Versicherungen

Vorhang auf für die betriebliche Krankenversicherung

Auch wenn die betriebliche Krankenversicherung (kurz bKV) noch lange nicht so bekannt ist wie die betriebliche Altersvorsorge, so zeigt die Steigerung der letzten Jahre, dass die bKV an Bedeutung gewinnt. Die Zahl der Beschäftigten, die über eine betriebliche Krankenzusatzversicherung verfügen, hat in den letzten fünf Jahren um rund 80 Prozent zugenommen – konkret in Zahlen sind das derzeit also etwa eine Million Beschäftigte. Die Anzahl der Betriebe, die für ihre Mitarbeiter eine bKV anbieten, stieg im gleichen Zeitraum von 3.850 auf 13.500 Betriebe – das ist eine Steigerung von 250 Prozent! Dennoch: Damit sind gerade einmal 2,3 Prozent der Beschäftigten über ihren Betrieb Krankenzusatz-versichert. Es besteht also noch jede Menge Potenzial, denn die Arbeitnehmer sind daran interessiert und es gibt gute Gründe, warum sich auch die Arbeitgeber dafür interessieren sollten.

DIE ARBEITNEHMER HABEN GROSSES INTERESSE

Diverse Studien belegen, dass viele Arbeitnehmer die Krankenzusatzversicherung über den Arbeitgeber zumindest kennen und auch daran interessiert sind. Die Continentale Krankenversicherung konnte dies im Rahmen ihrer umfassenden Studie auch bestätigen: Im Ranking mit anderen Zusatzleistungen durch den Arbeitgeber belegen die betrieblichen Versicherungsleistungen (die bAV und die bKV) mit 80 beziehungsweise 56 Prozent die ersten beiden Plätze. Damit schätzen deutlich mehr Befragte diese Zusatzleistungen als zum Beispiel den Dienstwagen, der mit nur 19 Prozent deutlich auf die hinteren Plätze verwiesen wird. Auch bei Arbeitnehmern, deren Arbeitgeber bisher keine bKV anbieten, ist das Interesse mit 70 Prozent ein deutliches Signal.

ÜBERZEUGENDE GRÜNDE FÜR DEN ARBEITGEBER

Aber warum sollte sich ein Arbeitgeber überhaupt mit der betrieblichen Krankenversicherung auseinandersetzen? Die demografische Entwicklung erfordert Lösungen – Lösungen für das Gesundheitssystem und Lösungen für den Arbeitsmarkt. Durch die niedrige Geburtenrate sowie eine steigende Lebenserwartung ist bereits seit vielen Jahren eine deutliche Verschiebung im Altersgefüge der Gesellschaft spürbar. Eine Folge ist der stark umkämpfte Arbeitnehmermarkt. Wer als Arbeitgeber keine bKV anbietet, kann im Kampf um gute Arbeitnehmer das Nachsehen haben. Die bKV ist daher ein wesentlicher Faktor bei der Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung. Gerade wenn Homeoffice vermehrt zum Standard wird und man die Kollegen und Chef oder Chefin nur virtuell sieht, gewinnt das Bindungsinstrument bKV eine größere Bedeutung.

Diese Verschiebung im Altersgefüge führt aber auch unweigerlich zu einer stetig steigenden finanziellen Belastung der umlagefinanzierten Sozialsysteme wie der gesetzlichen Krankenversicherung. Die überwiegende Anzahl der Beschäftigten ist gesetzlich krankenversichert (GKV) und die Leistungen in der GKV sind begrenzt. Auch wenn die gesetzliche Krankenversicherung im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau rangiert, gibt es dennoch Leistungen, die der Versicherte selbst zahlen muss oder alternativ über eine Krankenzusatzversicherung abgedeckt werden können. Doch nicht jeder kann sich eine private Krankenzusatzversicherung leisten, andere scheitern an der Hürde „Gesundheitsprüfung“. Hier kann sich der Arbeitgeber profilieren und seine soziale Verantwortung zeigen, der er mit der bKV in besonderer Weise nachkommt. Denn über die betriebliche Krankenversicherung kann der Arbeitgeber jedem seiner Mitarbeiter – und zwar wirklich jedem – eine Krankenzusatzversicherung ermöglichen. Das ist deshalb möglich, da die Kosten für die bKV der Arbeitgeber trägt und weder eine Gesundheitsprüfung noch Wartezeiten anfallen.

BAUSTEIN- ODER BUDGETTARIFE

Das Produktangebot und die Vielfalt der Tarife haben in den letzten Jahren enormen Zuwachs bekommen. Je nach Unternehmenstyp und Mitarbeiterstruktur lässt sich so gezielt die passende bKV-Absicherung finden, die den Möglichkeiten und Vorstellungen des Arbeitgebers entspricht. Das Angebot in der bKV zeichnet sich durch besondere Flexibilität aus. Auf der einen Seite stehen die sogenannten „Bausteintarife“. Diese ermöglichen ganz individuelle bKV-Pakete, die aus allen Bereichen der Krankenzusatzversicherung zusammengestellt werden können: Ambulante Vorsorge, Sehhilfen, Heilpraktiker, Stationär, Zahnprophylaxe, Zahnersatz, Krankentagegeld, Pflegetagegeld und Auslandsreise. Wer also ein individuelles Versicherungspaket mit umfassendem Versicherungsschutz bevorzugt, ist mit Bausteintarifen gut beraten. Wem das zu viel Individualität ist oder wer ein eher inhomogenes Arbeitnehmerfeld hat, kann zu „Budgettarifen“ greifen. Diese sind einfach und leicht erklärt und der monetäre Einsatz des Arbeitgebers ist überschaubar. Die Besonderheit der Budgettarife liegt darin, dass sie nicht, wie bei den Bausteintarifen, jeweils einen bestimmten Leistungsbereich absichern, sondern eben zu einem festen Betrag pro Jahr (= Budget) mehrere, im Tarif vereinte Leistungsbereiche, zur Verfügung stellen. Hier entscheidet der Arbeitnehmer, wofür das Budget genutzt wird und kann dies auch jährlich im Rahmen der tariflichen Leistungen unterschiedlich einsetzen. Die Budgets gibt es im Wesentlichen in Stufen zwischen 500 Euro bis 5.000 Euro pro Jahr, sodass der Arbeitgeber die Höhe der Budgetabsicherung ganz nach seinen Möglichkeiten wählen kann. Sowohl einzelne Baustein- als auch Budgettarife in den günstigsten Tarifstufen sind mit einem Beitrag unter zehn Euro pro Mitarbeiter zu haben – eine Investition, die sich lohnt.

FAZIT BKV

Eine Pandemie ändert oft den Betrachtungswinkel vieler Dinge. Im Bereich Gesundheit hat sie zu einer Sensibilisierung und zu größerer Aufmerksamkeit geführt – viele nehmen den hohen Wert der Gesundheit nicht mehr als selbstverständlich an. ASCORE begleitet die Entwicklung der bKV mit Vergleichen und Analysen seit 2015 und registriert Bewegung im Markt. Die Versicherer bieten mittlerweile ein so breit gefächertes Tarif-Spektrum an, dass nicht nur große Unternehmen ihren Mitarbeitern eine bKV anbieten können. Gerade Budgettarife eignen sich für den Einstieg in den bKV-Markt hervorragend und ermöglichen ein gut kalkulierbares Investment seitens des Arbeitgebers. Und es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass nicht nur der Arbeitnehmer von Zusatzleistungen profitiert. Auch der Arbeitgeber profitiert von gesünderen, zufriedeneren Mitarbeitern, die mehr Leistungswillen, Leistungsvermögen und Produktivität zeigen.

ELLEN LUDWIG

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