Eine Rechtsschutzversicherung kann helfen, finanzielle Risiken zu begrenzen und frühzeitig juristischen Rat einzuholen. Doch der Markt ist unübersichtlich: Leistungen, Ausschlüsse und Tarifbausteine unterscheiden sich teils deutlich. Orientierung verspricht das aktuelle Rechtsschutz-Scoring 2026 von ASCORE Analyse.
75 Tarife im Vergleich
Für den neuen Scoring-Jahrgang hat ASCORE 75 Tarife von 31 Anbietern im Bereich Privat-Rechtsschutz unter die Lupe genommen. 25 Gesellschaften mit 62 Tarifen nahmen aktiv an der Analyse teil. Ergänzt wurde die Auswertung durch 13 weitere Tarife von sechs Anbietern, die auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen berücksichtigt wurden.
Ziel der Analyse: Verbraucherinnen und Verbrauchern eine strukturierte Vergleichsgrundlage zu bieten – unabhängig von Marketingaussagen der Versicherer.
Kriterien bleiben stabil
Im Gegensatz zu manch anderen Ratings wurde die Bewertungsmethodik gegenüber dem Vorjahr nicht verändert. Nach Angaben von ASCORE bildet der bestehende Kriterienkatalog den Markt weiterhin ausreichend differenziert ab.
„Nach intensiver Prüfung sehen wir aktuell keinen Bedarf für Anpassungen“, sagt Alexander Sinner, Versicherungsanalyst für Rechtsschutz bei ASCORE Analyse. Die unveränderte Methodik sorge vor allem für Vergleichbarkeit und Transparenz gegenüber dem Vorjahr.
Bewertet wurden insgesamt 36 score-relevante Kriterien, ergänzt durch 44 IR-Kriterien (Individual Research) sowie zwei reine Informationskriterien, die zusätzliche Details liefern, ohne direkt in die Bewertung einzufließen.
Fünf Tarife mit Bestnote
Die Höchstwertung von sechs Kompassen erreichten im Scoring 2026 fünf Tarife (alphabetisch):
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ALLRECHT Rechtsschutzversicherungen – Rechtsschutz für das Privatleben Premium
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ARAG SE – ARAG Aktiv-Rechtsschutz Premium (§ 26 p)
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DEURAG Deutsche Rechtsschutz-Versicherung AG – FREE
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DOMCURA AG – Top-Schutz
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ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG – Premium (Bausteine P, B, V, I, +p, S+p)
Insgesamt zeigt sich eine breite Leistungsstreuung im Markt. Neben den fünf Top-Tarifen erreichten 31 Angebote fünf Kompasse, während einzelne Tarife lediglich mit einem oder zwei Kompassen bewertet wurden.
Ohne Gewichtung – jedes Kriterium zählt gleich
ASCORE verzichtet bewusst auf Gewichtungsfaktoren. Jedes erfüllte Kriterium zählt einen Punkt – unabhängig davon, ob es sich etwa um Leistungsumfang, Wartezeiten oder Vertragsdetails handelt. Die Gesamtpunktzahl wird anschließend in das 6-Kompass-System übertragen und grafisch aufbereitet.
Das erleichtert zwar den schnellen Überblick, bedeutet aber auch: Verbraucher sollten die Ergebnisse nicht isoliert betrachten, sondern prüfen, welche Leistungen für die eigene Lebenssituation tatsächlich relevant sind.
Fazit
Das Rechtsschutz-Scoring 2026 zeigt: Gute Tarife sind am Markt vorhanden, doch die Unterschiede bleiben erheblich. Wer sich ausschließlich am Preis orientiert, riskiert Lücken im Ernstfall. Ratings wie das von ASCORE können eine erste Orientierung bieten – ersetzen jedoch nicht den individuellen Blick in die Versicherungsbedingungen.
Die vollständigen Ergebnisse sind online bei ASCORE abrufbar. Nutzer des ASCORE Navigators erhalten zusätzlich Zugriff auf detaillierte Einzelbewertungen.