Sachwerte / Immobilien

Deutscher Markt für Wohnimmobilien gewohnt krisenfest

Immobilienpreise steigen im Jahresvergleich um 12% bzw. 14,5%

nattanan23 / Pixabay

Der Markt für Wohnimmobilien bleibt krisenresistent. Fundamentale Faktoren wie anhaltende Niedrigzinspolitik und ein konsistenter Nachfrageüberhang sorgen für weiterhin steigende Immobilienpreise – trotz Wirtschaftseinbruch und Pandemiesorgen. Das ergab eine aktuelle Auswertung von Marktdaten des Immobilienfinanzierungsberaters Hüttig & Rompf. In absoluten Zahlen beliefen sich die durchschnittlichen Kaufpreise im ersten Quartal 2021 für Eigennutzer auf 543.700€ und für Kapitalanleger auf 371.400€. Dies entspricht einem Anstieg der Kaufpreise um rund 12,0% bzw. 14,5% im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dieser Entwicklung steht eine Steigerung der durchschnittlichen Gesamthaushaltseinkommen von lediglich 4% gegenüber. Dennoch ist Wohneigentum aufgrund des niedrigen Zinsniveaus und den damit einhergehenden geringeren Finanzierungskosten für viele Interessenten so erschwinglich wie selten zuvor.

In diesem Zuge ist auch eine stetige Verringerung des prozentualen Eigenkapitalanteils zu beobachten, der im vorangegangenen Quartal für Eigennutzer lediglich 19,5% und für Kapitalanleger 20,5% betrug. In absoluten Zahlen verzeichnete das durchschnittlich eingebrachte Eigenkapital zwar einen starken Anstieg (Eigennutzer +7,5%, Kapitalanleger +8%), der jedoch durch die höheren Kaufpreise deutlich überkompensiert wurde. Insgesamt betrachtet befindet sich der Anteil der aufgewendeten Eigenmittel jedoch noch im empfohlenen Bereich. Ebenfalls beachtenswert ist die Entwicklung der Tilgungssätze. Während Kapitalanleger im ersten Quartal 2020 auf einen durchschnittlichen Tilgungssatz von 3,5% kamen, betrug dieser im abgelaufenen Quartal knapp unter 3%. Für Kapitalanleger ist die Höhe der Tilgung jedoch weniger entscheidend, da die Kreditkosten steuerlich geltend gemacht werden können. Für Eigennutzer verblieb der durchschnittliche Tilgungssatz konstant bei rund 3%, trotz der gestiegenen Kaufpreise.

Auch im ersten Quartal 2021 waren Einfamilienhäuser die gefragteste Wohnform für Eigennutzer (32%), gefolgt von Eigentumswohnungen (27,5%). Bei den Kapitalanlegern sind traditionell Eigentumswohnungen der klare Spitzenreiter. Ein Trend, der sich mit einer Steigung von 72% auf 75,5% weiter verstärkte. Der Einfluss der Pandemie macht sich auch dahingehend bemerkbar, dass Eigennutzer mehr Wert auf eine ausreichende Wohnfläche legen, die durchschnittlich um 2,5 Quadratmeter auf insgesamt 138,5 Quadratmeter anstieg. Im Gegensatz dazu nahm die durchschnittlich erworbene Wohnfläche von Kapitalanlegern um rund 19 Quadratmeter auf nun 93 Quadratmeter ab. Einer der Gründe dafür dürfte sein, dass Anleger mit kleineren Objekten tendenziell höhere Renditeaussichten haben – gerade in Zeiten steigender Immobilienpreise.

Ditmar Rompf, Vorstandsvorsitzender der Hüttig & Rompf AG: Zwar sind die Einstände für Baufinanzierungen seit Anfang des Jahres um durchschnittlich 0,2% -0,35% gestiegen, je nach Zinsbindungsdauer. Gründe hierfür sind Befürchtungen im Markt, dass die Inflationsraten und in der Folge die Refinanzierungskosten für Immobilienfinanzierungen signifikant steigen könnten. Dies ändert jedoch nichts daran, dass wir es mit einer für potenzielle Immobilienkäufer sehr attraktiven Gemengelage zu tun haben.“

„Weiterhin sollten sich Kreditnehmer die günstigen Konditionen für eine möglichst lange Zeit sichern“, so Ditmar Rompf weiter. „Verschiedene Kreditinstitute gehen mit der Lage unterschiedlich um und geben Veränderungen der Refinanzierungsbedingungen nur bedingt an ihre Kunden weiter. Außerdem ist es noch immer so, dass Kreditgeber einen sehr genauen Blick auf Interessenten aus krisenbeschädigten Branchen werfen. Um die für den Käufer bestmöglichen Finanzierungskonditionen zu erlangen oder eine Finanzierung gar erst zu ermöglichen, kann sich der Weg zu einem unabhängigen Baufinanzierungsberater durchaus bezahlt machen.“

(Hüttig & Rompf AG)

print

Tags: , , , , ,

ESG Impact Investing

ESG Impact Investing

Nachhaltige Investmentfonds zu UN-Entwicklungszielen.

Die Ausgaben im Überblick

ETF-News

ETF-News

Aktuelle News zu börsengehandelten Indexfonds.

zu den News

Guided Content

Guided Content ist ein crossmediales Konzept, welches dem Leser das Vergleichen von Finanzprodukten veranschaulicht und ein fundiertes Hintergrundwissen liefert.

Die Ausgaben im Überblick

ASCORE Auszeichnung

Es gibt viele gute Tarife – für die Auszeichnung „Tarif des Monats“ gehört mehr dazu. Lesen Sie hier, was die ausgezeichneten Tarife zu bieten haben.

Tarife des Monats im Überblick

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein Geld Newsletter

Melden Sie sich für unseren 14-tägigen Newsletter an.

zur Newsletteranmeldung

25 Jahre Mein Geld
Icon

Mein Geld TV

Das aktuelle Video

-
Wo liegt der Nutzen für den Kunden, bei einer nachhaltigen Geldanlage?

Frankfurter Kreis: Mein Geld Chefredakteurin Frau Hägewald diskutiert mit Experten darüber, wo für den Kunden der Nutzen einer nachhaltigen Geldanlage liegt.

zum Video | alle Videos
Icon

Mein Geld Magazin

Die aktuelle Ausgabe

Mein Geld 02 | 2021

Die Zeitschrift Mein Geld - Anlegermagazin liefert in fünf Ausgaben im Jahr Hintergrundinformationen und Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Finanzen.

zur Ausgabe | alle Ausgaben