Wirtschaft

Federated Hermes: Drohende Rezession in Europa und starke Auswirkungen der Energiekrise auf die Schwellenländer

Marktupdate: Die Gefahr einer Rezession schwebt über den Märkten, insbesondere in Europa

Rezession / Pixabay

Die Inflation steigt auf Rekordniveau: Wie können die Inflationsauswirkungen abgemildert werden? Und mit Blick auf die Rohstoffmärkte der Schwellenländer: Was sind die dortigen Auswirkungen eines volatilen Ölpreises?

Lewis Grant, Senior Portfolio Manager – Global Equities:

„Während die jüngsten Gewinnmeldungen eintreffen, bestimmen Inflation und der Russland-Ukraine-Krieg weiterhin die Schlagzeilen und Marktbewegungen. Aktien legten in dieser Woche aufgrund erster positiver Signale aus den Friedensgesprächen zu, wenngleich Skepsis auf beiden Seiten und fehlende Anzeichen für eine Deeskalation seitens Russlands eine viertägige Rallye des S&P500 Aktienindex beendeten.

Die Inflationswerte zeigen ein Niveau, das in den Industrieländern seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr erreicht wurde. Die Gefahr einer Rezession schwebt über den Märkten, insbesondere in Europa. Doch die kurzzeitige Trendwende am US-Anleihemarkt in dieser Woche in Verbindung mit einer erhöhten Volatilität bei den Treasury-Optionen ist eine Warnung, dass das Risiko einer US-Rezession nicht ignoriert werden sollte.
Die US-Anleihenmärkte zeigen Anzeichen von Stress. Dies spiegelt sich nicht an den Aktienmärkten wider, wo der CBOE Volatility Index (VIX) nach wie vor gedämpft ist und die US-Indizes über ihren Vorkriegsniveaus notieren.

Die Regierung Biden erwägt jedoch einen kühnen Schritt, um einige der Auswirkungen der Inflation zu mildern: eine gewaltige Freigabe von Öl aus den strategischen Reserven. Die Ölpreise sind heute stark gesunken, obwohl unklar ist, wie viel und wie lange dies den Verbrauchern helfen wird. Die größere und schwierigere Frage bleibt allerdings bestehen: Wie können die russischen Energielieferungen, insbesondere die Gaslieferungen nach Europa, schrittweise eingestellt werden?“

Kunjal Gala, Portfolio Manager – Emerging Markets:

Wie werden sich höheren/volatilen Ölpreise auf die Schwellenländer auswirken?

„Höhere Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise werden die Weltwirtschaft und die Haushalte mit mittlerem/geringerem Einkommen am stärksten belasten und die Regierungen in demokratischen Ländern, in denen Wahlen anstehen, auf die Probe stellen. Ein lang anhaltender Krieg erhöht das Risiko eines weltweiten Konjunkturrückgangs und einer Rezession, da das verfügbare Einkommen der Haushalte geschmälert wird. Die Volkswirtschaften des Nahen Ostens, Afrikas und Lateinamerikas profitieren derzeit als Energieexporteure von günstigen Terms of Trade (bis die Nachfrage einbricht), wohingegen die energieimportierenden Volkswirtschaften der Schwellenländer weiterhin leiden.“

Welche Regionen/Sektoren könnten profitieren?

„Sieht man einmal von Russland angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen seiner Invasion in der Ukraine ab, profitiert der Nahe Osten am meisten von den höheren Ölpreisen. Im bisherigen Jahresverlauf haben Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait, unterstützt durch die höheren Ölpreise, eine überdurchschnittliche Entwicklung gezeigt.

Eine Ausnahme bildet Katar, das als wichtiger Flüssiggasexporteur von den höheren Gaspreisen profitiert.

Andernorts haben die wichtigsten Rohstoffmärkte in Lateinamerika, allen voran Peru, Kolumbien und Brasilien, bisher zweistellige Renditen erzielt, die durch höhere Preise für Industriemetalle und Agrarrohstoffe unterstützt wurden. Umgekehrt bereiten die steigenden Ölpreise vielen Importländern wie Ägypten, der Türkei und Indien jedoch Schwierigkeiten.

Es ist anzunehmen, dass die großen Volkswirtschaften der Welt ihre Umstellung auf nachhaltige Energiequellen beschleunigen und damit mittel- bis langfristig die Abkehr von fossilen Brennstoffen vorantreiben werden.“

Welche Rolle spielen diese Faktoren in Ihrem Portfolio?

„Wir meiden fossile Brennstoffe (Öl/Kohle), da wir diese nicht für langfristig nachhaltige Investitionen halten. Die Investitionen in die Energiewende, die in den nächsten Jahren anstehen, geben unseren Beteiligungen in den Bereichen Elektrifizierung, erneuerbare Energien, Wasserstoff und saubere Technologien, den nötigen Rückenwind. Und bieten unserer Meinung nach eine viel längere Wachstumsperspektive.
Die Aktien dieser Branchen haben in letzter Zeit aufgrund der zunehmenden geopolitischen Spannungen korrigiert und bieten eine gute Sicherheitsmarge.“

Die hier vertretenen Ansichten und Meinungen sind die des Verfassers. Sie decken sich nicht zwangsläufig mit den in anderen Mitteilungen ausgedrückten oder wiedergegebenen Ansichten. Diese Mitteilung ist weder eine Aufforderung noch ein Angebot zum Kauf oder Verkauf der darin erwähnten Wertpapiere oder Finanzinstrumente.

(Instinctif Partners)

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