Wirtschaft

Abkommen mit Signalwirkung: EU und Australien gegen Protektionismus

Nach Jahren des Ringens ist der Durchbruch gelungen: EU und Australien haben ihr Freihandelsabkommen abgeschlossen

Uluru, Australien

Dass die Einigung jetzt gelingt, ist ein starkes Signal für wirtschaftliche Vernunft und strategisches Denken. Beide Seiten setzen damit bewusst auf mehr Wachstum, engere Zusammenarbeit und Stabilität in einem zunehmend unsicheren globalen Umfeld – und zugleich ein klares Zeichen für offenen Handel und gegen protektionistische Tendenzen“, so Dr. Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), anlässlich der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit Australien.

„Inhaltlich setzt das Abkommen neue Maßstäbe: Rund 98 % der Zölle werden abgeschafft, Bürokratie für international tätige Unternehmen spürbar reduziert und mit der gegenseitigen Anerkennung von Qualifikationen wird eines der ambitioniertesten Kapitel geschaffen, das die EU je verhandelt hat. Das erleichtert nicht nur den Handel, sondern auch die Mobilität von Fachkräften erheblich“, so Jandura.

Jandura weiter: „Entscheidend ist jetzt, die Chancen zu nutzen und die Umsetzung zügig voranzutreiben. Europäische Unternehmen müssen im internationalen Wettbewerb gleichgestellt werden, Marktzugänge konsequent verbessert und Handelshemmnisse weiter abgebaut werden. Gerade in Schlüsselbereichen wie kritischen Rohstoffen zeigt sich, wie wichtig vertiefte Partnerschaften für wirtschaftliche Resilienz und Versorgungssicherheit sind. Zugleich ist das Abkommen ein starkes geopolitisches Bekenntnis zu offenen Märkten und enger Zusammenarbeit in der indopazifischen Region. Die EU stärkt damit ihre Präsenz in einer der dynamischsten Wirtschaftsregionen der Welt und unterstreicht ihre Rolle als verlässlicher Partner in einer vernetzten globalen Wirtschaft.“

Hintergrund: Bereits heute beträgt das jährliche Handelsvolumen rund 50 Milliarden Euro, das bilaterale Investitionsvolumen liegt bei etwa 148 Milliarden Euro. Der Warenhandel könnte um bis zu 33 Prozent wachsen, der Dienstleistungshandel um bis zu 8 Prozent. Bis 2030 wird für die EU ein zusätzlicher BIP-Zuwachs von bis zu 3,9 Milliarden Euro erwartet, für Australien zwischen 3 und 4,6 Milliarden Euro.

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