Sachwerte / Immobilien

Wohnraumkrise außerhalb der Stadt lösen

Ein Kommentar von Ulrich Jehle

mastersenaiper / Pixabay

Bei den Mieten dreht sich die Preisspirale immer weiter nach oben. Viele Menschen haben daher Probleme, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Das gilt besonders für die Großstädte, wo in den letzten Jahren ein reger Wettbewerb um den vorhandenen Wohnraum entstanden ist, der vor allem dem anhaltenden Zuzug geschuldet ist und von Spekulanten noch zusätzlich befeuert wird. Dass sich durch den Ausbau des sozialen Wohnungsbaus, die Stärkung des Kündigungsschutzes, die Kappung der Modernisierungsumlage und die Mietpreisbremse daran grundlegend etwas ändern wird, dürfte mehr als unwahrscheinlich sein. Was also tun?

Den Menschen vorzumachen, dass in absehbarer Zeit in den Städten der nötige Wohnraum geschaffen werden kann, ist jedenfalls keine Lösung – schließlich gibt es zu wenig Fläche, um all die vorhandenen Wünsche zu befriedigen. Stattdessen ist der wachsende Bedarf an bezahlbarem Wohnraum nur in kleinen und mittelgroßen Orten sowie auf dem Land zu decken – und zwar am besten dort, wo es aufgrund der Abwanderung in die Städte bereits Leerstände gibt.

Die Sanierung bestehender Immobilien und deren optische Aufwertung ist nämlich kostengünstiger für den Staat, für Investoren und damit auch für die späteren Mieter, als wenn erst neu gebaut werden muss. Dabei ist nicht die Rede von Luxus-Sanierungen, sondern von normaler Objektpflege und einem verlässlichen Vor-Ort-Service, um die Immobilien für die breite Mittelschicht attraktiv zu machen.

Umgebung muss potentielle Neumieter überzeugen

Freilich reichen günstige Wohnangebote in der Region allein nicht aus, um den Run auf die Städte zu stoppen. Auch die Umgebung selbst muss die potentiellen Neumieter überzeugen. Das ist allerdings schwierig, wenn der öffentliche Personenverkehr nur eingeschränkt gewährleistet ist, der Ortskern wie ausgestorben ist und Funklöcher die Nerven strapazieren, um nur die größten Probleme zu nennen, mit denen viele Kommunen konfrontiert sind.

Sollen also kleine und mittelgroße Orte für die Menschen als Lebensort (wieder) attraktiv werden, müssen die Kommunen zunächst in eine moderne und funktionierende Infrastruktur investieren – durch einen umfassenden Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs, der ärztlichen Versorgung, des Breitbandnetzes, von Bildungs-, Kultur- und Freizeitangeboten sowie von Betreuungseinrichtungen für den Nachwuchs.

Um all diese Veränderungen herbeizuführen ist jedoch nicht nur ein starker Wille gefragt, sondern auch eine Menge Geld erforderlich. Geld, das vielen Kommunen schlicht fehlt und die Unterstützung von Land und Bund erforderlich macht. Geld aber auch, das gut angelegt ist. Denn wenn es gelingt, das Leben in der Region attraktiv zu machen, wird es endlich auch wieder genug bezahlbaren Wohnraum für alle geben – und zwar nicht nur auf dem Land. Sondern auch in den Städten, wo es durch den nachlassenden demographischen Druck zu einer deutlichen Entspannung auf dem Wohnungsmarkt kommen dürfte, weil Vermieter nicht mehr in der Lage sind, die Preisspirale immer weiter nach oben zu drehen.

(Real Estate & Asset Beteiligungs GmbH) 

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