Viele Unternehmen warten auf spürbare Verbesserungen der Rahmenbedingungen am Wirtschaftsstandort Deutschland. Wie bewertet der Mittelstand die bisherige Entwicklung?
Das aktuelle KMU-Stimmungsbarometer der BarmeniaGothaer zeigt: 63 Prozent der befragten Unternehmen sind mit der Arbeit der Bundesregierung (eher) unzufrieden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 47 Prozent. Die Bewertung der Regierungsarbeit hat sich damit innerhalb eines Jahres deutlich verschlechtert. Lediglich 21 Prozent zeigen sich (eher) zufrieden, während 16 Prozent eine neutrale Einschätzung abgeben.
Der Mittelstand sendet ein klares Signal: Die Erwartungen an die Wirtschaftspolitik sind hoch, die Geduld der Unternehmen wird kleiner. Reformankündigungen allein reichen nicht aus. Entscheidend ist, dass Entlastungen spürbar im betrieblichen Alltag ankommen“, erklärt Thomas Bischof, Vorstand Komposit bei der BarmeniaGothaer. „Wer investieren, sich transformieren und wachsen soll, braucht Planungssicherheit und schnellere Verfahren.“
Zukunftsfähigkeit des Standorts wird zurückhaltend bewertet
Die kritische Einschätzung der Regierungsarbeit spiegelt sich auch in der Bewertung des Wirtschaftsstandorts Deutschland wider. Bei der erstmals erhobenen Frage bewerten 28 Prozent der Befragten die Zukunftsaussichten Deutschlands als außerordentlich gut oder eher gut. Demgegenüber stehen 37 Prozent, die den Standort als eher schlecht oder sehr schlecht einschätzen. Weitere 35 Prozent vergeben eine neutrale Bewertung.
Bürokratieabbau bleibt wichtigste Forderung des Mittelstands
Trotz der unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Herausforderungen zeigt sich bei den Prioritäten des Mittelstands ein bekanntes Bild. An erster Stelle steht mit Abstand der Abbau von Bürokratie und regulatorischen Hürden. 63 Prozent der KMU wünschen sich hier mehr Unterstützung (minus 5 Prozentpunkte). Auf den weiteren Plätzen folgen die Einführung einer Energiepreisbremse (46 Prozent; minus 1 Prozentpunkt), die Senkung der Steuersätze für Unternehmen (44 Prozent; minus 1 Prozentpunkt) sowie Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung (41 Prozent; minus 5 Prozentpunkte). Maßnahmen zur Erhöhung der Standortattraktivität Deutschlands nennen 40 Prozent der befragten Unternehmen (minus 1 Prozentpunkt).
„Die Unzufriedenheit steigt deutlich, die Forderungen bleiben dieselben. Die Unternehmen erwarten nichts Neues, sondern dass das Bekannte endlich umgesetzt wird. Daran wird sich entscheiden, wie sie die Zukunft des Standorts Deutschland bewerten“, fasst Bischof zusammen.






























