Wirtschaft

Energiepolitik: Windenergie benötigt klares Bekenntnis

Bei den gestrigen Verhandlungen zum Koalitionsvertrag stand die Energiepolitik der nächsten fünf Jahre auf der Agenda

Oimheidi / Pixabay

Die Koalitionäre haben sich darauf verständigt, die Erneuerbaren Energien zu unterstützen und bis 2030 auszubauen. Der Ausbau der Windenergie soll demnach um ein Drittel auf 10.500 Megawatt erhöht werden. Bereits die vorangegangene rot-rote Landesregierung hatte sich in ihrer Energiestrategie auf diese Zielmarke verständigt.

Zu den Verhandlungsergebnissen erklärt Jan Hinrich Glahr, Vorsitzender des Verbandes für Windenergie der Länder Berlin Brandenburg: „Die Zeichen stehen also eher auf ,Weiter so‘. Das ist zwar wenig ambitioniert, aber es wird wenigstens einen kontinuierlichen Ausbau geben.“ Er beklagt jedoch einen Mangel an Konsequenz und unterstützenden Maßnahmen bei den Koalitionären, die notwendig wären, um die Klimaziele erreichen zu können.

„Ich erneuere daher meinen Appell an die zukünftige Landesregierung – wir benötigen ein klares Bekenntnis zur Windenergie. Die fast 9.000 Beschäftigten der Windenergie benötigen Planungssicherheit“, so Glahr. Glaube man der heutigen Berichterstattung, so diskutieren die Koalitionäre immer noch über Abstandsregelungen. „Diese Diskussion suggeriert, dass es einen Zusammenhang zwischen größeren Abständen und wachsender Akzeptanz gebe. Aber dies ist nachweislich falsch“, erklärt er, die zukünftige Landesregierung müsse sich endlich klar äußern: Steht man zu den Klimazielen 2030, die nur mit der Windenergie überhaupt erreicht werden können, oder wendet man sich vom weiteren Ausbau der Windenergie ab und lässt damit sämtliche Klimaziele zur Makulatur werden?

Hintergrund:

Mehr Abstand – mehr Akzeptanz?

Die Fachagentur für Windenergie an Land hat eine Studie veröffentlicht. Diese führt im Ergebnis u.a. aus, dass sich die Aussage, mit steigendem Abstand nehme die Akzeptanz zu oder die Belästigung ab, nicht empirisch stützen lässt.

Was Mindestabstände von über 1.000 Metern bedeuten

Wie das Umweltbundesamt (UBA) im März 2019 berechnet hat, reduziert ein pauschaler Siedlungsabstand von 1.000 m signifikant die Möglichkeiten für den Ausbau der Windenergie. Das UBA geht davon aus, dass sich die Flächen, die dem Ausbau der Windenergie deutschlandweit zur Verfügung stünden, um 20 bis 50 Prozent reduzieren. Ein pauschaler Abstand von 1.300 m würde bereits mindestens die Hälfte der deutschlandweiten Flächenkulisse ausschließen, so dass lediglich zwischen rund 25 und 50 Prozent der ursprünglichen Windflächen verbleiben. Bei einem Abstand von 1.500 m verbleiben nur noch 15 bis 40 Prozent der Flächen. Ein Abstand von 2.000 m, wie er sich beispielsweise aus der bayerischen 10H-Regelung für moderne Binnenlandanlagen mit Gesamthöhen von 200 m ergibt, reduziert die deutschlandweite Flächenkulisse um 85 bis 97 Prozent.

Bei einem Abstand von 1.000 m waren noch etwa 20 bis 35 Prozent der bestehenden Windenergieanlagen repoweringfähig. Ein Abstand von 1.200 m würde dazu führen, dass an maximal einem Viertel der heutigen Anlagenstandorte nach Stilllegung der Altanlagen neue Anlagen errichtet werden könnten. Bei Abständen von 1.500 bis 2.000 m reduziert sich das Repoweringpotential also auf 16 bis 1 Prozent der heutigen Anlagenstandorte.

(BWE)

print

Tags: , , , ,

ASCORE Auszeichnung

Es gibt viele gute Tarife – für die Auszeichnung „Tarif des Monats“ gehört mehr dazu. Lesen Sie hier, was die ausgezeichneten Tarife zu bieten haben.

Tarife des Monats im Überblick

ETF-News

ETF-News

Aktuelle News zu börsengehandelten Indexfonds.

zu den News

Guided Content

Guided Content ist ein crossmediales Konzept, welches dem Leser das Vergleichen von Finanzprodukten veranschaulicht und ein fundiertes Hintergrundwissen liefert.

Die Ausgaben im Überblick

ESG Impact Investing

In jeder Ausgabe stellt "Mein Geld" ein UN-Entwicklungsziel und dazu passende Investmentfonds vor.

Un-Entwicklungsziele im Überblick

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein Geld Newsletter

Melden Sie sich für unseren 14-tägigen Newsletter an.

zur Newsletteranmeldung

25 Jahre Mein Geld
Icon

Mein Geld TV

Das aktuelle Video

-
APUS Capital: APUS Capital – Investments in Innovation

Stefan Meyer  im Interview zur Attraktivität von langfristigen, innovationsgetriebenen Investments in Aktien und wie APUS Capital überdurchschnittliche Renditen erzielen kann.

zum Video | alle Videos
Icon

Mein Geld Magazin

Die aktuelle Ausgabe

Mein Geld 02 | 2024

Die Zeitschrift Mein Geld - Anlegermagazin liefert in fünf Ausgaben im Jahr Hintergrundinformationen und Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Finanzen.

zur Ausgabe | alle Ausgaben