"Wird sich in 2026 das Jahr 2022 wiederholen und die Inflation wieder zuschlagen?"
Steigende Ölpreise und Krieg, diesmal im Nahen Osten – die Parallelen zu 2022 sind offensichtlich. Damals löste genau diese Mischung einen Inflationsschock aus, der die Märkte kräftig durchschüttelte. Droht jetzt die Wiederholung?
Nicht unbedingt. Denn der entscheidende Unterschied liegt unter der Oberfläche: 2022 traf der Energiepreisschock auf eine ultralockere Geldpolitik, massive Liquidität und einen überhitzten Arbeitsmarkt. Heute ist das Umfeld ein anderes. Die Zinsen sind deutlich höher, die Geldmenge reduziert, und auch der Arbeitsmarkt zeigt erste Ermüdungserscheinungen.
Selbst am US-Immobilienmarkt – ein zentraler Inflationstreiber – ist der Druck deutlich geringer. Die „impliziten Mieten“ steigen nur moderat statt zweistellig wie damals.
Also Entwarnung? Nicht automatisch. Aber eine Inflationsdynamik wie 2022 braucht mehr als nur teure Energie. Für Anleger wird genau das zur Schlüsselfrage: Kommt die Inflation 2.0 – oder eine Fortsetzung des Bullenmarktes? Beides ist möglich. Wir halten Letzteres für wahrscheinlicher.































