Wirtschaft

Die digitale Jagd nach Kundendaten – Digitalisierung muss im Kundenkontakt und im Backoffice stattfinden

Die Zukunft sieht auch bei der Finanzierung von Autos digital aus. Neueste Entwicklungen verknüpfen Informationen über Kunden mit Autodaten. Unternehmen entwickeln spielerische Apps für

Autokäufer. Doch die schönsten Neuerungen funktionieren nur in einer ganzheitlichen Digitalstrategie und mit einem modernen Backoffice. Das ergibt die „AUTOMOTIVE FINANCE STUDY 2016“ des Beratungshauses EUROGROUP CONSULTING. Für die Studie wurden Interviews mit 20 hochkarätigen Entscheidern von 16 Autobanken ausgewertet. Zusätzlich wurde der Automarkt in sechs europäischen Ländern analysiert.

Der Automarkt in Europa befindet sich in einem fundamentalen Wandel – und mit ihm auch der Markt für Autofinanzierung. Besonders bei jüngeren Städtern breitet sich Carsharing rasant aus. Flexibles Mieten ist Trend: Familien wollen nicht mehr nur den Van leasen, sondern im Urlaub auch ein Cabrio nutzen. Elektromobilität nimmt zwar nicht so rasant zu wie von der Bundesregierung geplant, wächst aber stetig. Kunden nutzen in allen Lebensbereichen verschiedenste Kanäle vom Smartphone über das Internet und Festnetztelefon bis zum Händler vor Ort.

All diese Entwicklungen erfordern von Autofinanzierern ein Umdenken. „Während viele klassische Banken bereits Digitalabteilungen gegründet haben, fehlt es Autofinanzierern oft noch an der übergreifenden digitalen Strategie“, sagt Norman Weißer, Bankenexperte bei EUROGROUP CONSULTING. „Diese ist zum Überleben jedoch zwingend notwendig. Dazu gehört auch eine Modernisierung des Backoffice. Wer immer mehr schöne Apps herausbringt, aber noch mit 30 Jahre alten Anwendungen arbeitet, wird schnell an Grenzen stoßen.“

Spielerische Apps für den Kunden der Zukunft

Um die Ausmaße der Veränderung noch besser zu verstehen, haben die Berater von Eurogroup Consulting 20 Entscheider von Autobanken und unabhängigen Autofinanzierern nach den wichtigsten Zukunftstrends gefragt. „Dabei wurde eines klar: Kundendaten sind der Schlüssel zum Erfolg“, erklärt Weißer. Schon jetzt gibt es mit Wettersensoren ausgestattete Scheibenwischer, die ihre Regendaten nicht nur im Auto selbst nutzen, sondern auch an eine Wetterapp geben, um die Vorhersagen zu verbessern. Weil die Prognose in zwei Kilometern einen Hagelschauer ansagt, kann bald direkt am Autodisplay eine Versicherung nur für diesen Zeitraum abgeschlossen werden. Eine Technologie namens „Blockchain“ könnte auch für die Autofinanzierer zu einer Revolution und Kosteneinsparungen in Millionenhöhe führen. Blockchain ist die Bitcoin zu Grunde liegende Technologie und ermöglicht unter anderem die dezentrale Aufbewahrung und Prüfung von Verträgen. Sie erlaubt es beispielsweise, einen Leasing vertrag direkt im Auto an einem Bildschirm abzuschließen. Zudem überwacht sie alle Daten und Zahlungen und sperrt den Wagen, wenn die Raten ausbleiben. Blockchain könnte in wenigen Jahren nach Deutschland kommen, sofern sich bisherige Prognosen und Vorstellungen erfüllen.

Gamification ist eines der wichtigsten Schlagworte dieser Zeit. Apps analysieren das Fahrverhalten oder ermöglichen einen Wettstreit unter Kollegen, wer mit dem Firmenwagen am meisten Sprit spart. Wer mit dem Smartphone einen QR-Code am Auto fotografiert, erhält auch außerhalb der Autohaus-Öffnungszeiten Informationen zur günstigsten Finanzierung. „Auf diesen Wegen versuchen Unternehmen, die Daten und den direkten Draht zu ihren Kunden zu erhalten“, sagt Weißer. „Autobanken haben einen klaren Vorteil, weil sie die Datenhoheit besitzen und schon bei der Auslieferung die Fahrzeugnummer mit einem Kunden verknüpfen können. Unabhängige Autofinanzierer müssen neue Wege finden, sind dafür aber auf Kooperationen mit Händlern angewiesen.“ Wenn sie attraktive Provisionspakete für die Autohändler schnüren und dem Kunden spannende digitale Produkte anbieten, haben sie aber gute Chancen.

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