Wirtschaft

Europäische Wirtschaft im grünen Wandel

Von Paul Merle, Fondsmanager des Echiquier Climate Impact Europe Fonds bei LFDE

seagul / Pixabay

Ein herausforderndes Jahr 2021 liegt hinter uns. Der europäische Aktienmarkt war geprägt von heftigen Trend- und Stilwenden, die insbesondere überzeugungsbasierten Managern die Navigation erschwerten. Auch für grüne Unternehmen war das zurückliegende Börsenjahr eine Herausforderung, wenngleich der Klimaschutz auf politischer und wirtschaftlicher Ebene ganz oben auf der Agenda stand. Wir sind daher überzeugt, dass es in Zukunft ohne die Berücksichtigung von ESG-Kriterien keine Wertschöpfung geben kann. Die Mobilisierung der gesamten Gesellschaft steht auf dem Programm und gewinnt zusehends an Fahrt, damit der weltweite Temperaturanstieg bis 2050 deutlich unter 2°C bleibt. Und der Finanzsektor hat die entscheidende Aufgabe, das Kapital zielorientiert in die Unternehmen zu lenken, die den klimabedingten Wandel aktiv gestalten.

Blend-Ansatz: Alle Akteure des Wandels unterstützen

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, liegt es natürlich nahe, vorrangig Unternehmen zu finanzieren, die Lösungen für Umweltprobleme entwickeln. Doch wenn wir wirklich die globale Erwärmung begrenzen wollen, müssen wir Unternehmen aller Sektoren berücksichtigen. Ausschließlich die grünen Lösungsanbieter zu finanzieren, wäre zu kurz gedacht – auch im Sinne einer sozial gerechten Klimawende. Daher unterstützen wir bewusst auch Unternehmen im Wandel aus traditionellen Branchen, wie etwa aus dem Gesundheits-, Textil- oder dem Bankensektor. In all diesen Sektoren finden sich ambitionierte und richtungsweisende Unternehmen, die sich für den Klimaschutz einsetzen und ihr Geschäftsmodell am 1,5-Grad-Ziel zur Begrenzung der globalen Erwärmung ausrichten.

Nachhaltige Pioniere in unserem Portfolio sind etwa BNP Paribas im Bankbereich, Allianz im Versicherungssektor mit einer der höchsten EGS-Noten im Portfolio oder Kering bei Luxusgütern. Astrazeneca ist aus unserer Sicht Vorreiter im Gesundheitssektor, im Hinblick auf die gesetzten CO2-Ziele sowie den systematischen Einfluss auf die Zulieferer. Als Klima-Lösungsanbieter – weil führend bei der digitalen Transformation und Energieeffizienz der Industrie – nimmt die französische Schneider Electric ein großes Gewicht im Portfolio ein. In Deutsche Post wiederum sind wir investiert, weil es ein Unternehmen im Wandel ist, welches die Klimawende und die Integration von Klimaschutzaspekten aktiv angeht – und zwar in einem Sektor mit den höchsten Emissionen. Deutsche Post hat sich sehr ambitionierte Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen und zur Nutzung von Biokraftstoff gesetzt, was wir aktiv unterstützen.

Schutz der Artenvielfalt gewinnt an Bedeutung

Diese Vertreter der europäischen Wirtschaft, die ein klares ESG-Profil aufweisen und aktiv einen Beitrag zur Energiewende und dem Schutz der Artenvielfalt leisten haben sich im vergangenen Jahr solide entwickelt. Lediglich den Stil- und Trendrotationen im ersten Quartal konnten auch sie sich nicht gänzlich entziehen. Dennoch ziehen wir für den Echiquier Climate Impact Europe Fonds nach einem Jahr auf dem Markt mit einer kumulierten Wertentwicklung von 17,4% (seit Auflage am 15.12.2020 für Anteilsklasse A; Benchmark MSCI Europe mit 26,9%)* eine positive Bilanz. Denn die gesunde finanzielle Performance geht einher mit einer messbaren positiven Wirkung für die Umwelt. Die Klimareife des Portfolios liegt im Durchschnitt bei 67 Prozent, der ESG-Score bei 7,2 von 10 Punkten.*

Die Stilrotationen, die wir am Markt im vergangenen Jahr und auch zu Beginn dieses Jahres gesehen haben, sind fundamental nicht gerechtfertigt. Dies sollten auch die Jahreszahlen im Frühjahr unter Beweis stellen. Daher bleiben wir langfristig positiv für grüne Wachstumswerte. Auch aufgrund der umfangreichen Investitionsprogramme haben grüne Aktien mittel- bis langfristig starke Wachstumsperspektiven. Kurzfristig haben wir jedoch Positionen in erneuerbare Energieanbieter etwas reduziert und gleichzeitig den Anteil zyklischer Werte erhöht auf nunmehr 25% sowie den Anteil von Value-Aktien auf circa 29%, um uns an ein Umfeld steigender Zinsen anzupassen. Um der hohen Inflation zu begegnen, wird auch eine starke Preismacht für das Jahr 2022 entscheidend sein. Grüne Wachstumswerte liegen damit nun bei circa 47% Anteil am Portfolio.

Thematisch wird in Zukunft Biodiversität an Bedeutung gewinnen, was uns auch zahlreiche Investoren gespiegelt haben. Hier haben wir unsere Positionen bereits erhöht und werden dies auch im Jahr 2022 weiterhin tun. Unternehmen wie die schwedische Alfa Laval, Veolia im Bereich Abfallwirtschaft und SCA im Bereich nachhaltiger Forstwirtschaft sehen wir hier als Lösungsanbieter.

(LFDE)

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