Wirtschaft

Bundesintegrationsministerium sinnvoll20- bis 30-Jährige Migranten sind verlorene Generation

 Bonn (ots) - Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet (CDU) hält die Schaffung eines Bundesministeriums für Integration für sinnvoll. In der PHOENIX-Sendung UNTER DEN LINDEN sagte Laschet, man könne dem Thema auf diese Weise mehr Gewicht geben. Entscheidend sei jedoch, dass das Ressort querschnittsmäßig angelegt sei und beispielsweise sowohl Sozial- als auch Arbeitsmarktpolitik umfasse.

"Dann würde das durchaus Sinn machen. Sie sind dann nicht nur ein Beauftragter, der die Defizite benennt, sondern Sie haben den Apparat, um es gleich auch vor Ort in die Realität umzusetzen", so Laschet. Die neue Bundesregierung werde zudem von allen Beteiligten die Dinge abverlangen müssen, die vor zwei Jahren beim Integrationsgipfel im Kanzleramt zugesagt worden seien, so Laschet weiter. Das derzeit größte Problem seien die heute 20 bis 30 Jahre alten Einwandererkinder. Sie seien "eine verlorene Generation, die schlechte Deutschkenntnisse hat", so Laschet in der PHOENIX-Sendung. Kritik übte der NRW-Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration dagegen an den Interview-Äußerungen des Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin über die Integration von Migranten. Zwar gebe es bei der Integration viele Defizite, die Sarrazin auch benannt habe. "Aber muss man Menschen dazu beleidigen? Man kann doch sagen ‚Es gibt Desintegration, es gibt Bildungsverweigerung, es gibt dieses und jenes Problem‘, ohne gleich eine ganze Gruppe mit Prozentzahlen zu überziehen und zu sagen: ‚Die produzieren nur Kopftuchmädchen‘." Das sei ein Sprachgebrauch, der der Diskussion über Probleme bei der Integration nicht nütze, warnte Laschet.

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