonne und Wind.

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