„Das Edelmetall reagiert weiterhin sehr stark auf Bewegungen beim Goldpreis, und es ist davon auszugehen, dass diese Wechselbeziehung auch in Zukunft der maßgebliche Faktor für die Entwicklung sein wird“, meint Nitesh Shah, Leiter für Rohstoff- und Makro-Research für Europa bei WisdomTree, in einem aktuellen Kommentar.
Shah behalte seinen positiven Ausblick für Gold bei und gehe davon aus, dass sich Silber in die gleiche Richtung entwickeln wird. Auch wenn die Nachfrage in mehreren Segmenten abflaue, dürfte die Stärke dieser Beziehung als Stütze dienen.
Ausgehend von den Modellannahmen von WisdomTree und einem Anstieg des Goldpreises um etwa 18 % zwischen dem ersten Quartal 2026 und dem ersten Quartal 2027 schätzt Shah, dass der Silberpreis im gleichen Zeitraum um rund 24 % zulegen könnte. Ein Großteil dieses Aufwärtspotenzials sei eher auf die Entwicklung des Goldpreises zurückzuführen als auf silberspezifische Fundamentaldaten.
Dennoch gäbe es Einschränkungen: Die im letzten Jahr gestiegenen Investitionen in die Förderkapazitäten könnten das Angebot ankurbeln und das Aufwärtspotenzial begrenzen. Zudem blieben zwar Wirtschaftsindikatoren wie die PMI (Purchasing Managers Index) im expansiven Bereich, doch die geopolitische Unsicherheit belastet weiterhin die Stärke der Erholung.
„Der Ausblick für Silber hängt weniger von den Fundamentaldaten des Edelmetalls selbst als vielmehr von seinem Verhältnis zu Gold ab“, so Shah. Zwar könnten eine nachlassende Industrie- und Schmucknachfrage sowie geringere Anlageströme kurzfristig als Gegenwind wirken, doch dürften diese Faktoren die Unterstützung durch ein günstiges Makroumfeld für Edelmetalle kaum aufwiegen. Der Experte resümiert: „Da der Markt noch immer ein Defizit aufweist und die strukturellen Nachfragetreiber bestehen bleiben, ist Silber trotz anhaltender Volatilität gut positioniert, um weiteres Aufwärtspotenzial zu erschließen.“