Wirtschaft

Anti-Stau-Gebühr könnte Verkehrsprobleme in der Münchner Innenstadt lösen

Eine Anti-Stau-Gebühr von 6 Euro am Tag könnte den Verkehr in München innerhalb des Mittleren Ringes um 23 Prozent verringern

Toby_Parsons / Pixabay

Bei 10 Euro wären es sogar 30 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie, die das ifo Institut mit dem Beratungsunternehmen Intraplan Consult und mit finanzieller Unterstützung der IHK für München und Oberbayern erstellt hat. „Damit könnten wir die Stauprobleme in der Innenstadt in den Griff bekommen“, sagt Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien. „Wir vermuten, dass die Ergebnisse auch auf andere staureiche Städte übertragbar sind.“

„Stiegen Autofahrer*innen auf andere Verkehrsmittel um, nähme der Verkehr ab, Geschäfte und Kunden wären wieder schneller und zuverlässiger erreichbar. Davon profitiert letztlich auch der Einzelhandel. Auf diese Weise wird der Wirtschaftsstandort München noch attraktiver und produktiver. Ein Vorteil gegenüber Fahrverboten ist, dass den Menschen zumindest die Möglichkeit bleibt, mit dem Auto zu fahren“, sagt Falck.

Dabei beziehen die Berechnungen schon höhere Parkgebühren von 10 statt 6 Euro am Tag mit ein, so wie es in Teilen der Münchner Innenstadt gerade ausprobiert wird. Eine alleinige Erhöhung der Parkgebühren hätte jedoch so gut wie keine Wirkung.
Die Nachfrage nach öffentlichen Verkehrsmitteln nähme mit der Anti-Stau-Gebühr zu. Die Studie zeigt jedoch, dass das in München vor allem auf den Strecken der Fall wäre, für die bereits ein Ausbau vorgesehen ist. Die Einnahmen aus der Anti-Stau-Gebühr könnten in eine weitere Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs investiert werden. Damit verstärkt sich die verkehrslenkende Wirkung sogar noch: Betrüge sie 6 Euro pro Tag, ließen sich Einnahmen von etwa 600 Millionen Euro im Jahr generieren. Einen Teil der Einnahmen könnte man auch einsetzen, um soziale Härten abzufedern. „Dies macht eine Anti-Stau-Gebühr sozial ausgewogener als andere Maßnahmen“, sagt Falck.

Schließlich käme eine Anti-Stau-Gebühr Lieferanten, Taxis oder Logistikunternehmen zugute. Den Berechnungen zufolge sinkt für den Wirtschaftsverkehr die Fahrzeit um 7,5  Prozent. Damit ergibt sich eine Zeitersparnis, die mit 204 Millionen Euro im Jahr bewertet werden kann, der geringere Stress und die höhere Produktivität noch nicht mit eingerechnet.

Falck zufolge haben bereits einige Städte solche Gebührenmodelle für ihre Innenstädte eingeführt und damit gute Erfahrungen gemacht. In Singapur, London oder Stockholm zum Beispiel konnte der Straßenverkehr über mehrere Jahre hinweg zwischen 15 und 44 Prozent verringert werden. Auch in Berlin wird ein ähnliches Modell derzeit diskutiert.

(ifo Institut)

print

Tags: , , , , ,

ESG Impact Investing

ESG Impact Investing

Nachhaltige Investmentfonds zu UN-Entwicklungszielen.

Die Ausgaben im Überblick

ETF-News

ETF-News

Aktuelle News zu börsengehandelten Indexfonds.

zu den News

Guided Content

Guided Content ist ein crossmediales Konzept, welches dem Leser das Vergleichen von Finanzprodukten veranschaulicht und ein fundiertes Hintergrundwissen liefert.

Die Ausgaben im Überblick

[ascore] Auszeichnung

Es gibt viele gute Tarife – für die Auszeichnung „Tarif des Monats“ gehört mehr dazu. Lesen Sie hier, was die ausgezeichneten Tarife zu bieten haben.

Tarife des Monats im Überblick

Mein Geld Newsletter

Melden Sie sich für unseren 14-tägigen Newsletter an.

zur Newsletteranmeldung

25 Jahre Mein Geld
Icon

Mein Geld TV

Das aktuelle Video

-
Gesundheit ist das größte Gut und die PKV, GKV und BKV helfen es zu erhalten.

Frankfurter Kreis: Mein Geld Chefredakteurin Frau Hägewald diskutiert mit Experten über die drei wichtigen Säulen PKV, GKV und BKV.

zum Video | alle Videos
Icon

Mein Geld Magazin

Die aktuelle Ausgabe

Mein Geld 04 | 2020

Die Zeitschrift Mein Geld - Anlegermagazin liefert in fünf Ausgaben im Jahr Hintergrundinformationen und Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Finanzen.

zur Ausgabe | alle Ausgaben